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  Das Wichtigste aus dem diy-Fachmagazin 2/2012
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Sochor: In Wien wurde der größte innerstädtische Baustoffhandel eröffnet. Ein Obi-Markt soll noch folgen
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Henkel: Die hohe Bekanntheit von Pattex soll die Sortimentskompetenz weiter steigern
  Schwerpunktthema
Der Profi im Baumarkt: Hintergrund: Baumärkte spielen als Einkaufsstätte für Profis eine immer größere Rolle
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diy I Aktuelle Ausgabe  
BAU+DIY Pocket

Liebe Leser,
es ist an der Zeit, Abbitte zu tun. Liebe Freunde von BAU+DIY, die Fachzeitschrift diy hat vor 25 Jahren die Gründung des HBH, so der ursprüngliche Name des Herstellerverbandes, und auch 1988 die Umbenennung in BAU+DIY noch nicht einmal gemeldet. Soviel Asche, wie ich mir aufs Haupt streuen müsste, gibt es gar nicht.
Gut, es mag auch mit daran gelegen haben, dass der Verband damals nicht allzu viel Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt hat. Trotzdem: Wenn Journalisten angeblich immer die Nase im Neuheitenwind haben, dann haben wir damals versagt.
Jedoch die Zeiten ändern sich. Wenn auch BAU+DIY bis heute Pressearbeit eher zurückhaltend betreibt, das vorliegende Heft ist ein Beweis dafür, dass es in Ratingen auch anders geht. Und auch wir Journalisten nehmen den Verband inzwischen ganz anders wahr. Die verbandsinterne Arbeit interessiert auch uns; was BAU+DIY zu aktuellen Maßnahmen aus Brüssel zu sagen hat, wollen wir auch wissen. Und schon wegen seiner Mitglieder ist der Herstellerverband der deutschen DIY-Branche eine fixe Größe für uns.
Da ist der etwas zurückgenommene Stil der Rheinländer durchaus sympathisch. Hoffentlich bleibt das so. Denn die Arbeit für BAU+DIY wird in Zukunft eher zu-, denn abnehmen.
Freuen Sie sich auf 36 interessante Jubiläumsseiten! Damit Sie - wie wir - sagen können: "Ich hab's gewusst und wir feiern mit!"

Dr. Joachim Bengelsdorf

Download: BAU+DIY (PDF-Datei)

Grußwort 25 Jahre BAU+DIY
BAU+DIY ist Mitglied im BDI. Dessen Präsident Jürgen R. Thumann gratuliert zum Jubiläum.
Kennzeichen einer pluralistischen Demokratie ist die Vielfalt an Ideen und Zielen. Erst im Streit der Meinungen und Vorstellungen werden bestmögliche, allseits akzeptierte Lösungen für das Gemeinwesen gefunden. Im demokratischen Spiel der Kräfte haben insbesondere die Verbände der Wirtschaft eine entscheidende Rolle. Ihre Aufgabe ist es, ihre Unternehmen zu unterstützen und deren gemeinsame Anliegen zu bündeln, um sie wirkungsvoll gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu vertreten. Nur so ist letztendlich ein ausgewogener Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessen einer Gesellschaft möglich.
Gemeinsame Interessen zu formulieren und zu repräsentieren ist leicht gesagt und schwer getan. Hilfreich ist hier ein klares ordnungspolitisches Leitbild. Primäre Aufgabe der Ordnungspolitik ist es, einzelne staatliche Maßnahmen so auszubalancieren, dass der Marktmechanismus durch Überregulierungen nicht außer Kraft gesetzt wird. Denn die Sicherung des Wettbewerbs und die Freiheit des eigenverantwortlich und selbständig handelnden Unternehmers ist die Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Sich für die Interessen der Unternehmer und für die Schaffung der besten Rahmenbedingungen stark zu machen heißt deshalb auch, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Es ist mir daher eine besondere Freude, ein Grußwort zum 25-jährigen Bestehen der Herstellervereinigung Bau+ DIY beizusteuern.
Der Entschluss, eine wirtschaftspolitische Interessenvertretung für Hersteller von Bau- und Heimwerkerbedarf aufzubauen, fiel 1982. Die Anfänge der Herstellervereinigung reichen allerdings bis in die 60er-Jahre zurück. Aus ehemals elf Gründungsmitgliedern vereinigt BAU+DIY heute nahezu 130 Mitgliedsunternehmen, deren gemeinsame Interessen sie zu wahren und zu fördern versteht. BAU+DIY hat sich als professioneller Dienstleister etabliert, der seine Mitglieder unterstützt, neue Vertriebswege zu eröffnen und operative Exzellenz in einem der härtesten Konsumgütermärkte der Welt zu erreichen.
Durch Mitgliedschaften und partnerschaftliche Kooperation mit anderen Verbänden verfügt BAU+DIY über ein eng geknüpftes nationales Netzwerk. Über ihre Mitgliedschaft im Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung ist BAU+DIY Teil der BDI-Familie, die für 25 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts steht. Das verschafft uns volkswirtschaftliches Gewicht und damit Gehör bei der Politik und in der Öffentlichkeit. Gemeinsam können wir die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland maßgeblich mitgestalten. Über die Zusammenarbeit mit den verbandlichen Dachorganisationen und der Gründung einer europäischen Herstellerorganisation (Fediyma) hat es BAU+DIY ferner verstanden, in Zeiten wachsender Bedeutung europäischer Märkte und zunehmender internationaler Ausrichtung der gesamten Do-it-yourself-Branche ein solides internationales Netzwerk aufzubauen.
Die Glückwünsche zur bisherigen beeindruckenden Erfolgsstory der Herstellervereinigung BAU+DIY möchte ich mit einem herzlichen Dank an die Mitgliedsunternehmen verbinden. Verbände leben von engagierten Unternehmen und Unternehmern. Durch ihre aktive Beteiligung gewährleisten sie unser wirkungsvolles Handeln. Darüber hinaus ist es das aktive Engagement der Unternehmerschaft, das die Argumentation von Verbänden gegenüber der Politik glaubwürdig macht. Es ist somit der Schlüssel für unseren Erfolg.
Jürgen R. Thumann - Präsident Bundesverband der Deutschen Industrie

Schlank, schnell und flexibel: BAU+DIY
BAU+DIY lebt von der aktiven Mitarbeit seiner Verbandsmitglieder; das ist schon seit 25 Jahren so.
Verbände neigen zum Aufbau von Strukturen, an denen sie auch dann noch festhalten, wenn die Zeit etwas anderes erfordert. Die Herstellervereinigung BAU+DIY lebt jedoch die nötigen Veränderungsprozesse vor. Bereits seit vielen Jahren ist umgesetzt, was andere Verbände erst seit kurzem als Notwendigkeit verspüren und an Anpassung vor sich sehen: Dienstleistungen an den Mitgliedern, Orientierung am Bedarf, Flexibilität der Leistungserbringung und persönlicher Umgang miteinander.
Möglicherweise liegt die moderne und effektive Verbandsarbeit schon im Ansatz der Verbandsgründer begründet. Sie sahen in der gegenseitigen Unterstützung und im Erfahrungsaustausch einzelner Unternehmen mit ähnlichen Interessen eine ideale Voraussetzung für die bestmögliche Entwicklung der Gruppenmitglieder. Unter diesen Vorzeichen entstand bereits in den 70er Jahren der Arbeitskreis Vorverpackung (AVP). 1982 gab es verschiedene Arbeitstitel für die Weiterentwicklung der Gruppe: "Interessengemeinschaft Heimwerkerbedarf" oder "VBH - Verband der Hersteller von Bau- und Heimwerkerbedarf" oder "HBH - Herstellervereinigung Bau- und Heimwerkerbedarf". Als HBH erfolgte am 13. Juli 1982 die Verbandsgründung. Sechs Jahre später passte sich die Organisation der Marktentwicklung an und firmiert seitdem als Herstellervereinigung BAU+DIY.
Elf Firmen gründeten den Verband: Albert Berner, Künzelsau, Brauckmann & Pröbsting, Lüdenscheid, Ernst L. Dittmar, Nürnberg, Düwi, Ennepetal, Häfele, Nagold, Kirschbaum & Siebrecht, Iserlohn, König + Flügger, Münster, Friedrich Krefting, Wuppertal, Osmann, Oberhausen, ROBBI, Herford und Stanley, Velbert. Udo Uemann, der damalige Vorsitzende von ROBBI-Kunststoff GmbH, und der Verbandsgeschäftsführer Karl-Heinz Knoke formulierten bereits Anfang der 80er des letzten Jahrhunderts viele der Arbeitsthemen, die heute noch Gültigkeit besitzen: Preise und Konditionen, Verpackungen, Messen, Kostenentwicklungen, Preisauszeichnung und Effizienz. Aufgrund der Vielzahl der heutigen Aufgaben konnte eines der damaligen Ziele nicht gehalten werden: "Sitzungsfolge: Höchstens zwei Sitzungen pro Jahr". Dafür bietet eine deutlich breitere Mitgliederbasis vielfältigere Möglichkeiten für Benchmarking und Austausch über Best Practices.
Die Arbeit des Verbandes wird heute wesentlich geprägt von zwei Vollversammlungen und zwei sortimentsspezifische Fachtreffen ("Produktspartensitzungen") im Jahr. Die Aufteilung aller Mitglieder in zehn Sparten zieht sich durch eine Vielzahl von Verbandsaktivitäten. Regelmäßig treffen sich zudem effiziente Teilgruppen in den Arbeitskreisen Controlling, Logistik und Ausland. Die "Kölner Gespräche zur Marktlage" behandeln aktuelle Sonderthemen. Neben der Facharbeit ermöglichen feste Plattformen auch das regelmäßige Networking, sei es im Rahmen der "Kamingespräche" oder zur Jahreshauptversammlung, zu der immer die Partnerinnen und Partner mit eingeladen werden. Neben der persönlichen Kontaktform wird die Verbandsarbeit durchdrungen durch E-mail-gestützte Informationsprozesse und umfangreiche Intranetangebote. Ein weiterer Erfolgsfaktor des Verbandes ist nicht zuletzt der direkte Kontakt zum Team der leicht erreichbaren und "lean" aufgestellten Geschäftsstelle.

Die Verbandsarbeit von BAU+DIY
Das Leistungsspektrum des Verbandes gliedert sich heute in vier Bereiche.
Die Herstellervereinigung BAU+DIY ist gegründet worden, weil unterschiedlichste Firmen nach gemeinsamen Antworten auf drängende Probleme und Marktentwicklungen suchten. Diese Aufgabenstellung ist heute so aktuell wie bei der Gründung im Jahr 1982. Produktübergreifende
Problemlösungen und Dienstleistungen für Mitgliedsfirmen aus einem großen Branchenspektrum sind deshalb auch heute noch die wichtigsten Aufgaben des Verbandes. Er vertritt Unternehmen aus den Bereichen: DIY, Bauen, Wohnen, Verschönern, Freizeit, Outdoor. Das Leistungsspektrum umfasst hauptsächlich folgende vier Bereiche mit spezifischen Dienstleistungen:
1. Vertretung der Interessen
2. Operative Exzellenz
3. Vertriebswege & Internationalität
4. Produkte, Sortimente & Innovation
Unser Verband vertritt keine eigenen Interessen, sondern setzt sich konsequent für seine Mitglieder und deren Ziele ein. Um die nötigen Informationen frühzeitig zu beschaffen und den Interessen unserer Mitglieder auch politisch Gehör zu verschaffen, nutzen wir ein nationales und internationales Netzwerk von Branchenverbänden. So müssen wir das Rad nicht immer neu erfinden, sondern können auf vorhandene und etablierte Strukturen zurückgreifen. Zu unserem Kontakt- und Informationsnetzwerk zählen: Fediyma(internationaler Branchenverband), nationale Branchenverbände (UNIBAL, BHETA, AFEB, BLF, AHMA etc.), BHB, EDRA, IVG, BDI, BDA, WSM , DSD Der grüne Punkt, Messegesellschaften (Köln, Frankfurt, München etc.), Institute und Hochschulen (IfH, GfK, Nielsen, GS1 etc.), WBZ Wettbewerbszentrale, Bundeskartellamt, Markenverband und andere mehr. Wo es sinnvoll erscheint, hat der Verband auch eigene Institutionen ins Leben gerufen, wie beispielsweise die Logistikkooperation SynLOG. Nicht zuletzt sind die direkten Kontakte zu unseren Mitgliedsfirmen unverzichtbare Hilfen für eine Verbandsarbeit, die unmittelbar an den Bedürfnissen ihrer Partner arbeitet.
Die Herstellervereinigung BAU+DIY unterstützt auch das Tagesgeschäft ihrer Mitglieder, um deren Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichen Erfolg zu steigern. Für unsere Mitglieder beschäftigen wir uns daher u. a. mit Grundsatzfragen aus Recht und Technik, Vertragsanalysen, Benchmarking & Best Practices, Logistik, Entsorgung, Controlling, Prozessoptimierung oder ECR (z. B. Stammdaten, EDI, RFID).
Der Verband fördert und stellt Kontakte her zu Veranstaltern von Messen, Ausstellungen oder Kongressen. So können Wünsche und Vorhaben seiner Mitglieder in die Konzepte und Abläufe der Veranstaltungen integriert werden. Wir erstellen regelmäßige Analysen zu Umsatzentwicklungen verschiedener Sortimente. Unser internationales Netzwerk vereinfacht den Zugriff auf landesspezifische Informationen, ermöglicht günstige Messeteilnahmen im Ausland. Ein Arbeitskreis fördert den verbandsinternen Austausch. Diverse Spin-Offs entwickeln neben der Verbandsarbeit Einzelthemen weiter. Direkte Kontakte zu Handelspartnern (Fachhandel, Baumärkte, Kooperationen, Versand etc.) unterstützen die Vertriebsexpansion.
Wir fördern Marketingkoalitionen zwischen Mitgliedern und unterstützen ihre Innovationsprozesse, etwa durch verbandsinterne Foren, Veranstaltungen und Fortbildungsangebote. Ähnlich fördern wir die intensive Beschäftigung mit Dienstleistungen, die weit über das reine Produktangebot hinausgehen. Denn solche Zusatzangebote stärken die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller.

Im Visier: die Verbandsmitglieder
Kein sentimentaler Rückblick, sondern ein Blick in die Zukunft: diy sprach mit BAU+DIY-Vorstandsvorsitzenden Dietrich Alberts und Verbandsgeschäftsführer Dr. Peter Wüst.
diy: Herr Alberts, Herr Dr. Wüst, was hat sich in der Verbandsarbeit von BAU+ DIY in den vergangenen 25 Jahren verändert?
Dietrich Alberts: Entstanden ist unser Verband aus dem Arbeitskreis "Vorverpacker"; daraus hat sich dann BAU+DIY entwickelt. Das Besondere war immer, dass wir eher vertriebswegbezogen, damals Bau- und Heimwerkermärkte, organisiert waren. Da hat sich in den vergangenen Jahren viel entwickelt: Jetzt stehen auch Versand- und Fachhandel sowie Fachmärkte (beispielsweise Elektronikmärkte) in unserem Fokus. Verändert hat sich natürlich ebenfalls das Gewicht des Auslandsgeschäfts, das in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat.
Dr. Peter Wüst: Der Kern unserer Verbandsarbeit ist immer die Prozessoptimierung. Da ist der Verband neben Dienstleister auch Anreger und Ideenschmiede. Jeweils zum Jahreswechsel befragen wir unsere Mitglieder, was ihnen an Themen wichtig ist. So haben wir beispielsweise auch das Thema "Dienstleistung rund ums Produkt" aufgegriffen und bearbeitet. Unsere Arbeit hat aber auch Grenzen. So können wir uns aufgrund der Vielzahl der Produkte nicht so detailliert mit produktbezogenen Themen befassen.
diy: Ist aus Verbandssicht heute das Auslandsgeschäft für Lieferanten eine conditio sine qua non?
Alberts: Das ist so. Wer da mit seinen Strukturen und Produkten sowie mit seiner Logistik nicht mitkommt, der wird Probleme haben. Die Wachstumsmärkte liegen im Ausland, eindeutig!
Dr. Wüst: Der deutsche Markt wird immer enger. Wir haben als deutsche Produzenten im Allgemeinen einen exzellenten Ruf, da wäre es schädlich, nicht mitzugehen. Wir haben ja mit der Fediyma auch einen hervorragenden internationalen Zusammenschluss. Mitgliedsvoraussetzung ist allerdings, dass in den jeweiligen Ländern eigene Verbände bestehen, denn Einzelfirmen nehmen wir nicht auf. Deshalb ist bspw. auch Italien noch nicht vertreten.
Zum Thema "Internationalisierung": Mittelfristig ist für uns auch Brüssel ein Thema, denn dort wird immer mehr entschieden, was für uns relevant ist. Und auch die Zusammenarbeit mit dem BHB/der EDRA wollen wir intensivieren, um unsere gemeinsamen Kunden, den Endverbraucher, stets im Auge zu behalten.
diy: Trägt Ihre Verbandstätigkeit dazu bei, die ja nicht immer ganz reibungsfreien Beziehungen zwischen Industrie und Handel zu deeskalieren?
Alberts: Der schrumpfende deutsche Markt hat dazu geführt, dass der Wettbewerb zugenommen hat. Wir haben trotz manchmal angespannter Beziehungen zwischen Industrie und Handel immer gut zusammengearbeitet.
Dr. Wüst: Eine der wichtigsten Verbandsaufgabe ist es auch, Netzwerke und Kontakte zwischen den Firmen herzustellen. Wir vernetzen Ansprechpartner aus der Industrie untereinander, aber auch mit Wissenschaftlern und mit Journalisten. Deshalb sind auch unsere Treffen so wichtig. Wir sehen uns mindestens vier Mal im Jahr. Die hohe Teilnehmerquote von jeweils rund 75 Prozent ist ein Beleg für die Bedeutung der Verbandsarbeit für unsere Mitglieder.
diy: Wächst die Offenheit der Verbandsmitglieder untereinander?
Alberts: Da hat sich nicht viel verändert, denn diesen offenen Umgang hatten wir schon immer. Bei den Haupttreffen sehen sich die Geschäftsführer und Vertriebsleiter, bei den Spartenmeetings kommen die Bereichsleiter und Marketingleiter der Unternehmen dazu. In den Fachgremien treffen sich die Funktionsspezialisten (z. B. Controlling oder Logistik). Bei uns ist ja die Anzahl der direkten Wettbewerber begrenzter als beim BHB. So hat beispielsweise mein Unternehmen im Verband "nur" vier bis fünf Wettbewerber, 97 Prozent stellen also gar keine Konkurrenz dar.
Dr. Wüst: Verbandsarbeit ist selbstverständlich beileibe nicht nur Sacharbeit. Ebenso wichtig sind der persönliche Umgang und der Erfahrungsaustausch miteinander. Dadurch entwickelt sich Vertrauen. Eben deshalb werden auch unsere Veranstaltungen so gut besucht.
diy: Welche weiteren Verbandsthemen stehen für Sie derzeit im Mittelpunkt?
Dr. Wüst: Der klassische ECR-Gedanke ist immer noch wichtig. Wir wollen den Kunden optimal bedienen. Wir wollen aber auch, dass die Leistungen der deutschen Industrie beispielsweise in diesen Bereich stärker gesehen und akzeptiert werden.
Alberts: Das Thema "Preis" ist auch ein Thema, an dem wir stark arbeiten. Wir wollen dem Handel klar machen, dass hinter Produkten noch viel, viel mehr steht: Logistik, Category Management, Innovationsmanagment und vieles mehr.
diy: Welche Bedeutung geben Sie zukünftig der Marke, speziell der Lieferantenmarke?
Alberts: Es gibt ja durchaus Sortimente, in denen Marken keine große Bedeutung spielen. In anderen Sortimenten stellen wir jedoch einen Rückschwung in Richtung Marke fest: z. B. bei den Elektrowerkzeugen, in der Befestigungstechnik, im Garten. Ähnlich dem Lebensmittelhandel bestehen Handels- und Herstellermarken nebeneinander.
diy: Wie zufrieden sind Sie mit der augenblicklichen Flächenabdeckung von BAU+DIY?
Alberts: Insgesamt haben wir ja einen Bestand von über 120 Mitgliedern. Intern findet durch Fusionen und Marktaustritte schon ein gewisser Wechsel statt. Deshalb verzeichnen wir leider derzeit keine steigende Zahl bei der Gesamtmitgliederanzahl.
diy: Zum Schluss: Welche weiteren Zukunftsthemen für Ihre Verbandsarbeit sehen Sie noch?
Dr. Wüst: Die Lobbyistenfunktion darf wirklich nicht unterschätzt werden. Wir sind ja u. a. auch beim BDI eingebunden. Bei bestimmten Themen sind deshalb die Wege bis in die Fachministerien hinein sehr kurz. Deshalb ergänzt dieser Teil unseres Jobs sehr gut die bereits genannten Aktivitäten. Darauf baut ja auch letztendlich die intensive Zusammenarbeit mit andern Verbänden auf.

Eine ungewöhnliche Partnerschaft
Die faire Zusammenarbeit der Partnerverbände BAU+DIY und BHB bringt die Branche voran.
Mit der Neugründung des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte zu Beginn der 90er Jahre nahm die erfolgreiche Zusammenarbeit mit BAU+DIY ihren Anfang. Seit dieser Zeit agieren Handelsunternehmen und Industriepartner vertrauensvoll und ergebnisorientiert unter dem verbindenden Dach eines Verbandes und führten eine Vielzahl von wegweisenden Projekten zu einem für alle gewinnbringenden Abschluss.
25 Jahre Herstellervereinigung BAU+DIY ist ein willkommener Anlass, diese für die deutsche Wirtschaft eher ungewöhnliche Partnerschaft gebührend hervorzuheben und die besondere Erfolgsstory "Made for DIY" zu unterstreichen. Zu verdanken ist dieser Erfolg dem Einsatz vieler Menschen, die sich in Arbeitskreisen und Projektgruppen, an runden Tischen und bei Branchenveranstaltungen Gedanken machen über einen verbesserten Einsatz von Ressourcen und die Optimierung eingefahrener Prozesse und Abläufe.
Die offene und rege Kommunikation und der regelmäßige Informationsaustausch zwischen den Verbänden BAU+DIY und BHB sowie dem IVG erleichtert es allen ungemein, Projekte anzustoßen und auf schnelle Ergebnisse hinzuarbeiten. Es wird für die Unternehmen immer wichtiger, moderne Konzepte des Supply Chain Managements umzusetzen. Hierbei können wir auf das in der Vergangenheit aufgebaute gegenseitige Verständnis für die Belange der beteiligten Partner setzen. Dieses Vertrauensverhältnis muss erhalten und weiter ausgebaut werden, um auch in Zukunft Synergieeffekte besser nutzen zu können.
Gewiss gibt es Spannungsfelder. Diese bleiben nicht aus, da jedes Unternehmen legitimerweise eigene Interessen vertritt und sich bisweilen an Grenzen gedrängt fühlt, die zu überschreiten nicht leicht fällt. Doch wir verfolgen alle ein gemeinsames Ziel und dieses Ziel nimmt unseren Kunden in den Fokus. Wir verkaufen Wohn- und Gestaltungsideen und zeigen den Menschen, wie einfach es sein kann, ihre individuellen Vorstellungen von einem gemütlichen Zuhause zu verwirklichen. Dafür ist der Handel auch weiterhin auf die Innovationskraft der Industrie angewiesen. Mit neuen Präsentations- und Verkaufskonzepten sprechen die Baumärkte ihrerseits die Kunden zielgruppengenauer an. Gemeinsam rücken wir das Trendthema Do-It-Yourself noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit.
Uns ist viel gelungen in den letzten 25 Jahren. Themen wie EDIFACT, Warensicherung oder Artikelstammdaten begleiten uns seit vielen Jahren. Eine unserer wesentlichen Aufgaben aktuell betrifft die Produktqualität. Die Kunden müssen sich darauf verlassen können, dass die Produkte, die sie bei uns erwerben, ihren Erwartungen entsprechen und das zu einem gerechten Preis-/Leistungsverhältnis. Unterstützung suchen wir dabei bei unseren Industriepartnern, die bei der Produktion im Inland wie im Ausland einen hohen Qualitätsmaßstab anlegen.
Ich gratuliere der Herstellervereinigung BAU+DIY von ganzem Herzen zu ihrem runden Jubiläum und wünsche ihr und ihren Mitgliedsunternehmen auch für die kommenden Jahre die allerbesten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verbandsarbeit. Unsere Branche hat ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Gemeinsam können wir noch viel bewegen. Wir im BHB freuen uns darauf!
Georg Rothacher, Vorstand BHB

Nicht alles passt zu den Baumärkten
Welche Warengruppen akzeptiert der Kunde in den deutschen Heimwerkermärkten? Nachfolgend die Zusammenfassung einer großen Verbraucherbefragung.
Die deutschen Baumärkte werden trotz aller Bemühungen der Marktteilnehmer um Differenzierung zum Wettbewerber von den Kunden als indifferente Gemengelage wahr genommen. Das hat eine groß angelegte aktuelle Verbraucherbefragung von Konzept & Markt und dem Dähne Verlag ergeben. Das zwischenzeitlich von den einzelnen Betreibern unterschiedliche Konzepte verfolgt, Kundenansprache und Sortimentsgestaltung zielgruppendynamisch organisiert und die Marktauftritte stärker individualisiert umgesetzt werden, scheint beim Endkunden noch nicht angekommen zu sein.
Einer der wichtigen Befragungsschwerpunkte der Baumarktverbraucher war das Thema "Warengruppenkompetenz des deutschen DIY-Handels". Die Interviewpartner wurden gebeten, anzugeben, in welcher Art Geschäft man sich zuerst einmal umschauen/informieren würde, wenn der Kauf von Produkten aus einer bestimmten Warengruppe anstünde. Dabei interessierte in erster Linie, ob die Verbraucher spontan den Baumarkt, den Fachhandel oder eine andere Art Geschäft bevorzugen. Falls Baumarkt genannt wurde, wurde die Nachfrage gestellt: "Welcher"?
Die Antworten zu dieser Frage wurden unter zwei Gesichtspunkten ausgewertet:
1. Welche Warengruppen sind typische Baumarkt-Warengruppen? (Basis: alle Befragten)
2. Inwieweit überzeugt das Sortiment in diesen Warengruppen die eigenen Kunden? (Basis: jeweilige Kunden der einzelnen Baumarktunternehmen)
Die Liste der vorgegebenen Warengruppen reicht aus Kundensicht von ausgesprochenen Baumarkt-Warengruppen bis hin zu Warengruppen, die man nur im Notfall in einem Bau- und Heimwerkermarkt kauft bzw. nicht in jedem Baumarkt findet.
Als typische Baumarkt-Warengruppen (Anteil der Nennungen >70 Prozent) sehen die Verbraucher Werkzeuge, Kleineisenwaren, Elektrowerkzeuge, Elektrobedarf, Farben, Lacke und Tapeten sowie Holzbedarf.
Darüber hinaus unterstellt man den Bau- und Heimwerkermärkten noch eine gewisse Kompetenz (Anteile der Nennungen zwischen 50 bis 70 Prozent) bei Sanitärbedarf, Fliesen und Kacheln, alles fürs Bauen sowie alles für den Garten.
Eine geringe Kompetenz (Anteil Nennungen zwischen 30 bis 49 Prozent) unterstellen die Befragten den Baumärkten bei den Warengruppen Bodenbeläge, Kleinmöbel, Bauelemente, Regale aller Art, Lampen aller Art, Bilderrahmen, Haushaltsbedarf sowie Campingbedarf und Gartenmöbel.
Relativ wenig (Anteile der Nennungen <30 Prozent) Zutrauen in das Sortiment hat man bei Autobedarf, Heimtier- und Zoobedarf sowie Küchen.
Aufgrund der jeweiligen Käuferreichweiten der Bau- und Heimwerkermärkte verwundert die Verteilung der Nennungen zwischen den einzelnen Baumarktunternehmen nicht. Trotzdem sind auch in dieser Hinsicht große Schwankungen von Warengruppe zu Warengruppe festzustellen, wie das Beispiel Obi zeigt: Die Spanne reicht bei diesem Unternehmen von 24 Prozent bei Fliesen und Kacheln bis 35 Prozent bei Heimtier- und Zoobedarf.
Ein vollkommen anderes Bild ergibt eine Auswertung der Ergebnisse unter dem Gesichtspunkt, inwieweit die jeweiligen Kunden ihren Bau- und Heimwerkermarkt bei den einzelnen Warengruppen bevorzugen. Man erhält so ein Maß für die Warengruppenakzeptanz.
Bei dieser Analyse ist der Einfluss der Käuferreichweite ausgeblendet. Trotzdem ist eine große Schwankungsbreite in der Akzeptanz der einzelnen Warengruppen innerhalb eines Baumarktbetreibers festzustellen, wie die Aufstellung auf dieser Seite unten zeigt (alle Zahlen in Prozent): 
Ernst Fuchs, Konzept & Markt, Wiesbaden

Die Verbraucherstudie ist beziehbar über den Dähne Verlag (www.DIYonline.de, Verlagsprodukte/Studien) oder über Konzept und Markt (www.konzept-und-markt.com).

Kooperation statt Konfrontation
Optimierte Geschäftsabläufe als Ziel des Branchengremiums DIY + Garten sind ein gemeinsames Ziel von BAU+DIY und GS1.
Wie in der Lebensmittelbranche bereits gelebt, müssen die Unternehmen auch in der DIY-Branche in Zukunft stärker kooperieren. Nur wenn es gelingt, in der Prozesskette ineffiziente Schritte auf dem Weg des Produktes von der Fertigung bis zum Kunden zu eliminieren und die gemeinsame Kundenansprache zu optimieren, wird der Unternehmenserfolg dauerhaft sichergestellt. Basis hierfür ist der Einsatz der GS1 Standards als gemeinsame Sprache.
Die Basis für das GS1 Standardsystem wurde mit der Einführung des EAN Barcodes in der Konsumgüterbranche vor 30 Jahren gelegt. Für uns stellt das Jahr 2007 also auch ein Jubiläumsjahr dar. Um so mehr freut es mich, das wir im Jahr des 25-jährigen Jubiläums der Herstellervereinigung BAU+DIY - hierzu meinen herzlichen Glückwunsch - Früchte unserer intensivierten Zusammenarbeit vorweisen können.
Insbesondere begrüße ich das starke Engagement von BAU+DIY innerhalb von GS1 Germany. Mit der Gründung des Branchengremiums DIY+Garten Anfang 2006 sind nun die Spitzenunternehmen dieser Branchen auf Handels- und Industrieseite auf der neutralen GS1 Germany-Plattform organisiert. Durch die enge Verzahnung mit den Spitzenverbänden (BHB, BAU+DIY, IVG) wird eine effiziente Einbeziehung der gesamten Branche sichergestellt. Das Gremium ist so zentraler Schrittmacher der unternehmensübergreifenden Prozesse in der Branche.
Engagiert und konsequent haben die Unternehmen bei GS1 Germany an der Umsetzung der vereinbarten Themen gearbeitet und erste gemeinsame Erfolge erzielt:
.Eine Selbstverpflichtungserklärung gibt der Branche Investitionssicherheit in der Nutzung der GS1 Standards und Comittments.
.Der Sinfos-Pool hat sich als priorisierte Lösung für die Abwicklung des Stammdatenaustausches in der Branche etabliert. Der Roll-Out ist in vollem Gang.
.Durchführung einer Prozessanalyse, die die Schwachstellen in der gemeinsamen Prozessabwicklung im Standardbelieferungsprozess aufdeckt.
Wie stark sich diese Themen in der Branche etabliert haben, hat die Durchführung der GS1 Nonfood Conference im März 2007 gezeigt, an der sich mehr als 200 Teilnehmer in Köln beteiligt haben. Die deutsche Baumarkt- und Heimwerkerbranche war an der zweitägigen Informations- und Networking-Plattform im Bereich Prozessgestaltung in Köln fast vollständig vertreten.
Der vielversprechende Start bedeutet aber auch eine Herausforderung für 2007. Hier steht der weitere Roll-Out des Sinfos Stammdatenpools und die Definition einer Prozessempfehlung zur Abwicklung der Bestell- und Lieferprozesse unter Anwendung der GS1 Standards einschließlich EAN 128Etikett auf dem Programm. Darüber hinaus planen wir die Definition der weiteren Vorgehensweise in den Themen Retouren, Bestandslücken und Category Management.
Mittelfristig ist eines der wichtigsten Ziele in der Logistik sicherlich die Reduktion der Rampenkontakte. Die Umsetzung von Bündelungskonzepten wie Cross Docking verspricht hier effizientere Warenströme, unabhängig davon, ob sie im Rahmen von Beschaffungs- oder Distributionslogistik realisiert werden. Voraussetzung hierfür ist die Nutzung des EAN 128 Etiketts, um die Feinsteuerung zu ermöglichen und um die Basis für die RFID-Technologie als Instrument der Prozesssteuerung der Zukunft zu legen.
Zweites wichtiges Thema ist das Category Management. Trotz der klar wettbewerblichen Dimension ist hier eine stärkere Kooperation zwischen Handel und Industrie notwendig. Gerade in der effizienten Gestaltung der Filialflächen, Sortimente, Regale und Bestände in Kooperationsprojekten zwischen Handel und Industrie liegen immense Potenziale.
Insgesamt, so viel ist klar, sind die Potenziale zur Senkung der Prozesskosten und Erhöhung der Kundenzufriedenheit hoch. Ihre Realisierung ist in vielen Beispielen dokumentiert und wird schon lange nicht mehr kontrovers diskutiert. Die Vorraussetzung für den Erfolg ist die Nutzung gemeinsamer Standards und die Umsetzung partnerschaftlicher Prozessgestaltung.
In der Praxis dominiert jedoch immer noch die weitgehende Polarisierung der Geschäftsbeziehungen auf die Konditionsgespräche und die Interaktion von Einkäufern und Verkäufern. Hier ist ein Umdenken zwingend erforderlich. Eine prozessorientierte Organisationsstruktur in den Unternehmen fördert die erfolgreiche Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette und lässt so die theoretischen Optimierungspotenziale Realität werden.
An dieser Stelle wird klar, welche Bedeutung das Branchengremium hat. Durch die Offenheit in der funktionalen Zusammenarbeit im Gremium können Hemmnisse und Barrieren überwunden werden. So schafft das Gremium auch die Sicherheit, im Netzwerk der Unternehmen auf die richtigen Prozesse zu setzen.
Und hier hoffe ich, dass BAU+DIY mit seinen Mitgliedsunternehmen das Gremium weiterhin aktiv unterstützt. In diesem Sinne wünsche ich BAU+ DIY viele weitere Jahre der erfolgreichen Interessensvertretung der DIY-Industrie - und dies durchaus auch im Sinne von GS1 Germany: Mit starken Industrie- und Handelspositionen lassen sich Themen deutlich einfacher umsetzen.

Jörg Pretzel, GS1 Germany

     
   
 
 
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