Kommentar | Editorial

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Zum Shoppen zu Obi und Co.

Dr. Joachiim Bengelsdorf

In der Eidgenossenschaft tut sich was. Selten haben wir als Fachverlag in so kurzer Zeit über so viele Neueröffnungen zwischen Basel und Belinzona, zwischen Genf und St. Gallen berichten können. Gleich ob Coop, Jumbo, Horn-
bach oder Obi/Migros - die Schweizer Baumarkt- und Gartencenterbetreiber gehen in die Offensive, was nach den vergangenen Dürrejahren (sind sie wirklich vergangen?) auch notwendig scheint. Die Formate werden modernisiert, die Preise gehen auch moderat nach unten und Cross-Channel-Konzepte werden vorangetrieben. Der Umfang der Berichterstattung über die Schweiz in der Jahresendausgabe unseres Partnerheftes DIY International zeigt, dass sich beim südlichen Nachbarn einiges bewegt.

Die Migros - in diesem Falle die Regionalgenossenschaft Migros Ostschweiz - hat Mut bewiesen und rund 18,5 Mio. Euro in einen neuen Standort nördlich des Rheins bei Schaffhausen in den ersten Stand-alone-Baumarkt der Genossenschaft investiert. Damit will man auch testen, ob und in welchem Maße sich mittelgroße Städte für Baumarktformate zwischen 5.000 und 7.000 m² Verkaufsfläche eignen. Auffallend ist dabei, dass das Gartencenter allein in Schaffhausen mit 2.500 m² rund 40 Prozent belegt. Es ist, das muss man zugeben, ein Schmuckstück und macht wirklich was her. Damit ist man zweifelsohne konkurrenzfähig.

Verwunderlich ist aber, dass die Migros im nahe gelegenen, etwas in die Jahre gekommenen Herblinger Einkaufszentrum noch einen ­Do it + Garden-Standort (die kleinformatigere Baumarktschiene der Genossenschaft) betreibt. Dieser soll aber wohl irgendwann geschlossen werden. Noch merkwürdiger wird das Ganze, wenn man die grenznahe Lage des neuen Obi-Standorts in Schaffhausen mit berücksichtigt. Von hier sind es nämlich nur wenige Kilometer nach Osten und Westen jeweils bis zur deutschen Grenze ins - aus Schweizer Kundensicht - "Baumarktwunderland". In Singen locken ein Bauhaus, ein Toom und - pikant - ein großer Obi und noch ein Dehner Gartencenter, und auch in Waldshut-Tiengen laden direkt jenseits des Rheins ein Obi und ein Dehner zum Shoppen ein.




Die Preise für Baumarkt- und Gartenartikel sind auf der deutschen Seite immer noch signifikant niedriger, so dass man andere Gründe zum Einkaufen in der Schweiz schaffen muss. Das können Sortimentsauswahl und Gestaltung wie im Obi-Gartencenter in Schaffhausen sein. Der Baumarkt allerdings - man möge mir verzeihen - hat mich an deutsche Zustände von vor 15 Jahren erinnert. Hier steht immer noch die Ware im Mittelpunkt, Inszenierung und Service halten sich eher zurück. Ob der Obi-Baumarkt Schweizer Kunden anlockt, ich weiß ja nicht?!
    
Herzlichst Ihr

Joachim Bengelsdorf

 

Kontakt

Tel.: +49/7243/575-208 • j.bengelsdorf(at)daehne.de

 

 

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