43 Prozent der deutschen Gartenbesitzer nehmen Veränderungen durch den Klimawandel wahr, unter anderem Trockenheit und die Zunahme bekannter Schädlinge.
43 Prozent der deutschen Gartenbesitzer nehmen Veränderungen durch den Klimawandel wahr, unter anderem Trockenheit und die Zunahme bekannter Schädlinge.

Garten-Barometer

Der Garten im (Klima-)Wandel

Inwieweit macht sich der Klimawandel, zum Beispiel in Form von Extremwetter-Ereignissen, in deutschen Gärten bemerkbar? Dieser Frage geht das Stihl Garten-Barometer 2026 nach. Dabei zeigt sich, dass 43 Prozent der Befragten in ihrem Garten Veränderungen feststellen, die sie dem Klimawandel zuordnen. Weitere 10 Prozent geben an, nicht zu wissen, ob Veränderungen in ihrem Garten damit zusammenhängen. Danach befragt, welche Abweichungen sie in den vergangenen zehn Jahren in ihren Gärten festgestellt haben, steht an erster Stelle die zunehmende Trockenheit (80 Prozent), gefolgt von veränderten Wachstumsphasen beziehungsweise Blühzeiten bei heimischen Pflanzen (46 Prozent) und einer Zunahme bekannter Schädlinge wie Schnecken und Blattläuse (45 Prozent).  

75 Prozent der Befragten sammeln Regenwasser,  um es zum Gießen zu nutzen.

Bewässerung und Verschattung an erster Stelle

Maßnahmen gegen die Effekte des Klimawandels haben bereits 29 Prozent der Gartenbesitzerinnen und -besitzer ergriffen; weitere 19 Prozent geben an, zukünftig aktiv werden zu wollen. Dabei zeigt die Umfrage: Je jünger die Befragten sind, desto eher haben sie schon Maßnahmen ergriffen (39 Prozent der 20- bis 29-Jährigen). Vor dem Hintergrund der zunehmenden Trockenheit erscheint es nachvollziehbar, dass bei den Anpassungsmaßnahmen die Themen Bewässerung und Verschattung an erster Stelle stehen. Platz eins bei den umgesetzten Maßnahmen ist das Sammeln von Regenwasser, beispielsweise durch den Bau von Zisternen oder dem Aufstellen von Regentonnen, um es in trockenen Phasen zum Gießen zu nutzen (75 Prozent). 66 Prozent der Befragten lassen ihren Rasen höher stehen, um ihn vor Austrocknung zu schützen, und 64 Prozent haben Bäume oder Hecken als Schattenspender gepflanzt. Und um die Bodenfeuchtigkeit zu verbessern, mulchen 51 Prozent ihren Rasen, lassen also das feingeschnittene Schnittgut auf der Rasenfläche liegen. Auch diejenigen, die bisher noch keine Maßnahmen ergriffen haben, planen an erster Stelle das Sammeln und Nutzen von Regenwasser zum Gießen (65 Prozent), gefolgt vom Anpflanzen hitze- und trockenheitsverträglicher Pflanzen in ihrem Garten (61 Prozent).  

Knapp die Hälfte der Gartenbesitzer (48 Prozent) hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den eigenen Garten an den Klimawandel anzupassen – zum Beispiel Verschattung.  
Knapp die Hälfte der Gartenbesitzer (48 Prozent) hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den eigenen Garten an den Klimawandel anzupassen – zum Beispiel Verschattung.   (Quelle: Stihl)

(Weitere) Veränderungen erwartet

Auch für die Zukunft rechnet laut Garten-Barometer eine knappe Mehrheit der befragten Gartenbesitzer mit Veränderungen durch den Klimawandel (54 Prozent). Dies gilt insbesondere für diejenigen, die bereits heute Abweichungen feststellen (92 Prozent). Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt außerdem: Insbesondere die Jüngeren zwischen 20 und 29 Jahren rechnen zu zwei Dritteln (68 Prozent) mit sich ändernden klimatischen Bedingungen – bei den Befragten im Alter ab 60 Jahren sind es nur 52 Prozent.  

Auch hinsichtlich der Wohnsituation gibt es unterschiedliche Erwartungen: Je urbaner der Wohnort, desto eher gehen die Befragten von Änderungen durch den Klimawandel in der Zukunft aus. So erwarten in Städten mit über 100.000 Einwohnern 62 Prozent der Gartenbesitzer Veränderungen in den kommenden Jahren; im ländlichen Raum (Gemeinden bis 5.000 Einwohner) sagen das nur 48 Prozent.  

(Quelle: Stihl)

Hohes Interesse an Informationen

Das Wahrnehmen von Veränderungen im eigenen Garten durch den Klimawandel (43 Prozent) führt vielfach zu einem zusätzlichen Informationsbedarf (82 Prozent), werten die Experten die Befragung aus. Ganz oben auf der Liste stehen Tipps zur geeigneten Bepflanzung (50 Prozent) sowie zur effizienten Bewässerung (43 Prozent) und zur Unterstützung von Wildtieren im eigenen Garten (42 Prozent).

Allerdings gilt: Je länger die Befragten ihren Garten besitzen, desto weniger sind sie an Informationen interessiert. Während also 88 Prozent derjenigen, die weniger als fünf Jahre einen eigenen Garten haben, Interesse an entsprechenden Tipps und Infos haben, sind es bei langjährigen Gartenbesitzern (>zehn Jahre) „nur“ 77 Prozent.  

Außerdem lässt sich erkennen, dass der Informationsbedarf bei denjenigen besonders hoch ist, die bereits Veränderungen in ihrem Garten festgestellt haben beziehungsweise in Zukunft damit rechnen (93 Prozent).  

Gartennutzung verändert sich  

Auch die persönliche Gartennutzung wird vielfach von den äußeren Umständen beeinflusst (57 Prozent): So nimmt bei mehr als einem Drittel (36 Prozent) derjenigen, die bereits Auswirkungen des Klimawandels im Garten festgestellt haben, die Arbeit im Garten zu; unter allen Befragten sagen das nur 21 Prozent. Ein Drittel (33 Prozent) von ihnen verbringt mehr Zeit im Garten als früher – unter allen Befragten sind es nur 22 Prozent – und mehr als ein Viertel (27 Prozent) von ihnen nutzt den eigenen Garten über einen längeren Zeitraum im Jahr. Von allen Befragten sagen das nur 19 Prozent.  

Das Anpflanzen von hitze- und trockenheitsverträglichen Pflanzen wird von 61 Prozent der Befragten,  die noch keine Maßnahmen ergriffen haben, geplant.
Das Anpflanzen von hitze- und trockenheitsverträglichen Pflanzen wird von 61 Prozent der Befragten,  die noch keine Maßnahmen ergriffen haben, geplant. (Quelle: Dähne Verlag, Gangl)

Schutz der heimischen Tierwelt wichtig  

Aber nicht nur die Gärten und ihre Besitzer sind von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, sondern auch die heimische Tierwelt. So registrieren 42 Prozent derjenigen, die heute bereits Veränderungen durch den Klimawandel feststellen, eine abnehmende Vielfalt heimischer Pflanzen und Tiere (zum Beispiel Vögel und Insekten) in ihrem Garten. 55 Prozent der Befragten haben deshalb bereits Maßnahmen zum Schutz der heimischen Tierwelt ergriffen; weitere 12 Prozent planen dies in Zukunft zu tun.  

Zu den am häufigsten umgesetzten Maßnahmen gehören die Schaffung von Wasserstellen für Vögel und Insekten (84 Prozent), ein zurückhaltender Baum- und Heckenschnitt außerhalb der Brutzeiten (81 Prozent) und die Schaffung von Lebensräumen für Tiere und Insekten im eigenen Garten (79 Prozent). 

Einordnung der Ergebnisse 

Vor dem Hintergrund sich ändernder klimatischer Verhältnisse steht nach Ansicht von Dr. Jörg Morhard vom Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim bereits heute der verantwortungsbewusste Umgang mit der Ressource Wasser im Vordergrund: „Über einen längeren Zeitraum ausbleibende Niederschläge sowie langanhaltende Regenperioden und Starkregenereignisse stellen Gartenbesitzer zunehmend vor Herausforderungen. Die Umfrage zum Stihl Garten-Barometer zeigt, dass Personen mit Garten bereits über umfangreiche Kenntnisse in Umweltfragen verfügen. Gleichzeitig ist das Bewusstsein für sich ändernde klimatische Bedingungen mit dem Wunsch nach weiteren Informationen gepaart. Im Detail sticht für mich heraus, dass bereits mehr als 75 Prozent der Befragten gesammeltes Regenwasser zur Bewässerung nutzen und ein großer Teil die Rasenpflege während Hitzeperioden bewusst anpasst.“ Gefragt nach seinen Tipps ergänzt Morhard, der selbst begeisterter Gartenbesitzer ist: „Neben der Wahl geeigneter Pflanzenarten und -sorten bedarf es eines angepassten Wassermanagements. Einrichtungen zum Auffangen und Speichern von Niederschlagswasser gehören dazu, genauso wie das wassersparende Bewässern. Sensorgesteuerte Bewässerungsanlagen, eingebunden in Smart-Home-Lösungen, können dabei eine bedarfsgerechte Bewässerung erleichtern. Grundsätzlich sollten Gartenbesitzer zukünftig aber auch mehr Wildnis wagen. Sie machen dadurch ihren Garten nicht nur fit für Klimaveränderungen, sondern leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.“

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