Digitalisierung

E-Commerce bietet oft bessere Beratung

21.07.2014

Die Digitalisierung ist in den vergangenen Jahren in Deutschland viel stärker vorangeschritten als vermutet. So wickeln die Deutschen bereits 37 Prozent ihrer täglichen Kommunikation über digitale Medien ab. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "German Digitalization Consumer Report 2014" der Universität Münster und Roland Berger Strategy Consultants.
Deutliche Spuren zeigt die voranschreitende Digitalisierung auch beim Kaufverhalten der Deutschen. Branchenübergreifend stammen 41 Prozent aller kaufentscheidungsrelevanten Informationen inzwischen aus digitalen Medien.
Doch betrachtet man die einzelnen Branchen, zeigen sich große Unterschiede. So stammen bei Reisen, Unterhaltungselektronik und Versorgungsdienstleistungen mehr als 60 Prozent aller kaufbezogenen Informationen aus digitalen Quellen. Bei Baumarktprodukten sind es 26 Prozent, bei Möbel und Dekoration 35 Prozent. "Unter allen digitalen Informationsquellen spielt das Internet immer noch die wichtigste Rolle, wenn es um Kaufentscheidungen geht", so Egbert Wege, Handels- und Marketingexperte von Roland Berger. "Ein Viertel aller einkaufsrelevanten Informationen sammelt der Verbraucher im Netz oder über soziale Medien."Bislang konnte sich der Einzelhandel über die gute Beratungsqualität vom E-Commerce absetzen. Doch die aktuelle Untersuchung zeigt, dass das Internet heute oft bessere Beratung liefert als der vertraute Händler um die Ecke, urteilen die Autoren der Studie.
Doch das Internet spielt nicht nur eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich Produktinformationen zu besorgen. "Diese Entwicklung sehen wir auch beim Einkauf selbst. Denn 41 Prozent aller nicht-routinierten Einkäufe erfolgen in Deutschland inzwischen digital", sagt Wege. Bei Baumarktartikeln hat die Untersuchung einen Online-Anteil der Einkäufe von 9,9 Prozent ermittelt. 86,5 Prozent erfolgen nach wie vor im stationären Geschäft.
Nicht alle nutzen die digitalen Einkaufsmöglichkeiten in gleichem Maße. "Viele Deutschen stehen der digitalen Welt zunehmend skeptischer gegenüber", sagt Prof. Thorsten Hennig-Thurau von der Universität Münster. So haben mehr als zwei Mio. Deutsche seit 2012 entschieden, sich von allen sozialen Netzwerken abzumelden. Insgesamt mehr als elf Prozent der deutschen Verbraucher mit Internetanschluss verfügen heute über keinen Social Media Account. Das sind vier Prozent mehr als noch vor eineinhalb Jahren.
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