DIW-Studie

Haushaltsnettoeinkommen seit 1995 in allen Einkommensgruppen gestiegen

10.06.2022

In den vergangenen 25 Jahren sind sowohl Löhne und Renten als auch die Haushaltsnettoeinkommen preisbereinigt gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in einer neuen Studie auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Laut den Autoren ist die Ungleichheit bei den Löhnen dabei seit rund zehn Jahren deutlich gefallen, bei den verfügbaren Einkommen liegt sie aber weiterhin auf dem Niveau von 2005.

Die Entwicklung lässt sich laut DIW in drei Phasen unterteilen: Nach einer Stagnation von 1995 bis 2003, gefolgt von einer Zeit des Abschwungs, sind seit 2013 bis zur Corona-Pandemie die Bruttostunden- und Monatslöhne kräftig gestiegen: über den gesamten Zeitraum bei allen Beschäftigten im Schnitt um zehn Prozent, bei den Vollzeitbeschäftigten sogar um das Doppelte. „Diese unterschiedliche Entwicklung ist vor allem der vermehrten Teilzeitarbeit und der gestiegenen Zahl von Minijobs geschuldet“, sagt Studienautor Markus M. Grabka.

Die positive Entwicklung der Löhne schlage sich auch in den Haushaltsnettoeinkommen nieder, die seit 1995 um 26 Prozent zugelegt haben, heißt es in der Studie. Die Renten der Gesetzlichen Rentenversicherung, neben der Erwerbstätigkeit die zweitwichtigste Einkommensquelle, haben sich ähnlich entwickelt: Seit 1995 haben sie um acht Prozent zugelegt, seit 2013 sogar um knapp 20 Prozent.

Auf die Ungleichheit habe sich dies aber sehr unterschiedlich ausgewirkt. Während die Ungleichheit der Stundenlöhne fast wieder so niedrig ist wie zu Beginn der 2000er Jahre, liegt sie bei den Bruttomonatslöhnen noch deutlich über dem Niveau von vor 25 Jahren, auch wenn sie in den letzten Jahren stark gefallen ist: 1995 hat der obere Rand der Lohnverteilung monatlich noch das gut Vierfache des unteren Randes verdient; 2020 war es gut das Siebenfache – nach dem Elffachen im Jahr 2011. „Es ist erfreulich, dass die Lohnungleichheit in den vergangenen zehn Jahren wieder deutlich gesunken ist“, meint Grabka. Dies sei auch der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zu verdanken.

Bei den Haushaltsnettoeinkommen haben alle Dezile gemessen an 1995 zugelegt: das unterste Dezil aber nur rund fünf Prozent, die mittleren Dezile etwa 25 Prozent und das oberste mehr als 40 Prozent. Die Ungleichheit, die in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende stark stieg, stagniert zwar seit ein paar Jahren, liegt aber immer noch auf dem Niveau von 2005.

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