Die Inventurdifferenzen im deutschen stationären Einzelhandel haben 2025 erneut zugenommen. Die aktuelle EHI-Studie „Inventurdifferenzen 2026“ weist einen Anstieg der hochgerechneten Verluste von 4,95 auf 5,11 Mrd. Euro aus, was einem Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Nach Einschätzung der für die Studie befragten Handelsunternehmen entfallen rund 4,33 Mrd. Euro der Inventurdifferenzen auf Diebstahl. Davon werden 3,05 Mrd. Euro unehrlichen Kundinnen und Kunden zugerechnet. Auf eigene Beschäftigte entfallen rund 910 Mio. Euro. Lieferanten und Servicekräfte verursachen nach dieser Einschätzung weitere 370 Mio. Euro. Die verbleibenden 780 Mio. Euro resultieren vor allem aus Erfassungs-, Buchungs- und Bewertungsfehlern.
Anstieg trotz rückläufiger Anzeigen
Die Polizeiliche Kriminalstatistik meldete hingegen für 2025 einen Rückgang der angezeigten Ladendiebstähle um 5,4 Prozent auf 383.096 Fälle. Dieser Rückgang steht jedoch im Widerspruch zu den Inventurergebnissen und den Beobachtungen des Handels. Nach EHI-Berechnung bleiben mehr als 98 Prozent der tatsächlichen Delikte unentdeckt oder werden nicht angezeigt. Daraus ergibt sich für 2025 eine rechnerische Zahl von rund 24,8 Millionen unentdeckten Ladendiebstählen mit einem durchschnittlichen Warenwert von 123 Euro.
Eine besondere Herausforderung bleibt der organisierte und gewerbsmäßige Ladendiebstahl. Nach Einschätzung der befragten Unternehmen entfallen mittlerweile 33 Prozent der Ladendiebstahlschäden auf organisierte und professionelle Tätergruppen. Hochgerechnet entspricht dies einem Warenwert von rund 1,02 Mrd. Euro.
Technik allein verhindert keinen Diebstahl
Der Handel investierte 2025 rund 1,7 Mrd. Euro in externe Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen. Einschließlich handelsinterner Aktivitäten entstehen nach konservativer Schätzung Gesamtkosten von rund 3,3 Mrd. Euro pro Jahr.
Loss Prevention auf der EuroCIS 2027
Loss Prevention wird auch ein wichtiges Thema auf der EuroCIS 2027 sein. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf die technologische Seite der Verlustprävention. Dazu zählen KI-basierte Videoanalyse, Echtzeit-Bestandskontrolle und intelligente Betrugserkennung sowie Sensorik und automatisierte Warenidentifikation.









