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Der Kunde braucht's eigentlich nicht

Was macht die grüne Branche aus dem Thema „Lifestyle“? Zuwenig, das war der Tenor des zweiten Round-table-Gesprächs auf der Spoga und Gafa in Köln.
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Axel Schröder von Scheurich hat recht: „Wir verkaufen alle Dinge, die der Kunde eigentlich gar nicht braucht.“ Man merkt sofort: Es geht um Lifestyle im Garten und was die grüne Branche daraus macht. Dies war das Thema des zweiten Roundtable-Gesprächs mit neun Teilnehmern auf dem International DIY Corner am Mes-semontag auf der diesjährigen Spoga/Gafa in Köln.Und, wie verkauft man jetzt lifestylige Produkte? Auf jeden Fall in Zukunft besser präsentiert, so Axel Schröder weiter. Christian Dinger von Dinger’s Gartencenter betonte die Rolle des Grün: „Auch Pflanzen haben mit Lifestyle zu tun. Aus der Kombination von Hartware und Grün kann man Bilder zaubern, die Kunden begeistern.“ Doch was ist Lifestyle überhaupt? Heike Tscherwinka von Europäischen Verband Life-style lieferte eine Kurzdefinition. Lifestyle sei „ein Gefühl, so zu leben, wie man leben möchte.“ Norbert Knapp von Bloom's präzisierte: „Wir haben zwar einen gesellschaftlichen Trend, der in Richtung Grün geht, das ist aber noch kein Lifestyle.“ Trend sei, das heute Indoor gleich Outdoor und umgekehrt sei. Die Kunden wollten auf ihre innere Lebenswelt draußen nicht mehr verzichten.Verbraucher ließen sich heutzutage schon von Leitbildern beeinflussen, wenn es um Lifestyle gehe, so Dr. Horst Brandenburg von BBE Retail Experts: „Gartenmöbel haben ja schon immer mit einem Lebensgefühl zu tun.“ Überraschend war die These von Ingeborg Burggaller, Kommunikations- und PR-Beraterin, dass das knappe Geld der Branche sogar in die Finger spiele: weg von immer teurer werdenden Reisen und Autos hin zur eigenen Befindlichkeit. „In den nächsten Jahren werden zwei Mega-Trends uns begleiten: Nachhaltigkeit und Gesundheit“, ist sich Ingeborg Burggaller sicher. Überraschend war auch, dass ihr praktisch einmütig zugestimmt wurde.Cornelis Flink von der EFSA brauchte eine europäische Sicht in die Debatte mit ein. Es gebe in Europa immer einige Länder, oft verschieden und wechselnd je nach Sortiment, die modemäßig vorangingen. „Den einen europäischen Geschmack gibt es jedoch nicht“, betonte er. „Die Sortimente fließen, Sortimentsgrenzen fallen“, konstatierte Eva Barth-Gillhaus von Kompakt. Und weiter: „Wir finden in vielen Gartencentern nur Saisons, das ist aber zu wenig. Der Kunde will mehr als Stiefmütterchen, er will den Frühling erleben.“ Dem stimmte Norbert Knapp zu. Man brauche viel mehr Kompetenz auf der Fläche. Lifestyle zu präsentieren sei viel aufwändiger…
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