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Metaphysik zieht nicht

Beim ersten Roundtable-Gespräch auf dem International Garden Corner der Gafa/Spoga in Köln ging es um die grüne Seele der Branche.
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Grün, Bio, Nachhaltigkeit, Öko: Mit diesen Begriffen hantiert heutzutage fast jeder jeden Tag. Nur: Was steckt denn in diesen Begriffen wirklich drinnen? Und: Meint auch jeder das Gleiche, wenn er sie benutzt? Es ging also zuerst einmal um die sogenannten „Basics“, als Rainer Strnad, Redakteur der Fachzeitschriften Garten & Lifestyle und diy, am ersten Tag von Gafa und Spoga in Köln das sonntägliche Roundtable-Gespräch zum Thema „Wie grün ist die deutsche Gartencenterlandschaft wirklich?“ auf dem International Garden Corner eröffnete. Schnell waren sich die Teilnehmer darüber einig, dass im Begriff „Bio“ auf jeden Fall Sprengstoff steckt. Der Kunde, so Rainer Lausmann von Neudorff, wolle „Produkte, die funktionieren und wirken. Erst danach muss oder darf es auch ‚Bio’ sein.“ Dieser These stimmte Uwe Bröske von GfK Living zu: „Der Verbraucher ist nur dann bereit, etwas für den Umweltschutz zu tun, wenn es ihm auch etwas bringt und es auch Spaß macht.“Allgemeines Kopfnicken in der Runde war die Folge. Klaus Seiwert von der RWZ Rhein Main stellte jedoch ein Glaubwürdigkeitsproblem des Begriffes „Bio“ beim Kunden fest. Er benutze lieber das Wort „Natürlichkeit“. „Bio ist keine definierte Größe und passt auch nicht zu Raiffeisen“, betonte er. Auch Alain Paul von Holz-Conzert meinte, Kunden seien nicht bereit, „nur wegen des metaphysischen Hintergrunds mehr Geld für Bio-Produkte auszugeben.“Doch es gab auch Dissens unter den Diskutanten. Frank Miedaner von Compo widersprach heftig, dass nur Bio-Produkte gute Produkte seien: „Die Antwort ‚Bio ist gut, alles andere ist schlecht' ist mir zu simpel. Die Frage ist nicht ‚Bio - ja oder nein’, der Verbraucher will Produkte, die funktionieren.“ Eine Position, der auch andere indirekt zustimmten. „Wir haben manche Artikel, die nicht als ‚Bio’ deklariert, die aber dennoch nachhaltig sind. Wenn ich mir so einige Produkte aus China und Indien ansehe, dann frage ich mich schon, weshalb da ‚Bio’ drauf steht“, meinte Raimund Schnecking von Bruno Nebelung.Peter Botz vom VDG monierte, dass bei einigen Händler „das Grüne zu sehr in den Hintergrund gerückt werde.“ Dies sei ein Fehler. Das sei halt typisch deutsch, meinte Kirsten Geldmacher vom Büro für Marketing & Nachhaltigkeitsmanagement. „Wir als Deutsche sind fast besessen davon, immer alles als absolut zu postulieren.“ So eben auch in dieser Frage. Man sei eben ganz „Bio“ oder nicht, dazwischen gebe es wenig oder nichts.Man…
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