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Die Suche nach dem heiligen Geist

Personalberatung und -vermittlung ist wie eine Mischung aus Heiratsvermittler und Eheberatung, meint Personalexperte Ewald W. Schneider.
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Da hat man als Unternehmen bereits selbst diverse Anzeigen geschaltet und mit einigen Kandidaten gesprochen – aber irgendwie entspricht der Kandidat nicht so recht den Vorstellungen des Arbeitgebers. Wenn dann die Zeit im Nacken sitzt, wird auch mal gerne über den Schatten gesprungen und eine Anfrage bei diversen Personalberatungen gestartet. Wir erleben solche „Anfragen“ zunehmend, was wiederum ein deut­liches Signal für die knappe Ressource „guter Bewerber“ ist. Jede Personalberatung hat dann sicher ihre eigene Philosophie, wie sie potenziellen Kunden verdeutlicht, was ihr Stil und wie ihre Vorgehensweise ist.Es gibt eine ganz großes Bandbreite: Von unseriösem Headhunting (Abwerbung von Mitarbeitern beim Wettbewerb) bis hin zu Berufskollegen, die spätestens nach zwei Jahren vermittelte Mitarbeit erneut vermitteln. Andere wiederum versuchen, den Kunden auch mal über den Vermittlungspreis zu ködern. Letztlich ist gute Personalberatung immer als eine Investition zu sehen und nicht mit einer zwanzig Prozent-Aktion zu haben. Das Honorar sollte sich an der Schwierigkeit der zu besetzenden Position orientieren. Typische Erschwernisse bei der Besetzung sind beispielsweise viel gefordertes Spezialwissen und Verfügbarkeit in einer Region. Firmen mit einem besonders guten Arbeitgeberimage haben es da noch am leichtesten: Die ziehen die guten Bewerber magisch an und auch der Personalberater hat es deutlich leichter. Wie bei guten Produkten ist auch ein guter, in der Branche bekannter Arbeitgeber leichter „zu verkaufen“ als ein Ladenhüter.Erfolgreiche und seriöse Personalberatungen sehen sich als Dienstleister, die als oberste Priorität den Ansatz verfolgen, dem Kunden nachhaltig bei der Personalsuche und der Personalentscheidung zu helfen. Um das jedoch erfolgreich tun zu können, muss sich der Kunde öffnen. Er muss dem Personalberater umfassenden Einblick in sein Unternehmen geben. Er muss ihm die Chance für eine lange und nachhaltige Zusammenarbeit geben. Bei vermeintlichen Fehlentscheidungen direkt den Berater zu wechseln, ist zu kurzfristig gedacht.Von beiden Seiten muss das Ziel eindeutig auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgelegt sein. Es muss Zeit eingeräumt werden, um dem Personalberater die Möglichkeit zu geben, seinen Auftraggeber zu verstehen. Einen Kunden und dessen wahren Bedürfnisse zu verstehen, bedeutet, den „heiligen Geist“ eines Unternehmens kennen zu lernen. Und den Geist lernt man leider nicht in einem Besprechungsraum eines Unternehmens…
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