Alle haben sie gestöhnt, als im Juni und damit viel früher – und viel heißer – als üblich die Hitze über Europa hereingebrochen ist. Alle? Die Baumärkte nicht. Ihnen hat der Klimawandel mit der stetig steigenden Temperaturkurve geholfen, die stetig sinkende Umsatzkurve zu drehen, jedenfalls fast. Im Juni hat die Branche in Deutschland erstmals seit Langem wieder ein Umsatzplus im Vorjahresvergleich verzeichnet – wegen der Hitze. Der Run auf Klimageräte, Ventilatoren und Bewässerungstechnik brachte ein Wachstum der Gesamtumsätze von 5,8 Prozent mit sich.
Das hatte zur Folge, dass die Baumärkte in Deutschland ihre Umsatzsituation im zweiten Quartal insgesamt gegenüber den ersten Monaten des Jahres klar verbessert haben: Mit einem Quartalsumsatz von 6,46 Mrd. Euro sind die Gesamtumsätze noch minimal – um 0,1 Prozent – unter dem Niveau des Vorjahresquartals geblieben; auf gleicher Fläche sind sie allerdings um 0,8 Prozent gestiegen.
Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich ebenfalls noch ein leichter Rückstand um 0,4 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2025. Flächenbereinigt lagen die Umsätze in Höhe von 10,99 Mrd. Euro jedoch schon um 0,3 Prozent im Plus.
Allerdings: Auch im ersten Halbjahr 2026 verlieren klassische Baumarktsortimente nochmals an Boden. Am spürbarsten verlieren Fliesen (-8,3 Prozent), gefolgt von Gartenmöbeln (-7,0 Prozent) und Eisenwaren/Sicherungstechnik (-6,8 Prozent).
Einen Ausreißer nach oben bildet das Segment Technik/Büro/Unterhaltung mit einem Plus von 29,0 Prozent: Hier finden sich die bereits erwähnten Klimageräte und Ventilatoren. Auch das Segment Freizeit/Saisonwaren (mit Pools, Planschbecken, Strandzubehör etc.) kletterte um 6,9 Prozent. Ebenfalls stark gewachsen ist das Segment Automotive (6,8 Prozent).
In Österreich verlief die Entwicklung ähnlich. Hier bleibt der Halbjahresumsatz der Baumärkte in Höhe von 1,63 Mrd. Euro exakt (0,0 Prozent) auf Vorjahresniveau. Dabei gab es allerdings im zweiten Quartal mit einem Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025 einen leichten Rückgang auf 1,0 Mrd. Euro.
Auf Sortimentsebene springt auch in Österreich der Umsatz des Sortiments Technik/Büro/Unterhaltung um 18,6 Prozent nach oben, gefolgt von Automotive (+9,4 Prozent) und Gartengeräte/Be- und Entwässerung (+8,2 Prozent). Größere Rückgänge verzeichnen Elektro (-6,8 Prozent), Fliesen (-6,7 Prozent) und Gartenmöbel (-6,0 Prozent).
Auch die Schweizer Baumärkte sind im zweiten Quartal mit ihren Umsätzen knapp unter dem…












