Die Menschen wollen Natur und mehr Rückzugsorte, zeigen aktuelle Studien. 
Die Menschen wollen Natur und mehr Rückzugsorte, zeigen aktuelle Studien. 

IPM-Gartenstudie

Grün geht unter die Haut

Eine neue Studie zeigt: Die Menschen wollen mehr Flucht aus dem Alltag. Hier kann der Gartenhandel ansetzen. 

Das Markt- und Medienforschungsinstitut Rheingold führt regelmäßig tiefenpsychologische Gespräche mit Testpersonen der deutschen Gesellschaft durch. Dabei kam in einer aktuellen Studie als eindeutiger Befund heraus, dass sich die Menschen in den aktuellen Zeiten von vermeintlich nicht zu beherrschenden Krisen mit Ohnmachtsgefühl noch mehr ins Private zurückziehen als noch vor zwei Jahren. In der Studie geben 93 Prozent der Befragten an, sich ihr Zuhause als sicheren Rückzugsort zu gestalten. 86 Prozent fokussieren sich auf ihre Hobbys und Freizeitaktivitäten. Der Studienautor spricht von einer „Wagenburgmentalität“, bei dem sich die Kunden vor allem in den eigenen vier Wänden und – interessanterweise – beim Einkaufen wohl fühlen. Zwei Beobachtungen, die grundsätzlich förderlich zum Absatz von Blumen und Pflanzen beitragen. Denn in dieser Stimmungslage biete der Gartenbau mit seinen zahlreichen Produkten genau die passenden Lösungen und „legale Stimmungsaufheller“ für das eigene Wohlbefinden, befinden die Verantwortlichen der IPM Essen, die im Rahmen der Messe über die Studie informiert haben.

Weitere Studien zeigen, dass Verbraucher sich immer mehr Auszeiten vom Alltag wünschen. Vor diesem Hintergrund werde es für den grünen Handel immer wichtiger, entsprechende Räume zu gestalten und anzubieten. Gerade über Mitarbeiter im Verkauf könnten Begegnungsräume geschaffen werden, in denen sich Kunden wertgeschätzt fühlen.

(Quelle: Dähne Verlag, Gangl)

Vor dem Hintergrund der zunehmenden „Wagenburgmentalität“ ist es auch nicht verwunderlich, dass laut Stihl-Gartenbarometer 2025 die meisten Gartenbesitzer ihren Garten als Freude empfinden und als Ort, an dem sie sich mit der Natur verbunden fühlen. 84 Prozent der Befragten gaben an, den Garten als Ort der Entspannung und Erholung wahrzunehmen, an dem sie gerne Zeit verbringen.

Das Verkaufspersonal in Gartencentern und Endverkaufsbaumschulen bestätige, dass die Verbraucher den eigenen Garten und Balkon immer mehr als ihren persönlichen Rückzugsort deklarieren, heißt es weiter von Messe-Seite. Dabei beschäftigen sie sich, wie es in den letzten Jahren schon zu beobachten war, immer mehr mit der Selbstversorgung und dem Anbau von eigenem Obst und Gemüse. Bei der Pflanzenauswahl wird zunehmend auf Klimatoleranz und Nachhaltigkeit geachtet. Pflanzen, die Hitze, Trockenheit sowie Starkregen trotzen, werden bevorzugt und Pflanzen, die die Artenvielfalt fördern und insektenfreundlich sind, etablieren sich immer mehr.

Die Wissenschaft bestätigt somit also, was Branchenteilnehmer schon wussten: Grün geht unter die Haut. Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Zentralverbandes Gartenbau, bringt es in ihrem Fazit auf den Punkt: „Der Gartenbau ist ein Zukunftshandwerk – wir gestalten Lebensräume und schaffen Lebensqualität.“

Der hier zitierte Marktbericht wurde im Auftrag der Messe Essen zur IPM Essen 2026 von Andreas Löbke, Co-Concept, erstellt.

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