Zu guter Letzt

Eine Kollegin vom Spiegel hat sich mit einer Psychiaterin und einem Literatur- und Kulturwissenschaftler im Baumarkt getroffen, um „zwischen Jägerzäunen und Mauersteinen“ zu eruieren, wie man lernen kann, Grenzen zu setzen. „Denn der Baumarkt ist der Ort, an dem sich der moderne Mensch das Material kauft, das er für seine Grenzziehung braucht.“ Es gehe „um die Lorbeerhecken der Seele“, „um innere Bunker und Fehlalarm beim metaphorischen Einbruchschutz“. Nicht nur die Warenwelt des DIY-Handels – beim Spiegel ist man „überwältigt von diesem Ort, an dem die Welt in ihre Einzelteile zerlegt“ sei – gibt Anschauungsmaterial für Grenzen aller Art ab, sondern auch die Ladeneinrichtung. Die „Doppelschranke als Eintrittspforte“ symbolisiere die selektive Durchlässigkeit: Rein darf jeder, aber hinaus dürfen „nur diejenigen, die ihre Zahlungskraft für Latten und Dübel bewiesen haben“. Der offensichtlich nicht als Satire gemeinte Text gibt der Zu-guter-Letzt-Redaktion zu denken: Hat sie die Frage, wie man den Baumarkt psychologisch und kulturwissenschaftlich zu lesen hätte, sträflich ignoriert? Vielleicht sollte sie nachziehen und ein Gegengutachten beim hauseigenen Theologen in Auftrag geben. Den gibt es nicht? Wer seinen Namen weiß und als Erstes anruft, bekommt für ein Jahr ein kostenloses diy-Abo: 0049/7243/575-207

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