Nachbericht

Kontinuität im Juni

Weniger Besucher und Aussteller, aber dennoch ein positives Resümee zur Spoga+Gafa 2026. Große Diskussionen gab es um den künftigen Termin. 

„Die Stimmung war auf der Spoga+Gafa gut, die Stimmung ist auch immer noch gut. Wir kriegen immer noch ziemlich positives Feedback zur Messe.“ Mit diesen Worten fasste Messedirektorin Claudia Maurer die diesjährige Ausgabe der Spoga+Gafa zusammen. Insgesamt haben rund 23.500 Fachbesucher aus 112 Ländern die diesjährige Ausgabe der Spoga+Gafa besucht, um sich bei rund 1.350 Ausstellern aus 50 Ländern über Produktneuheiten und Branchentrends zu informieren – damit sind sowohl die Besucher- als auch die Ausstellerzahlen erneut gesunken (2025: rund 26.000 Besucher, rund 1.600 Aussteller). Zu den wichtigsten Besucherländern zählten nach Deutschland unter anderem Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande und Polen.

Rund 23.500 Besucher hat die Spoga+Gafa 2026 in die Kölner Messehallen gelockt.
Rund 23.500 Besucher hat die Spoga+Gafa 2026 in die Kölner Messehallen gelockt. (Quelle: Dähne Verlag, Götz)

Insgesamt sind die Messemacher dennoch zufrieden mit der diesjährigen Ausgabe, die Rückmeldung von Ausstellern, Handel und internationalen Partnern sei positiv gewesen: „Das Publikum war das richtige, die Qualität der Besucher war wirklich hoch. Das liegt auch daran, dass die neue Customer Journey besser funktioniert hat und die Einkäuferinnen und Einkäufer ihre richtigen Ansprechpartner gefunden haben“, resümierte Claudia Maurer im Anschluss an die Messe im Gespräch mit dem diy-Fachmagazin. Auch verspricht sie weitere Verbesserungen: „Wir werden unter anderem auch das Besuchermanagement, das wir dieses Jahr erstmalig hatten, weiter mitnehmen und ausbauen, um künftig noch mehr qualitativ hochwertige Besucher auf die Messe zu bekommen. Und wir schauen uns natürlich verschiedene Konzepte an, wie wir Aussteller und Einkäufer künftig noch besser verknüpfen können.“

Gleichzeitig habe sich aber in vielen Gesprächen mit Ausstellern gezeigt, dass sich Marktbedingungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den vergangenen Monaten durch anhaltende globale Konflikte und international gestörte Lieferketten spürbar verändert haben. Die Spoga+Gafa bleibt daher im Juni, künftig auch immer von Dienstag bis Donnerstag und etwas früher im Monat – das hat die Koelnmesse eine Woche nach der Veranstaltung bekannt gegeben. Die Ausgabe 2027 kehrt somit nicht zum September-Termin zurück – und der größte Faktor der Unsicherheit, der viele Gespräche auf der diesjährigen Messe geprägt hatte, wurde aus dem Weg geräumt. Damit wurde auch den Forderungen zahlreicher Aussteller, Verbands- und Handelspartner sowie Branchenvertreter Rechnung getragen. Ziel sei es, der Branche auch künftig einen stabilen, international etablierten Termin mit hoher Planungssicherheit zu bieten – das hatte nicht zuletzt Obi-CCO und BHB-Vorstandsmitglied ­Jochen Ludwig auf dem BHB Garden-Summit am zweiten Messetag gefordert (siehe separaten Bericht im Gartenressort).

Diese Entscheidung begrüßen nicht zuletzt die Verbände: „Die Rückmeldungen unserer Mitgliedsunternehmen und zahlreicher weiterer Marktteilnehmer während der Spoga+Gafa waren eindeutig: Für einen Großteil der Unternehmen der Grünen Branche ist der Termin im Juni unter den aktuellen Rahmenbedingungen die richtige Wahl“, betonte Anna Hackstein, Geschäftsführerin des Industrieverbands Garten (IVG). „Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Koelnmesse diese Stimmen ernst genommen, den intensiven Dialog mit der Branche gesucht und die notwendige Flexibilität bewiesen hat.“

„Für unsere Mitgliedsbetriebe ist diese Klarheit ein starkes Signal“, betont auch Thomas Buchenau, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Garten-Center (VDG). „Der Juni-Termin passt zu den Order- und Vororderzeiten vieler Sortimente – und damit zu genau den Planungsrhythmen, die im Gartencenter über erfolgreiche Saisonverläufe entscheiden.“ Gerade in einer Phase, in der Lieferketten, Beschaffungswege und Marktbedingungen weiterhin unter Druck stünden, seien stabile Zeitfenster kein Detail, sondern ein echter Wettbewerbsfaktor.

Neue Aufteilung, neue Konzepte

Unter dem Titel „growing forward“ – der auch in Zukunft beibehalten wird – hat sich die Spoga+Gafa 2026 erstmalig mit seiner veränderten Hallenstruktur präsentiert. Weniger, dafür vollere Hallen, mit neuer und klarerer Sortierung und dadurch auch kürzere Laufwege, sind die Zielsetzung der Änderungen.

Auch bereits bewährte Konzepte aus dem Rahmenprogramm wurden weiterentwickelt und durch neue Formate ergänzt: POS-Inspiration gab es insbesondere auf der Sonderfläche „Outdoor Adventure“ sowie in der Sonderschau „Grow Anywhere“, die anhand realitätsnaher Wohnsituationen vom Micro-Balkon bis zur großzügigen Terrasse aufzeigen sollte, wie sich urbane Außenflächen attraktiv gestalten lassen.  

Auch die Sonderfläche „Outdoor Adventure“ bot Inspiration für verschiedene POS-Präsentationen. 
Auch die Sonderfläche „Outdoor Adventure“ bot Inspiration für verschiedene POS-Präsentationen.  (Quelle: Dähne Verlag, Strnad)
(Quelle: Dähne Verlag, Götz)
Digitale Lösungen, Retail-Konzepte und Zukunftsthemen standen auf dem Programm der „Digital Garden Stage“.
Digitale Lösungen, Retail-Konzepte und Zukunftsthemen standen auf dem Programm der „Digital Garden Stage“. (Quelle: Dähne Verlag, Götz)
Anhand verschiedener Wohnsituationen wurde gezeigt, wie sich urbane Räume gestalten lassen.
Anhand verschiedener Wohnsituationen wurde gezeigt, wie sich urbane Räume gestalten lassen. (Quelle: Dähne Verlag, Strnad)

Auf der „Digital Garden Stage“ standen digitale Lösungen, Retail-Konzepte und Zukunftsthemen im Fokus. Auch im BBQ-Bereich setzte die Messe neue Akzente: Formate wie der „Flavour Market“, die „Pitmaster Stage“ sowie die Außenfläche „Pit & Pitch“ griffen Trends rund um Outdoor Cooking und Food auf. Der „Garden Sourcing Hub“ erleichterte zudem über alle Themenwelten hinweg die Orientierung im internationalen Beschaffungsumfeld für große Volumina. Ergänzt wurde das Rahmenprogramm durch weitere Vorträge, Panels und Guided Tours. Großen Anklang fanden auch die zahlreichen Networking-Formate, so beispielsweise die VDG Happy Hour am ersten Messetag oder die gemeinsame Gartenparty von BHB und IVG am zweiten Messeabend – ebenfalls eine Neuerung, bisher hatten die Verbände getrennte Veranstaltungen durchgeführt. Eine Verschiebung des BHB Garden-Summit auf den zweiten Messetag hatte die Zusammenarbeit für das Abendformat möglich gemacht.

Internationaler Handel gut vertreten

Sehr zur Freude des Verantwortlichen hat die Spoga+Gafa 2026 erneut zahlreiche nationale und internationale Handelsunternehmen nach Köln gelockt. Dazu gehörten unter anderem Action, Aldi, Amazon, BBQ Land, B&Q, British Garden Centres, Bunnings, Carrefour, Costco, Dehner, Dobbies Garden Centres, Eurobaustoff, Europa Möbel Verbund, Globus Baumarkt, Grillfürst, Home24, Hornbach, Intratuin, Jumbo, Kesko, Kingfisher, Lidl, Lowe’s, Metro Cash & Carry, Maxeda, Mr. Bricolage, Obi, Rewe, Toom, Walmart, Wayfair, Wickes, XXXLutz und ZEB Zentraleinkauf Baubedarf.

Gleichzeitig waren aber auch einige größere Namen der Messe ferngeblieben, sowohl auf Handels- als auch auf Ausstellerseite. Um das in Zukunft wieder zu ändern, gehe es aber nicht um die „Henne oder Ei“-Frage, wer wie zuerst reagieren müsse. „Das ist ein Zusammenspiel zwischen uns allen zusammen – Verbände, Aussteller, Händler und Messemacher“, so Claudia Maurer. Dementsprechend werde man die Zusammenarbeit mit den Verbänden noch ausweiten und dahingehend bis zur nächsten Ausgabe nachschärfen.

Die nächste Spoga+Gafa findet von Dienstag bis Donnerstag, 15. bis 17. Juni 2027, in Köln statt.

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