Stauraum ist ein großes Thema, nicht erst seit diesem Jahr. Fackelmann bietet hier zahlreiche Lösungen, beispielsweise bei der Serie Vita.
Stauraum ist ein großes Thema, nicht erst seit diesem Jahr. Fackelmann bietet hier zahlreiche Lösungen, beispielsweise bei der Serie Vita.

Fackelmann | Langfassung

Blick fürs Detail

Mit kleinen Features bei seinen Badmöbeln will sich Fackelmann von der Masse abheben. Und ebenso mit großen: Made in Germany und eine Lieferung innerhalb von zehn Werktagen kann nicht jeder Hersteller bieten. 

Die Prognosen für den Baumarkthandel sehen – trotz weiterhin zurückhaltenden Kundinnen und Kunden – gar nicht mal so schlecht aus. Das trifft zumindest dann zu, wenn man sich die leichten Anstiege bei den Baugenehmigungen ansieht. Was wiederum Volker Skuras, der als Geschäftsführer die Badmöbelsparte bei Fackelmann verantwortet, zu vorsichtigem Optimismus verleitet: „Jeder, der ein neues Haus baut, braucht ein Bad.“ Nach Umsatzrückgängen durch den Konjunktureinbruch bei höherwertigen Gütern und einer abnehmenden Frequenz in den Baumärkten sei die Stimmung „gar nicht schlecht“. „Wenn die Zusammenarbeit mit dem Handel stimmt, sind Chancen da“, findet er. Gleichzeitig herrsche aber noch viel Verunsicherung bei den Deutschen.

Entgegen dieser Unsicherheit positioniert sich Fackelmann Bad als verlässlicher Partner von Handel und Endkunden: Fokus und Alleinstellungsmerkmal sind das Siegel „Made in Germany“ durch die Fertigung am Unternehmensstandort in Hersbruck sowie die garantierte Zehn-Tages-Lieferung. Darauf ist man hier besonders stolz und verwendet einen großen Aufwand darauf, diesen Service auch weiterhin anzubieten.

Denn um so flexibel auf Bestellungen reagieren zu können, braucht es effiziente Prozesse und viel Platz. In der Fertigung sparen verzahnte Handgriffe Zeit ein – an einer Station werden etwa die Spiegelelemente montiert, verkabelt und zertifiziert, an einer anderen werden die Spiegelschränke zusammengebaut, geprüft und verpackt. Wo möglich und sinnvoll, wird automatisiert. Innerhalb einer kompletten Fertigungslinie wird das Plattenmaterial nach Bedarf automatisch zersägt, die Beschichtung und Verklebung der Kanten laufen teilautomatisiert ab. Am Ende stapelt die Maschinenstraße automatisch Paletten mit Möbelhalbteilen übereinander. Auch der Schichtbetrieb trägt dazu bei, die kurze Lieferzeit zu gewährleisten.

Im Werk am Stammsitz setzt das Unternehmen auf effiziente Prozesse und wo möglich und sinnvoll, auf Automatisierung. 
Im Werk am Stammsitz setzt das Unternehmen auf effiziente Prozesse und wo möglich und sinnvoll, auf Automatisierung.  (Quelle: Dähne Verlag, Rinn)

„Wir haben alles auf Lager“, betont Skuras, merkt aber auch an: „Das hat den Nachteil, dass man keine 100 verschiedenen Farben und Dekore anbieten kann.“ Man setze auf schnelldrehende Ware. „Wir wollen Artikel, die Menge machen“, sagt der Marketingleiter. Ebenso müsse man von Zeit zu Zeit das Lager aufräumen und einige Möbel und Accessoires in das Schnäppchenlager unweit des Unternehmensstandorts bringen. Neben dem Restposten-Store gibt es in Hersbruck auch die Fackelmann-Welt, ein Fachgeschäft, das alle Produkte der Unternehmensgruppe gebündelt präsentiert. „Dadurch haben wir das Ohr am Endkunden und erfahren aus erster Hand von Trends und Produkterfahrungen“, erläutert Marketingleiter Robert van Loosen. Teilweise kämen dort ganze Busse an, berichtet er.

Angesagt sind den Badexperten zufolge aktuell etwa sanfte Farben wie Grau-Beige (Greige) und Kashmir. Schwarz ist weiterhin zu finden, wenn auch eher punktuell. Hinzu kommen Metallictöne wie Gold und Bronze. Auch Salbeigrün ist im Kommen. „Jahrzehntelang waren Badmöbel weiß, dann folgte Anthrazit, dann Holz-Optiken“, erinnert sich Skuras. Holz sei immer noch beliebt. Der Trend zu Akustikpaneelen hält auch im Bad Einzug und wird in den Möbeldekoren aufgegriffen. Geschwungene Formen und Marmoroptiken lassen die Schränke wertiger wirken. Auch Rillenstrukturen sehe man häufig. 

Für Kundinnen und Kunden aus dem Handel befinden sich Ausstellungs- und Planungsflächen in den Showrooms am Unternehmenssitz. Hier findet sich genügend Platz für Renner-Penner-Analysen, für Updates zu Neuheiten, für die gemeinsame Planung von POS-Präsentationen und Kampagnen und auch, um die angebotenen Badmöbelprogramme an die jeweiligen Kundenbedürfnisse anzupassen. Dafür können sich die Besucherinnen und Besucher von den verschiedenen Marken inspirieren lassen.

Denn, was vielleicht nicht jedem bekannt ist: Neben Fackelmann Bad bedient die Unternehmensgruppe noch andere Badmöbelsegmente – die preisgünstigere Marke Badmobil, die Eigenmarken und die Fachhandelssparte Lanzet. Die Strategie heißt hier „So getrennt wie nötig, so einheitlich wie möglich.“

Die Unterschiede liegen im Detail. Man sieht sie oft nur bei genauerem Hinsehen. Da fallen etwa die doppelten Spiegeltüren, die Metallzarge oder das ringförmige, blendfreie und dimmbare Lichtband bei den Lanzet-Produkten auf. Ob die Rillen in die Dekorplatten gefräst wurden oder hier eine Effektfolie aufgeklebt wurde, erkennt, wer näher herantritt und den Schrank berührt. Schubladenbeleuchtung sorgt bei Lanzet dafür, dass das Dekor besser zur Geltung kommt. Mit der sogenannten Sidewing – einer schwenkbaren Beleuchtung am Spiegelschrank – richtet sich die Fachhandelsmarke an Kundinnen und Kunden mit besonderem Komfortanspruch im Bad.

„Stauraum ist ein Riesenthema“, weiß der Badfachmann. Aus diesem Grund startet Fackelmann Bad aktuell, im Frühjahr 2026, eine Verkaufsaktion mit bewährten und neuen Produkten zu diesem Thema, zum Beispiel mit Waschmaschinenschränken. 

Auf zwei Etagen präsentiert Fackelmann Brands die Neuheiten bei  seinen Badmöbelmarken. So besticht etwa die Lanzet-Serie Dune durch eine Wellenoptik mit gefrästen Holzoberflächen und dem beleuchteten Unterschrank.
Auf zwei Etagen präsentiert Fackelmann Brands die Neuheiten bei  seinen Badmöbelmarken. So besticht etwa die Lanzet-Serie Dune durch eine Wellenoptik mit gefrästen Holzoberflächen und dem beleuchteten Unterschrank. (Quelle: Dähne Verlag, Rinn)
Doppelte Spiegeltür bei Lanzet: Kleinigkeiten machen bei den Fackelmann-Marken den Unterschied. 
Doppelte Spiegeltür bei Lanzet: Kleinigkeiten machen bei den Fackelmann-Marken den Unterschied.  (Quelle: Dähne Verlag, Rinn)
Die Verpackung der Fackelmann-Badaccessoires wurde von Blister auf Karton umgestellt. 
Die Verpackung der Fackelmann-Badaccessoires wurde von Blister auf Karton umgestellt.  (Quelle: Dähne Verlag, Rinn)
Badmöbel und -accessoires der Fackelmann-Marken zeichnen sich durch raffinierte Details aus, etwa eine Magnet-Klebeleiste für Spiegelschränke.
Badmöbel und -accessoires der Fackelmann-Marken zeichnen sich durch raffinierte Details aus, etwa eine Magnet-Klebeleiste für Spiegelschränke. (Quelle: Fackelmann)

„Es sind die Kleinigkeiten“ – damit meint van Loosen nicht nur die Unterschiede zwischen den verschiedenen Badmarken, sondern auch die durchdachten Details, mit denen man sich von der Masse abheben will. „Wir lassen uns immer wieder etwas Neues einfallen.“ Ein Beispiel ist die kleine Ablage auf der Steckdosenleiste im Spiegelschrank, in der sich etwa Schmuck verstauen lässt. Hierfür hat die Bad-Sparte auf die Kunststofffertigung der Haushaltssparte zugegriffen, ebenso beispielsweise bei den Halterungen für die Frontmontage oder den Siphon. Dadurch mache man sich unabhängiger von Lieferanten, die aufgrund der aktuell schwierigen Konjunktur vermehrt wegbrechen, merkt Skuras an.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den einzelnen Badmarken: Lanzet bietet ein breiteres, vielfältig kombinierbares Sortiment. Hier wird vieles auf Maß gefertigt und es gibt auch einen 3D-Badplanungsservice. Die Fachhandelsmarke wird – ebenso wie Fackelmann Bad – in Deutschland gefertigt. Bei Badmobil setzt man auf ein Mischkonzept mit Werken in Polen und Deutschland. Diese Ware wird ausschließlich zerlegt geliefert. Bei Fackelmann Bad kann der Kunde zwischen zerlegten und vormontierten Möbeln wählen, Lanzet Programme sind immer bereits vormontiert.

Während Fackelmann Bad eher auf zeitlose Möbel setzt, versucht man bei Lanzet zusätzlich, jeden Trend anzubieten. Gleichzeitig ist vieles wertiger, wie Auszüge und Griffe, und hier finden sich andere Schließmechaniken, etwa push-to-open. Bei beiden Marken wird stets Wert darauf gelegt, mit austauschbaren Lichtquellen bei der LED-Beleuchtung zu arbeiten – Stichwort Nachhaltigkeit. Badmobil kommt jung und modern daher, ist technisch sowie bei der Auswahl etwas abgespeckt. „Die Features sind bei Badmobil anders umgesetzt“, erläutert der Marketingexperte.

Trends würden oft erst einmal im Kleinen ausprobiert, weiß Skuras, etwa im Gästebad. „Hier kann man mehr experimentieren.“ Man habe viel Frequenz auf dem Gästebad und es deshalb in den vergangenen Jahren immer weiter erweitert. Bei Fackelmann wurde das System sogar ganz neu aufgesetzt. Während es zuvor jeweils Ausführungen für ein großes Bad und ein passendes Gästebad mit dem Programm-Design gab, wurden nun rund 20 Dekore rein für das Gästebad entwickelt, mit unterschiedlichen Breiten und Längen, Glas- oder Keramikwaschbecken. Alles ist vormontiert lieferbar.

Neu gelauncht wurden auch die Badaccessoires von Fackelmann home. Sie sind jetzt im monostoffigen Karton statt im Blister verpackt. Die Produkte werden direkt bei den Badmöbeln im Seitenbehang präsentiert, ebenso zum Beispiel auch die farblich passenden Abfallsammler. Der Anbieter verspricht sich von dieser kombinierten POS-Präsentation Zusatzverkäufe.

Die Prototypen der individuellen Verkaufskojen für Fackelmann Bad werden im sogenannten Boxenbau entwickelt und von dort an den Handel ausgeliefert. Denn in der Regel bestellt der Endkunde seine Badausstattung beim Handel. Die dafür benötigten Produkt-Informationen findet er auf einem Plakat in der Badausstellung – samt eines QR-Codes, der zu einem Konfigurator führt. Höherpreisige Produkte sind in 3 m Höhe am Regal angebracht.

Einen Verkauf rein über Onlinekanäle kann sich Skuras nicht vorstellen: „Auch langfristig gesehen braucht es den Handel. Wer ein Bad plant, der legt Wert auf Haptik.“ Und die gibt es nur im Baumarkt.

Effizient – von Beginn an

Die Geschichte der Badmöbelproduktion bei Fackemann Brands entstand aus dem Haushaltswarenbereich heraus: Die beschichteten Schneidebretter aus Holz wurden früher auf einer großen Holzsäge hergestellt, die jedoch oft stillstand. Um sie besser auszulasten, begann man, erste kleine Waschbeckenunterschränke und Regale zu fertigen. Die kamen so gut an, dass Fackelmann die Fertigung ausweitete. 1964 startete die Badmöbelproduktion offiziell.

Lanzet ist 1868 aus einer kleinen Schreinerei entstanden und wurde 2008 von Fackelmann Brands übernommen. Badmobil gehört seit vielen Jahren zum Markenportfolio, wurde eine Zeit lang brach liegen lassen und seit 2018 mit der Neugründung der Badmobil GmbH wieder stärker in den Fokus genommen.

Dies ist die Langversion des Beitrags aus der Printausgabe diy 1-2/2026.

Zur Startseite
Mehr zum Thema
Lesen Sie auch