E-Commerce steigt auf 3,6 Mrd. €

07.11.2003

Klassische Versender werden in Deutschland bevorzugt; Anteil des Weihnachtsgeschäfts wird auf rund 40 Prozent geschätzt

Der E-Commerce in Deutschland ohne digitale Dienste und Reisebuchungen wird 2003 ein Umsatzvolumen von 3,6 Mrd. € erreichen. Das gab der Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) am 6. November während des Deutschen Versandhandelskongresses in Wiesbaden bekannt. Mit dieser Steigerung hat sich der E-Commerce-Umsatz gegenüber dem Jahr 2000 mehr als verdreifacht. 2002 wurden im Internet 2,7 Mrd. € umgesetzt. Für 2003 bedeutet das eine Steigerung um 34 Prozent. Gemessen am gesamten Versandhandelsumsatz von gut 21,3 Mrd. € ist der durch Online-Shops getätigte Umsatz auf 17 Prozent geklettert. Am gesamten deutschen Einzelhandelsumsatz von 365 Mrd. € hält der Bereich E-Commerce inzwischen immerhin einen Anteil von einem Prozent.
"Neben Amazon.de und einigen anderen pure playern haben sich vor allem die vormals reinen Katalog-Versender als die Top-Adressen im Internet etabliert", erklärte Rolf Schäfer, Präsident des bvh. Sieben von zehn Plätzen der größten deutschen Online-Händler nehmen die klassischen Versandhändler ein. Die Top Ten entsprechend der Allensbacher Computer- und Technikanalyse ACTA 2003 lauten in der Reihenfolge: Amazon.de, otto.de, tchibo.de, quelle.de, weltbild.de, bol.de, neckermann.de, conrad.de, buch.de und heine.de.
Der Vorteil der klassischen Versender liegt in hohem Maße in ihrem Vertrauensvorsprung. Der Konsument kennt sie und weiß, dass Zahlung, Lieferung und Leistung korrekt abgewickelt werden. "Immer mehr Versender erreichen nicht zuletzt deshalb E-Commerce-Umsätze von über 15 Prozent Ihres Gesamtumsatzes", so Schäfer. Bei Spezialanbietern mit internetaffinen Produkten wie Technik, Outdoor oder Unterhaltungselektronik kann dieser Anteil sogar schnell auf 50 Prozent oder mehr klettern.
Die bvh-Mitgliedsunternehmen rechnen damit, dass ihr Online-Anteil am Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr bei knapp 40 Prozent liegen wird. Bei dem voraussichtlichen Weihnachtsgeschäft von gut vier Mrd. € wird der Wert der Online-Geschenke 1,6 Mrd. € erreichen. Insgesamt erwartet die Versandhandelsbranche, die sechs Prozent am gesamten deutschen Einzelhandel hält, für das Gesamtjahr 2003 ein Umsatzplus von bis zu einem Prozent.
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