Weitere Marktkonsolidierung erwartet

11.06.2007
Praktiker-Hauptversammlung in Saarbrücken; Auslandsexpansion soll forciert werden

Der Vorstandsvorsitzende der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG, Wolfgang Werner, rechnet nach der Integration von Max Bahr in den Praktiker-Konzern und der Übernahme der Marktkauf-Baumärkte durch Rewe mit einer weiter fortschreitenden Konsolidierung in der deutschen Baumarktbranche. Diese Entwicklung sei zu begrüßen, sagte Werner auf der Hauptversammlung des Unternehmens am 11. Juni in Saarbrücken, "denn damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die vorhandenen Überkapazitäten abgebaut und über Effizienzgewinne die Margen auskömmlicher werden". Eine forcierte Konsolidierung würde also allen Beteiligten im Markt gut tun. "Wenn sich die Chance bietet, können wir jederzeit ein Wörtchen mitreden. Wir haben die finanziellen Möglichkeiten und das Know-how für weitere Übernahmen", so der Praktiker-Vorstandsvorsitzende vor den rund 200 anwesenden Aktionären.
Im Blick auf das boomende Auslandsgeschäft kündigte Werner eine Expansion "auf breiter Front" an. In den nächsten Jahren werde nicht nur in den jüngsten osteuropäischen Ländern Bulgarien und Rumänien investiert, sondern auch in den Ländern, in denen zuletzt eine Atempause eingelegt worden sei. Allein in diesem Jahr sei die Eröffnung von 15 bis 20 neuen Standorten in sieben Ländern geplant, darunter ein erster Baumarkt in der Ukraine. Die Ukraine markiere aber keineswegs das Ende der Auslandsexpansion. Der Markteintritt in Russland sei vorerst zurückgestellt, aber nicht ad acta gelegt worden. Andere Optionen würden derzeit geprüft. "Europa hat noch viele Zielmärkte", meinte Werner, "die für Praktiker interessant sein könnten". Das Auslandsgeschäft, das 2006 rund 28 Prozent des Umsatzes und knapp die Hälfte des operativen Gewinns der Praktiker Gruppe erwirtschaftet habe, sei ein "Wachstumsmotor" und eine tragende Säule des Erfolgs von Praktiker. Dies habe sich auch im bisherigen Verlauf des Jahres 2007 bestätigt. Es verringere insoweit auch die Abhängigkeit des Unternehmens vom Marktgeschehen in Deutschland.
"Wir sind zuversichtlich," so Werner weiter, " dass wir am Ende dieses Geschäftsjahres einen Konzernumsatz von mehr als vier Mrd. € ausweisen können, davon drei Milliarden in Deutschland und erstmals über eine Milliarde im Ausland. Zu diesem Konzernumsatz wird unsere neue Marke Max Bahr in den elf Monaten, in denen sie zu uns gehört, rund 700 Mio. € beitragen. Und natürlich wollen wir auch das operative Ergebnis weiter verbessern und ein EBITA von mindestens 115 Mio. € erreichen".
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