Bernhard Reiter steht seit September 2024 als CEO an der Spitze der 3e AG. Er kennt die österreichischen Verbundgruppe sehr gut, sozusagen aus der anderen Perspektive: Der Niederösterreicher war zuvor ab 2017 Geschäftsführer des 3e-Mitgliedsunternehmens Zadruga in Kärnten und Mitglied des 3e-Aufsichtsrats. Er hat außerdem als Unternehmensberater gearbeitet.
Die 3e AG ist im Baumarktbereich vor allem wegen ihrer Vertriebslinie Lets doit bekannt, die 2018 mit einer umfassenden Überarbeitung von sich Reden gemacht hat. Im Interview mit dem diy-Fachmagazin spricht Reiter darüber, wie dieses Konzept modifiziert wird.
Herr Reiter, wo steht die 3 e AG aktuell mit ihrem Engagement im Einzelhandel?
Bernhard Reiter: Das Jahr 2025 war wie für alle in der DIY-Branche kein einfaches Jahr, und auch wir haben leichte Rückgänge im Umsatz zu verzeichnen gehabt. International sind wir zum Glück weiter gewachsen – das ist unser Wachstumsmarkt. Derzeit haben wir 346 Mitglieder, und alleine international haben wir im vergangenen Jahr zehn dazugewonnen. Das zeigt, dass wir einen entsprechenden Mehrwert bieten können, der über den reinen Einkaufsvorteil hinausgeht.
Worin besteht dieser Mehrwert?
Wir versuchen tagtäglich, einen Nutzen für unsere Mitglieder zu generieren. Wir sind eine Verbundgruppe und eine Aktiengesellschaft, aber genossenschaftlich organisiert. Das heißt, unsere Mitglieder sind auch unsere Eigentümer. Wir müssen uns unseren Mitgliedern permanent neu verkaufen. In den zurückliegenden Monaten haben wir das Feedback von den Mitgliedern bekommen, dass sie Unterstützung brauchen, um profitabler zu werden. Mit den Kenntnissen, die wir im Haus haben, haben wir eine Dienstleistung, ein Produkt entwickelt, das wir Archimedes getauft haben. Mit Archimedes beraten wir unsere Mitglieder dabei, ihr Sortiment, ihre Laufmeterkonzepte so zu gestalten, dass sie ihren Rohertrag steigern können. Das heißt, wir lassen die Erfahrungswerte, die wir mit unseren Mitgliedern gewonnen haben, als Best Practice in ein Berechnungsmodell einfließen, in dem wir auch Mitbewerbsanalysen berücksichtigen. Wir schauen uns die Mitbewerber konkret im Umkreis von 10 Kilometern daraufhin an, welche Laufmeterkonzepte sie haben, geben das in unser Berechnungsmodell ein und erhalten dann einen Laufmetervorschlag für diesen Markt. Nach unseren Erfahrungen lassen sich damit rund 10 Prozent Rohrertragssteigerungen…












