Weg mit Schaden

09.08.2013
Insolvenzverwalter Christopher Seagon will bis Ende Oktober 51 Praktiker-Standorte schließen

Die vom vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon durchgeführte Überprüfung des von den Verantwortlichen aus dem Praktiker-Konzern bereits erarbeitenden Restrukturierungskonzeptes ergab, dass 51 Praktiker-Standorte, darunter drei Extra BauHobby-Märkte, spätestens zum 30. Oktober 2013 abverkauft werden müssen. Diese Märkte erwirtschafteten, so Seagon, seit Längerem deutliche Verluste und belasteten damit die anderen Filialen erheblich. Nach den inzwischen erfolgten Sondierungsgesprächen im Rahmen des vom vorläufigen Insolvenzverwalter initiierten M&A-Prozesses stehe zudem nicht zu erwarten, dass mögliche Investoren, die Interesse an einer Übernahme von Praktiker/Max Bahr im Ganzen oder in Teilen haben, diese Standorte als Praktiker- beziehungsweise Max Bahr-Baumärkte fortführen würden. Den insgesamt etwa 1.500 festangestellten Beschäftigten (zzgl. etwa 1.000 geringfügig Beschäftigte) an diesen 51 Standorten wird derzeit nicht gekündigt. Seagon sieht Chancen, dass Investoren aus anderen Branchen Standorte und Beschäftigte übernehmen. „Diese Märkte haben unter dem Dach von Praktiker oder Max Bahr keine Perspektive. Ein leer verkaufter Markt aber ist insbesondere für potenzielle Investoren anderer Branchen interessanter als ein Markt mit Ware“, sagte Seagon. Entsprechende Interessensbekundungen seien bereits übermittelt worden. Der Abverkauf an den 51 Standorten mit entsprechenden Rabatten beginnt voraussichtlich in der kommenden Woche. Wie es an den weiteren Standorten der Praktiker-Baumärkte weitergeht, würden in den kommenden Wochen weitere Detailprüfungen, die wirtschaftliche Entwicklung an den jeweiligen Standorten und der bereits in der vorigen Woche eingeleitete Investorenprozess zeigen. Hier hätten inzwischen verschiedene strategische und Finanzinvestoren Interesse an einer Übernahme der Praktiker-/Max-Bahr-Gruppe im Ganzen oder in Teilen bekundet. In diesem strukturierten Prozess erhalten ernsthafte Interessenten die Möglichkeit zur Angebotsabgabe auf Basis der durch die Investmentbank Macquarie erteilten Informationen. Erste Interessensbekundungen würden bereits ausgewertet. Mit konkreten Angeboten wird Anfang September 2013 gerechnet. Folgende 51 Standorte sind vom Abverkauf betroffen: Altötting, Arnsberg, Bautzen, Berlin-Wedding, Bielefeld, Bonn, Brandenburg, Bruchsal, Chemnitz (Werner-Seelenbinder-Straße), Darmstadt, Duisburg-Meiderich, Eisenhüttenstadt, Emden, Erfurt, Frankfurt/Oder, Freising, Garbsen, Görlitz, Gosen, Gotha (Gottlieb-Daimler-Straße), Gotha (Langensalzär Straße), Hamburg-Eidelstedt, Hamburg-Wentorf, Heidelberg, Herford, Ingolstadt, Kempten, Köln-Porz, Kulmbach, Kuppenheim, Magdeburg (Saalestraße), Memmingen, Mittweida, Mönchengladbach (Aachener Straße), Mülheim/Ruhr, München Gleisdreieck, Neumünster, Oberjettingen, Oranienburg, Pfarrkirchen, Pforzheim, Plauen, Reutlingen, Riesa, Rüsselsheim, Straubing, Suhl, Weiden, Weißwasser, Würzburg, Zittau.
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