Materialkostensteigerungen belasten die Branche

Möbelindustrie mit Umsatzplus von 4,3 Prozent

Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), berichtete zur wirtschaftlichen Situation der Branche.Bildunterschrift anzeigen
Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), berichtete zur wirtschaftlichen Situation der Branche.
24.08.2021

Im zweiten Jahr in Folge erlebt die deutsche Möbelindustrie coronabedingt einen äußerst volatilen Geschäftsverlauf, wie Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK), berichtet. Von Januar bis Juni 2021 betrugen die Umsätze der deutschen Möbelindustrie rund 8,4 Mrd. Euro – ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Inlandsumsatz entwickelte sich mit plus 1,5 Prozent nur leicht positiv. Dagegen legte der Auslandsumsatz der deutschen Möbelindustrie im ersten Halbjahr 2021 um 10,6 Prozent zu.

Der zweite, mehrmonatige Lockdown seit Mitte Dezember 2020 habe bei den Herstellern zu einer massiven Verschlechterung der Auftragslage geführt. Erste positive Impulse habe es mit Lockerungen im Frühjahr gegeben. Der Nachholbedarf in Sachen Wohnen und Einrichten sei spürbar gewesen, so Kurth, wenn auch nicht so hoch wie nach dem ersten Lockdown 2020. Bei vielen Vormaterialien bestünden jedoch weiterhin erhebliche Engpässe, betont der Verbandsgeschäftsführer. Neben Holzwerkstoffen seien unter anderem Metallkomponenten, Beschläge, elektronische Bauteile, Polsterschäume, Bezugsstoffe und Verpackungsmaterialien knapp. Die Planung von Kapazitäten werde erheblich erschwert, die Kalkulationsbasis verändere sich infolge der Verteuerung der Vorprodukte. Es sei davon auszugehen, dass die höheren Produktionskosten in der Wertschöpfungskette weitergegeben werden müssen, sagt Kurth. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen komme es in einigen Bereichen zu Verlängerungen bei den Lieferzeiten.

Der Verband ist überzeugt, dass das Thema Wohnen nach der Urlaubssaison wieder verstärkt in den Fokus rücken wird. Für die deutsche Möbelindustrie geht der VDM für das Gesamtjahr 2021 von einem Umsatz auf Vorjahresniveau (17,23 Mrd. Euro) aus. Im Vergleich zum Umsatzniveau des Jahres 2019 würde dies einem Rückgang von rund 4 Prozent entsprechen.                  

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