Ifo-Institut

2020 weniger Insolvenzen als erwartet

Die Insolvenzverfahren sind 2020 nur auf 48 Mrd. Euro gestiegen. (Quelle: pixabay/Ratfink1973)
Die Insolvenzverfahren sind 2020 nur auf 48 Mrd. Euro gestiegen. 
10.12.2021

Im Jahr 2020 haben weniger Unternehmen Insolvenz angemeldet als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt das Ifo-Institut. „Laut unseren Schätzungen hätten die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren auf 60 bis 100 Mrd. Euro steigen müssen, wenn man historische Zusammenhänge zwischen Konjunktur und Insolvenzgeschehen fortschreibt. Tatsächlich sind sie 2020 nur auf 48 Mrd. Euro gestiegen, von 34 Mrd. Euro im Jahr 2019“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der Prognosen am Ifo-Institut.

Die Antragspflicht für Insolvenzen war seit 1. März 2020 ausgesetzt. Das habe eine Zunahme der Insolvenzen verhindert. Außerdem werde, so Wollmershäuser, der Einfluss der staatlichen Hilfsmaßnahmen in den Prognosen nicht abgebildet, da diese auf historischen Zusammenhängen beruhten, die Umfang und Ausgestaltung der Maßnahmen nicht berücksichtigen könnten.

Laut Berechnungen des Instituts haben die staatlichen Hilfsmaßnahmen das Insolvenzrisiko im Schnitt um knapp 25 Prozent gesenkt. Der größte Effekt gehe von den staatlichen Zuschüssen für Unternehmen aus, die im Jahr 2020 Coronahilfen im Umfang von über 40 Mrd. Euro auszahlten. Diese hätten den Gewinneinbruch unmittelbar reduziert. Durch das Kurzarbeitergeld und einen stärkeren Rückgang der geringfügig Beschäftigten habe man außerdem weniger Personalkosten gehabt. Auch die steuerlichen Liquiditätshilfen hätten das Insolvenzrisiko reduziert.

Als die Insolvenzantragsplicht im Frühjahr 2021 wieder in Kraft trat, habe das Insolvenzgeschehen zumindest spürbar zugenommen, berichtet das Ifo-Institut. Allein bis August 2021 summierten sich demnach die voraussichtlichen Forderungen aus beantragten Insolvenzverfahren auf 47 Mrd. Euro. Daher gehen die Experten davon aus, dass es 2021 einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr geben werde.

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