Studie „Challenges 2022“

Erst jedes dritte Unternehmen ist gut auf das neue Lieferkettengesetz vorbereitet

Noch zu wenige Unternehmen sehen sich bislang gut auf das neue Lieferkettengesetz vorbereitet, wie eine Studie zeigt.(Quelle: Pexels)
Noch zu wenige Unternehmen sehen sich bislang gut auf das neue Lieferkettengesetz vorbereitet, wie eine Studie zeigt.
16.02.2022

Laut der Studie „Von Nachhaltigkeit bis Digitalisierung: Challenges 2022“ sind erst 35 Prozent der deutschen Unternehmen davon überzeugt, die Pflichten aus dem neuen Lieferkettengesetz pünktlich umsetzen zu können. Insgesamt sei der Handlungsbedarf beim Thema Supply Chain groß, berichtet die Produkt-Innovations-Plattform Aras, die im Dezember 2021 mehr als 130 Eigentümer und Top-Manager deutscher Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 100 Mio. Euro befragt hat. So kämpfen derzeit drei von vier Unternehmen mit erheblichen Lieferengpässen.

„Ob durch die Corona-Pandemie oder ein im Suezkanal havariertes Containerschiff: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie anfällig die Lieferketten im Welthandel für unvorhergesehene Ereignisse sind“, sagt Andreas Müller, Senior Vice President bei Aras. Lange Lieferzeiten, Engpässe und steigende Rohstoffpreise hätten das Problembewusstsein in vielen Unternehmen geschärft. Drei Viertel der Befragten halten die Anforderungen an die Supply Chain für eine der wichtigsten Herausforderungen in diesem Jahr, insbesondere auch im Hinblick auf das Lieferkettengesetz.

„Jahrelang waren die weltweiten Beschaffungswege auf Effizienz getrimmt. Beim Durchleuchten der Supply Chain erkennen viele Unternehmen jetzt, dass sie mit Blick auf Resilienz und Nachhaltigkeit hinterfragt werden müssen“, so Müller weiter. Die Hälfte der Unternehmen plane zwar, künftig bei der Auswahl der Produktionsstandorte auf die Nähe zum Absatzmarkt zu achten, jedoch zwinge sie das Lieferkettengesetz, zunächst ihren Sorgfaltspflichten entlang der Supply Chain nachzukommen.

Ab 2023 sollen zunächst Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern sicherstellen, dass ihre internationalen Lieferanten die Menschenrechte beachten, sich an die Arbeitssicherheit halten und Auflagen des Umweltschutzes erfüllen. Ein Jahr später folgen Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern.

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