BHB: 1. Quartal 2022

Baumarktbranche zum Jahresstart immer noch ohne „echte“ Vergleichbarkeit

Der BHB meldet für die deutschen Baumarktbetreiber für das 1. Quartal 2022 ein fettes Umsatzplus, verweist aber auf die Lockdownmaßnahmen des Vorjahres.
Der BHB meldet für die deutschen Baumarktbetreiber für das 1. Quartal 2022 ein fettes Umsatzplus, verweist aber auf die Lockdownmaßnahmen des Vorjahres.
06.05.2022

Der Start der Baumarktbrache ins Jahr 2022 sei zwar fast ein „normaler“, meint der Branchenverband BHB, dass die Zahlen in Deutschland hoch zweistellig zulegten, wohingegen Schweiz und Österreich scheinbar verlören, sei aber immer noch dem direkten Vergleich mit den Werten in unterschiedlichen Lockdownszenarien während der Pandemiephasen geschuldet. Danach legen die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland im ersten Quartal 2022 um +42,2 Prozent zu (auf vergleichbarer Fläche +41,0 Prozent). Die Märkte in Österreich verlieren leicht um -0,9 Prozent, die Schweizer Branche rutscht um -10,8 Prozent ab.

Diese Zahlen müsse man aber, so der BHB weiter, deutlich relativieren: Die deutschen Standorte unterlagen im Startquartal 2021 einer weitgehenden Schließung im Lockdown, der Verband meldete damals Umsatzverluste in Höhe von 21,3 Prozent. Die Märkte in Österreich und der Schweiz konnten durch die dort früher erfolgten Lockdownmaßnahmen dann im selben Zeitraum atypisch stark zulegen, was sich nun aktuell wiederum mit Minuszahlen relativiert.

„Wirkliche Trends kann man aus diesen Zahlen derzeit sicherlich nicht herauslesen“, betont deshalb auch BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst, „auch wenn das Tagesgeschäft derzeit ungestört von pandemischen Effekten verläuft und zumindest die Wetterentwicklung auf ein gutes Saisongeschäft hoffen lässt“. Das Damoklesschwert der Ukraine-Auswirkungen schwebe über allen Prognosen. Die besorgniserregenden Preisentwicklungen in der Warenbeschaffung und die weiterhin gravierenden Produktions- und Lieferkettenprobleme werfen tägliche Probleme und sind in ihrer Wirkung auf die Kunden nicht abzuschätzen. In anderen Konsumbranchen deuten erste Anzeichen darauf hin, dass die Kunden zunehmend abwarten und größere Investitionen zurückstellen.

Wirkliche Trends kann man aus den Zahlen derzeit nicht herauslesen
BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst

Der Blick auf die Sortimente im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: In Deutschland waren im ersten Quartal die Produkte der Warengruppe Automotive (Autozubehör) der Renner (+103,8 Prozent), gefolgt von Haushaltswaren (+88,9 Prozent) und Elektrozubehör (+68,8 Prozent). Ins Minus rutschte übrigens keine Warengruppe. In Österreich punkteten Produkte aus dem Sortiment Sanitär/ Heizung (+15,3 Prozent) und Bauchemie/Baumaterial (+10,6 Prozent). Im Minus: Gartenmöbel (-37,7 Prozent). Letztere lagen auch in der Schweiz am stärksten im Minus (-25,9 Prozent) vor Anstrichmitteln/ Malerzubehör (-22,1 Prozent).

Wenn auch die Rahmenbedingungen für das weitere Jahr 2022 aus heutiger Sicht alles andere als optimal erscheinen, könne, so der BHB, die Branche dennoch mit einer gewissen Zuversicht handeln. Die Branche habe die anhaltenden Herausforderungen im Rahmen der Beschaffung mit hohem Engagement der Experten in den Unternehmen organisiert und so bedrohliche Engpässe entschärfen können.

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