Keine Entspannung in Sicht

Appell der Branchenverbände HHG und IVG

Gestörte Lieferketten, Engpässe bei Rohstoffen und Kostenexplisionen machen Handel und Industrie zu schaffen.(Quelle: Pexels)
Gestörte Lieferketten, Engpässe bei Rohstoffen und Kostenexplisionen machen Handel und Industrie zu schaffen.
26.08.2022

Hinsichtlich der massiven Kostensteigerungen sowie anhaltender Rohstoffengpässe, denen sich Industrie und Handel weiterhin ausgesetzt sehen, fordern der Herstellerverband Haus & Garten (HHG) und der Industrieverband Garten (IVG) alle Marktbeteiligten auf, sich solidarisch den außergewöhnlichen Herausforderungen zu stellen. Darüber hinaus warnen die Verbände wegen der ohnehin angespannten Lage im Markt seit Pandemie und Ukrainekrieg vor deutlichen Engpässen bei der Warenversorgung – insbesondere im ersten Quartal des kommenden Jahres. Mit Blick darauf sei es unabdingbar, dass die Branche partnerschaftliche Lösungen findet. Hierzu gehören auch flexible Lieferbedingungen und auskömmliche Preise, um das wirtschaftliche Bestehen der Hersteller und so eine zuverlässige Versorgung der Konsumenten mit Bau-, Heimwerk- und Gartenbedarfsartikeln über ihre gewohnten Distributionswege zu sichern.

Die Preissteigerungen sind nicht nur bei Erdgas, Erdöl und Strom zu spüren, sondern auch bei vielen Rohstoffen und Rohmaterialien wie Metallprodukten und chemischen Erzeugnissen. Allein im Juni 2022 sind die Erzeugerpreise für Mineralölerzeugnisse im Vergleich zum Vorjahr um 41,8 Prozent gestiegen, die Preise für chemische Erzeugnisse stiegen um 28,5 Prozent, bei Metallen waren es 24,1 Prozent und bei Metallerzeugnissen 15,9 Prozent. Besonders hohe Preissteigerungen gab es mit 100,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, wie das Statistische Bundesamt meldet. Angesichts dieser Entwicklung und der Tatsache, dass bisher kein Ende absehbar ist, sind pragmatische Lösungen und gegenseitiges Verständnis gefordert. „Insbesondere mit Blick auf den Herbst und damit verbundene Unsicherheiten bei der Gasversorgung ist es enorm wichtig, dass die Branche zusammenhält. Egal, ob Zulieferer, Hersteller oder Händler – jetzt ist nicht die richtige Zeit für Muskelspiele“, sagt Anna Hackstein, IVG-Geschäftsführerin. Letztendlich stünde für alle Marktteilnehmer die Wirtschaftlichkeit im Fokus und diese ließe sich langfristig nur sicherstellen, wenn Flexibilität und eine Bereitschaft für außergewöhnliche Maßnahmen mit am Verhandlungstisch säßen. Deshalb appellieren die Verbände an Handel und Industrie gleichermaßen, Kosteneinsparungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu prüfen.

Unterstützung wünschen sie sich darüber hinaus vonseiten der Politik: „Auch wenn unsere Industrie nicht an der Spitze der Prioritätenliste der Gaszufuhr steht, so wäre eine Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen und notwendigen Anpassungen immens wichtig. Es ist davon auszugehen, dass auf die Hersteller zusätzlich zu den aktuellen Belastungen weitere notwendige Investitionen zukommen“, so Norbert Lindemann, HHG Geschäftsführer.

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