Erholung erst ab 2027

VdL meldet 2 Prozent Minus bei DIY-Bautenfarben

Das vergangene Jahr lief für die Branche eher grau als bunt. (Quelle: Dähne Verlag, Strnad)
Das vergangene Jahr lief für die Branche eher grau als bunt. 
13.02.2026

In Deutschland wurden im zurückliegenden Jahr 3,5 Prozent weniger Bautenfarben und Putze verkauft, berichtete VdL-Präsident Dr. Harald Borgholte auf der gestrigen Jahrespressekonferenz des Verbands der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL). Im DIY-Bereich gingen die verkauften Mengen um 2 Prozent zurück, im Profi-Sektor sogar um 4 Prozent. Grund für die negative Entwicklung sieht Borgholte unter anderem im nach wie vor schwachen Wohnungsbaumarkt und in niedrigen Bauinvestitionen.

Angesichts der anhaltend schwierigen Lage in der Bauwirtschaft zeichne sich für 2026 ein ähnlich negatives Bild ab, so der Verbandschef weiter. Der VdL prognostiziert eine Reduktion der verkauften Mengen um erneut 3 Prozent. Erst ab 2027 könne von einer Erholung bei der Nachfrage nach Bautenanstrichmitteln ausgegangen werden, ist man sich beim Verband sicher – „falls der ‚Baubooster‘ dann die erhofften positiven Auswirkungen zeigt“.

Auch mit Blick auf die gesamte deutsche Lack- und Druckfarbenindustrie gibt es für das Jahr 2025 fast durchweg negative Zahlen. Dem Trend der (Chemie-)Industrie folgend, gingen die Verkaufsmengen um 2,8 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen zurück. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1,2 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro. Für 2026 prognostiziert der Verband für den Gesamtmarkt einen Rückgang der Verkaufsmengen um 2 Prozent.

Leichtes Plus im Außenhandel

Leichtes Wachstum vermeldet der internationale Handel: 2025 wurden Waren im Wert von 3,7 Mrd. Euro exportiert, rund 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze aus Importen stiegen deutlich an: ein Plus von 3,5 Prozent. Insgesamt wurden Waren im Wert von 1,3 Mrd. Euro importiert. Für 2026 erwartet der VdL moderate Zuwächse bei den Exporten, begünstigt durch eine leicht positive Konjunktur im Ausland. Auch die Importe sollen leicht steigen.

Forderung nach weniger Bürokratie

„Die deutsche Wirtschaft stagniert seit sechs Jahren“, berichtete VdL-Präsident Borgholte und merkte an: „Da tiefgreifende strukturelle Reformen bislang ausgeblieben sind, bleiben die Wachstumsperspektiven schwach.“ Nun gelte es auf allen Ebenen, die Bürokratie zu bekämpfen. Doch 2025 habe die EU mehr Vorschriften erlassen als jemals zuvor, kritisierte er. 

Von positiven Entscheidungen berichtete VdL-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Kanert: Mit den „Omnibus“-Paketen seien Erfolge vor allem im Chemikalienrecht zu verzeichnen. Bei der Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft (PPWR und ESPR) drohten jedoch weitere Belastungen.

(Quelle: VdL)
Zur Startseite
Das neue Abo: Print – Digital – Online
Jetzt gratis testen
diy Fachmagazin für die Baumarkt- und Gartenbranche
Lesen Sie auch