Farbenbranche unter Druck

Situation im Nahen Osten treibt Rohstoffpreise in die Höhe

Die Farbenhersteller schlagen Alarm. Sie sehen sich großen Herausforderungen gegenüber. (Quelle: Dähne Verlag, Strnad)
Die Farbenhersteller schlagen Alarm. Sie sehen sich großen Herausforderungen gegenüber. 
27.03.2026

Die Eskalation im Nahen Osten belastet inzwischen auch die deutschen Hersteller von Farben, Lacken und Druckfarben. Aus Sicht der Branche zeigt sich das vor allem in steigenden Rohstoffpreisen und unsicheren Lieferketten, teilt der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie mit und merkt an: „Wir gehen davon aus, dass das gesamte Ausmaß der Auswirkungen die Branche erst noch erreichen wird und sie auch über ein mögliches Ende des Krieges hinaus noch über einen längeren Zeitraum spürbar bleiben werden.“

Die Lack- und Druckfarbenbranche ist stark von petrochemischen Rohstoffen abhängig. Zentrale Vorprodukte wie Bindemittel, Lösungsmittel, Harze und Additive basieren häufig auf Rohstoffen, die aus Erdöl gewonnen werden. Und die werden nun teurer. Die Preise für mehrere kritische Rohstoffe stiegen um bis zu 100 Prozent. Dadurch erhöhen sich auch die Energiekosten in der Produktion deutlich. Dieser Kostendruck sei vor dem Hintergrund einer gedämpften Nachfrage aus zentralen Abnehmerbranchen wie Bau und Industrie besonders kritisch, unterstreicht der Verband.

Die geopolitische Lage belaste zunehmend die globalen Lieferketten, so die Farbenindustrie weiter. Verlängerte Seetransitzeiten beeinträchtigen Importströme, insbesondere aus Asien. Die Route über das Rote Meer wird aktuell gemieden; stattdessen wird der Umweg um das Kap der Guten Hoffnung genutzt, was zu Verzögerungen von zehn bis 14 Tagen führt.

Gleichzeitig steigen Frachtraten sowie Prämien für Kriegsrisikoversicherungen deutlich. Gesperrte Lufträume und Umleitungen führen zu längeren Transportwegen und weniger verfügbaren Frachtkapazitäten, was zusätzliche Kosten verursacht. Für die Unternehmen bedeute das höhere Logistikkosten, längere Transportzeiten und eine geringere Planbarkeit in der Beschaffung, betont der Verband.

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