Der Onlinehandel mit Baumarktartikeln und Blumen erzielte im ersten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Diese Zahl hat der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) veröffentlicht. Ungewöhnlich früh blüht demnach dieses Jahr das Warencluster Freizeit auf: Hobby und Freizeitartikel verzeichneten Umsatzzuwächse von 6,2 Prozent. Der Einkauf von Waren des täglichen Bedarfs und andere unaufschiebbare Ausgaben verlagerten sich strukturell weiter in den Onlinehandel, hält der Verband fest.
Insgesamt haben sich die Zukunftssorgen der Deutschen und aktuelle globale Krisen vorerst nicht wesentlich auf den Onlinehandel mit Waren ausgewirkt. Die Umsatzdaten der Bevh-Verbraucherbefragung, in denen der Krieg im Nahen Osten und die verschärfte Energiekrise berücksichtigt sind, zeigen ein insgesamt stabiles Ausgabenwachstum von 3,6 Prozent auf rund 20,4 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal (nicht inflationsbereinigt). Der Gesamtmarkt führe damit seinen langfristigen – wenn auch gedämpften – Erholungstrend fort, so der Verband.
Bevh warnt vor Mehrwertsteuererhöhung
„Die wahre Belastungsprobe kommt, sollte die Mehrwertsteuer tatsächlich angehoben werden“, warnt Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer und fügt an: „Explodierende Energiepreise, aggressive und oft unfaire Wettbewerber aus Drittstaaten sowie Abhängigkeit von US-amerikanischen Tech-Unternehmen würgen die Branche. Die Unternehmen haben keine Luft, die einhergehende Belastung aufzufangen oder abzufedern. Das derzeit stabile, aber vorsichtige Wachstum ist bei den in Regierungskreisen diskutierten Plänen zur Mehrwertsteuererhöhung in höchster Gefahr.“ Er ist sich sicher: „Weniger Subventionen verbunden mit Bürokratieabbau wären die sinnvolle Alternative.“
Umsätze über Marktplätze wachsen
Pureplayer, die im Weihnachtsgeschäft noch starke Ergebnisse lieferten, kamen zu Jahresbeginn nur auf ein Plus von 0,6 Prozent. Die Onlineverkäufe stationärer Händler holten mit einem Umsatzplus von 3,9 Prozent auf. Am stärksten wuchsen auch in diesem Quartal die Umsätze auf Online-Marktplätzen (5,2 Prozent).
Asiatische Plattformen bauen Marktanteile aus
Die drei größten Plattformen chinesischer Herkunft kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf ein Umsatzplus von 12,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das ist zwar deutlich weniger als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor (+33,9 Prozent). Aktuell wachsen Temu, Shein und Ali Express in Deutschland aber noch immer viermal so schnell wie der gesamte Onlinehandel, merkt der Verband an. Mit einem Gesamtumsatz von 990 Mio. Euro im ersten Quartal bauten die Plattformen ihren gemeinsamen Marktanteil am Gesamtumsatz des Onlinehandels von 4,5 Prozent im Vorjahr auf aktuell 4,9 Prozent aus.












