EHI-Studie

Handelslogistiker betonen Bedeutung des „stationären Ankers“

Stationäre Märkte haben neben ihrer Funktion als Verkaufsstellen auch die Funktion von Abhol- und Retourenstandorten.(Quelle: Dähne Verlag, Strnad)
Stationäre Märkte haben neben ihrer Funktion als Verkaufsstellen auch die Funktion von Abhol- und Retourenstandorten.
23.09.2026

Die besonders relevanten Themen für die Zukunft des Handels sind aus Sicht der Handelslogistiker Effizienz, Resilienz, digitale Steuerung, Kundennähe sowie globale Vernetzung und regionale Absicherung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des EHI, die sich mit der Frage befasst: Wie könnte die Handelslogistik im Jahr 2036 aussehen? Darin werden neun Zukunftsszenarien beschrieben.

Eine wesentliche Entwicklung zeigt sich im Szenario „Stationäre Anker“. Es beschreibt eine Zukunft, in der Filialen, Kundennähe und automatisierte Versorgung enger zusammenrücken. Der Standort dient damit weiterhin als Verkaufsort und wird zunehmend zu einem Versorgungs- und Logistikknoten. Daraus ergibt sich für die Handelslogistik, dass Filialen neben ihrer Funktion als Verkaufsstellen auch als Abhol- und Retourenstandorte sowie gegebenenfalls als filialnahe Fulfillment-Knoten in ein integriertes Logistiknetz eingebunden werden.

„Virtuelle Erlebniswelt“

Ein weiteres prägnantes Zukunftsbild ist die „Virtuelle Erlebniswelt“. Sie beschreibt eine Entwicklung, in der digitale Erlebnisse Nachfrage und Kaufentscheidungen prägen, während die Handelslogistik die physische Versorgung im Hintergrund absichert. Daraus ergeben sich für die logistischen Backend-Prozesse hohe Anforderungen an automatisierte Fulfillment-Abläufe, schnelle Bestandsreaktionen sowie ein leistungsfähiges Retourenmanagement.

Aus den Szenarien ergeben sich für Unternehmen mehrere Handlungsfelder, halten die Autoren der Studie fest. Dazu gehören interoperable Datenstrukturen, damit zum Beispiel die Daten der Onlineshops mit denen der stationären Stores zusammenwirken können.

Die Studie „Die Zukunft der Handelslogistik 2036“ wurde vom EHI in Kooperation mit dem Methodenpartner ScMI AG entwickelt. Dafür wurde im Frühjahr 2026 mit einem 30-köpfigen Konsortium aus Handelsunternehmen, Technologieanbietern und Hochschulen untersucht, wie sich die Handelslogistik in den kommenden zehn Jahren entwickeln könnte.

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