Bauhaus und „Spiegel“

Social Design Award unter dem Motto “Wir schaffen Verbindungen“

Unter dem Motto „Wir schaffen Verbindungen“ würdigte der Award in diesem Jahr Projekte für gesellschaftliche Teilhabe.(Quelle: Carsten Dammann/Der Spiegel)
Unter dem Motto „Wir schaffen Verbindungen“ würdigte der Award in diesem Jahr Projekte für gesellschaftliche Teilhabe.
03.11.2026

Das Magazin „Spiegel“ und Bauhaus haben ein weiteres Mal den Social Design Award ausgeschrieben. In diesem Jahr prämieren sie Projekte, die ein starkes Miteinander fördern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die Preisträger setzen dabei auf ganz unterschiedliche Ansätze – von Bildungsmentoring über digitale Unterstützung bei der Stipendienbewerbung und der Hilfe für obdach- und wohnungslose Menschen bis zum interkulturellen Austausch. Erstmals vergab die Jury in diesem Jahr zwei Jurypreise, um die Aktualität und Bedeutung des Mottos „Wir schaffen Verbindungen“ sowie die Vielfalt des Engagements entsprechend zu würdigen. Grundsätzliches Anliegen des Preises ist es, diejenigen ins Scheinwerferlicht zu rücken, die sich tagtäglich mit viel Engagement für die Menschen in Deutschland einsetzen.

In diesem Jahr wurden fast 300 Sozialprojekte aus ganz Deutschland eingereicht. Eine siebenköpfige interdisziplinäre Jury aus Design- und Medienprofis sowie Experten von Bauhaus wählte daraus zehn Initiativen für die Shortlist aus. Anschließend konnte auf der Website des „Spiegels“ für das Lieblingsprojekt abgestimmt werden. Am Abend des 2. November wurden die Gewinner schließlich bei der Preisverleihung in Hamburg gefeiert.

Publikumspreis: Mentoring für Familien mit Migrationsgeschichte

Lesen, Deutsch sprechen, beim Übergang auf eine weiterführende Schule unterstützen und Eltern beraten: In Düsseldorf begleitet „MentForMigra“ Kinder und Eltern mit Flucht- oder Migrationsgeschichte. Dieses Engagement wurde mit dem Publikumspreis in der Höhe von 2.500 Euro ausgezeichnet.

Bei „MentForMigra“ unterstützen ehrenamtliche Mentoren die Familien über einen langen Zeitraum und helfen dabei, Nachteile auszugleichen, die Kindern durch fehlende Deutschkenntnisse im Elternhaus entstehen können. Ziel sind Integration durch Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und interkulturellen Austausch. Seit 2015 treffen sich die Mentoren jede Woche mit ihren Mentees in der örtlichen Stadtbücherei und begleiten sie und ihre Familien in der Regel mindestens vier Jahre.

"MentForMigra wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, v.l.n.r Katharina Zingerle ("Der Spiegel"), Dorothee Kettner, Catarina Lieske, Manon Ordemann, Dr. Michaela Mäger.
"MentForMigra wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, v.l.n.r Katharina Zingerle ("Der Spiegel"), Dorothee Kettner, Catarina Lieske, Manon Ordemann, Dr. Michaela Mäger. (Quelle: Carsten Dammann/Der Spiegel)

Jurypreis: Digitale Hilfe auf dem Weg zum Stipendium

Ein Stipendium für ein Studium zu bekommen, ist gerade für junge Menschen ohne familiären akademischen Hintergrund oft eine Herausforderung. Hier setzt der Verein „ApplicAid“ an. Stipendiaten begleiten junge Menschen bei ihrem Bewerbungsprozess. Das Mentoring findet vollständig digital statt und ist damit deutschlandweit unabhängig von Wohnort, Hochschule oder persönlichem Netzwerk zugänglich. 802 aktive Mentoren engagieren sich bei „ApplicAid“ und haben seit 2020 über 1.200 Mentees begleitet. Die Erfolgsquote liegt bei über 40 Prozent. Für dieses Engagement erhält „ApplicAid“ einen der beiden mit 2.500 Euro dotierten Jurypreise des Social Design Award 2026.

Auch "ApplicAid" erhielt einen Jurypreis, v.l.n.r Patrik Staak, Backtosch Mustafa, Sinan Aydin.
Auch "ApplicAid" erhielt einen Jurypreis, v.l.n.r Patrik Staak, Backtosch Mustafa, Sinan Aydin. (Quelle: Carsten Dammann/Der Spiegel)

Jurypreis: Digitaler Erinnerungsort

Den zweiten Jurypreis im selben finanziellen Umfang erhält „Straßennachlass“. Das Projekt der Hamburger Obdachlosenhilfe schafft für obdach- und wohnungslose Menschen einen geschützten digitalen Ort, an dem wichtige Dokumente, persönliche Wünsche, Kontakte und Erinnerungen hinterlegt werden können. Ein Armband mit Chip und NFC-Technologie stellt zudem im Notfall eine direkte Verbindung her: Sanitäter und Polizei können eine hinterlegte Kontaktperson auslesen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Testphase.

Einer der beiden Jurypreise ging an das Projekt "Straßennachlass", v.l.n.r Merle Kruse, Volker Kruse, Sylvia Senger, Michael Finnern, Erik Kruse, Alexander Müller.
Einer der beiden Jurypreise ging an das Projekt "Straßennachlass", v.l.n.r Merle Kruse, Volker Kruse, Sylvia Senger, Michael Finnern, Erik Kruse, Alexander Müller. (Quelle: Carsten Dammann/Der Spiegel)

Bauhaus-Sonderpreis: Kulturelle Vielfalt, die Nachbarschaft verbindet

Der Bauhaus-Sonderpreis über 1.500 Euro geht an den „Kulturklüngel“. Die Stadtführungen in Köln machen die kulturelle Vielfalt der eigenen Nachbarschaft erlebbar. Im Zentrum stehen Menschen und ihre Geschichten – vom indischstämmigen Yogalehrer über den äthiopischen Gastronomen bis zum mexikanischen Silberschmied. Das gemeinsame Ziel: eine offene, aufgeklärte und multikulturelle Gesellschaft. Damit steht das Projekt für essenzielle Werte wie Respekt, Fairness und ein verantwortungsvolles Miteinander, die, so betont das Unternehmen, auch bei Bauhaus fest verankert sind. Mit dem Sonderpreis würdigt das Unternehmen dieses Engagement und betont die Notwendigkeit von Toleranz, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Das Projekt "Kulturklüngel" erhielt den BAUHAUS Sonderpreis, v.l.n.r. Kim Morales, Thomas Bönig, Şöhret Gök, Patrick Bombis (Bauhaus), Fred Stabe.
Das Projekt "Kulturklüngel" erhielt den BAUHAUS Sonderpreis, v.l.n.r. Kim Morales, Thomas Bönig, Şöhret Gök, Patrick Bombis (Bauhaus), Fred Stabe. (Quelle: Carsten Dammann/Der Spiegel)
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