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Trend zur Sanierung

Trotz schleppender Neubautätigkeit kommt eine Studie der BBE Unternehmensberatung zu dem Ergebnis, dass das Marktpotenzial bei Baustoffen enorm ist. Der Grund: der erhebliche Renovierungs- und Sanierungsbedarf in Deutschland

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Der Rückgang am Bau wird anhalten, auch wenn er sich abflacht. Nach Zahlen der Unternehmensberatung BBE aus Köln zeichnet sich bei den Bauinvestitionen ein Rückgang um 2,1 Prozent auf rund 200 Mrd. € gegenüber dem Jahr 2004 ab. Während im Wirtschaftsbau die Bauinvestitionen um etwa 1,6 Prozent auf 57,7 Mrd. € geringfügig abnehmen, verringern sich die Investitionen im Wohnungsbau um 2,1 Prozent auf 116,7 Mrd. € und die im öffentlichen Bau um 3,3 Prozent auf 25,9 Mrd. €. Im Jahr 2006 könnte es jedoch laut BBE bei Festigung des wirtschaftlichen Wachstums und höherer Erwerbstätigkeit zu einer weiteren „Stabilisierung“ der Bauinvestitionen kommen. Dennoch bleibe die aktuelle Perspektive für die baunahen Verwendungsbereiche denkbar ungünstig. Im Wohnungsbau rechnet die Unternehmensberatung mit einem Minus für das Gesamtjahr in Höhe von 25 bis 28 Prozent.
Dieser Trend hat im Baustoffmarkt nachhaltige Spuren hinterlassen. Der Markt für Baustoffe ist, wie die Entwicklung der Inlandsmarktverfügbarkeit zeigt, im Vergleich zu 1996 um nahezu 18,5 Mrd. € (Hersteller-Abgabe-Preise) geschrumpft. Insbesondere in den Jahren 2001 bis 2003 sank das Inlandsmarktvolumen jährlich um mehr als sieben Prozent. Für das Jahr 2005 wird mit einem weiteren Rückgang in Höhe von etwa vier Prozent gerechnet.
Im- und Export
Verbunden mit dem Rückgang des Marktes beobachtete die BBE eine gleichzeitig starke Zunahme der Importwaren. Lag die Importquote im Jahr 1996 noch bei 27,3 Prozent, so ist der Vergleichswert in 2005 auf annähernd 39 Prozent gestiegen. Gleichzeitig stiegen die Exporte bundesdeutscher Produzenten. Wurde im Jahr 1996 nur etwas mehr als ein Viertel der gesamten wertmäßigen Produktion exportiert, geht die BBE davon aus, dass der Exportanteil an der Produktion 2005 bei etwa 52 Prozent liegt. Aufgrund der anhaltenden Inlandsmarktschwäche, insbesondere im Neubau, aber auch bedingt durch Zurückhaltung bei Modernisierungsmaßnahmen wird hier zumindest kurz- bis mittelfristig mit keiner Trendwende gerechnet.
Verschiebungen beim Vertrieb
Die Veränderung des Gesamtmarktes ist nicht ohne Auswirkungen auf die am Distributionsprozess beteiligten Absatzwege geblieben. So wurden im Jahr 2004 56,1 Prozent des gesamten Inlandsmarktvolumens an Baustoffen direkt von den Herstellern an die weiterverarbeitende Industrie, an Bauunternehmen und Großkunden sowie an Handwerksbetriebe abgesetzt. Dies entspricht einem Plus von 1,6 Prozent-Punkten gegenüber 1996. Ein Drittel der Inlandsmarktversorgung…
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