Der energetische Zustand vieler Häuser in Deutschland ist mangelhaft – insbesondere bei Fassaden und Fenstern. Diese Einschätzung haben Energieberater in einer Umfrage abgegeben, die im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) zum fünften Mal durchgeführt worden ist.
Am meisten Nachholbedarf sehen die Energieberater bei der energetischen Sanierung der Gebäudehülle (91 Prozent). Dieser Wert liegt seit Beginn der Befragung 2021 konstant bei mehr als 90 Prozent. Den Wechsel der Heizung befürworten seit 2021 gleichbleibend rund 70 Prozent der Befragten. Mit der Gebäudeenergie-Politik der vergangenen Bundesregierung sind 54 Prozent zufrieden, die Pläne der aktuellen Großen Koalition sehen lediglich 10,7 Prozent positiv.
Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Energieberatendenverbands GIH, ist überzeugt: „Damit wir den enormen Rückstand bei der energetischen Qualität unserer Gebäudehüllen aufholen können, sind Planbarkeit und Verlässlichkeit für die Baubranche entscheidend. Wir brauchen ein Gebäudeenergiegesetz, das neben erneuerbaren Energien konsequent auf Energieeffizienz setzt – und eine Förderung, die Hülle und Technik langfristig stärkt.“
„Die Umfrage verdeutlicht, dass eine wirksame Gebäudehülle ein zentraler Schlüssel für die klimaneutrale Transformation des Gebäudebestands ist“, sagt Jutta M. Betz. Vorständin des Deutschen Energieberater-Netzwerks. Und BuVEG-Geschäftsführer Jan Peter Hinrichs ergänzt: „Ohne eine ausreichend energetisch moderne Gebäudehülle kann auch eine Wärmepumpe ihre gewünschte Wirkung nicht entfalten. Daher sollte die Politik dem Grundsatz Efficiency First bei der Gesetzgebung folgen.“













