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Hier spricht die Pflanze

Praktiker erklärt das lebende Grün zum strategischen Hebel, um seinen Qualitätsanspruch zu kommunizieren.
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Dass Blau und Gelb Grün ergeben, hat man bei Praktiker in der Vergangenheit nicht so sehr beachtet. Für besondere Leistungen im Bereich lebendes Grün jedenfalls hat der Baumarktbetreiber bislang nicht unbedingt einen Blumentopf gewonnen. Das hat sich mit der Übernahme von Max Bahr vor drei Jahren geändert. Die Pflanzen-Kompetenz, die der blau-gelbe Konzern dort vorfand, wollte er auch für sich nutzen und hat sich daran gemacht, sein Beschaffungs- und Qualitätssicherungsmanagement umzukrempeln – und das so gründlich, dass die Pflanze inzwischen eine „strategische Rolle“ hat, wie Vorstandsmitglied Pascal Warnking sagt. Denn selbstkritisch hat man erkannt, dass die Kunden der Marke Praktiker kein allzu hohes Qualitätsniveau zubilligen. Und hier kommt die Pflanze mit der ihr zugedachten Rolle ins Spiel: Praktiker will das Thema Qualität künftig stärker in den Vordergrund stellen und dafür die aus Unternehmenssicht gestärkte Kompetenz im Sortimentsbereich Pflanze nutzen. „Wir wollen dem Kunden zeigen, dass wir uns des Themas Qualität annehmen“, sagt Warnking. Denn einerseits hat Praktiker hier auch der eigenen Wahrnehmung zufolge noch „deutlichen Nachholbedarf“, andererseits kann der Kunde gerade an der Pflanze sehr schnell die Qualität beurteilen. Außerdem sollen durch ein verbessertes Angebot an lebendem Grün bislang vernachlässigte Zielgruppen wie beispielsweise Frauen angesprochen und die Frequenz in den Märkten gesteigert werden. Den bisherigen Schwerpunkt auf dem Thema Preis will Praktiker zur „Preis-Leistungs-Führerschaft“ erweitern. Um das zu erreichen, hat der Konzern in Beschaffung, Qualitätsmanagement und Logistik investiert. Die Kompetenz dazu hatte man durch die bereits erwähnte Max Bahr-Übernahme ja jetzt im Haus. Sie ist auch mit einem Namen verbunden: Reinhold Trinczek. Er war bereits 15 Jahre für die Hamburger Baumarktkette tätig. Im September 2007, rund ein halbes Jahr nach der Übernahme, wurde mit ihm die Abteilung Pflanzeneinkauf von Max Bahr zu einem konzernweiten Zentraleinkauf mit Sitz in Hamburg ausgebaut. Der Mitarbeiterstab ist inzwischen von sechs auf rund zwei Dutzend Pflanzenspezialisten angewachsen. Und die bewegen ein ordentliches Volumen: Von den bei Praktiker und Max Bahr gelisteten Pflanzen wurden 2009 mehr als 98 Mio. Stück verkauft, davon 17,3 Mio. Stiefmütterchen, 10,8 Mio. Geranien und zwei Mio. Koniferen. Zentrale Logistik-Drehscheibe ist die Firma Baas Plantenservice im holländischen Boskoop. Sie arbeitet seit…
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