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Von der Nasszelle zum Wellnesstempel

Bau- und Heimwerkermärkte profitieren im Bereich Bad und Sanitär vom demographischen Wandel ebenso wie von dem Wellnesstrend. Schwächen finden sich dagegen nach wie vor in der emotionalen Ansprache der Kunden.
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Die Rolle des Badezimmers hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Ging es früher nur darum, eine Nasszelle irgendwo in der Wohnung unterzubringen, und sei es nur in Form einer Duschkabine in der Küche, sind heute aus den Badezimmern der Republik mitunter regelrechte Wellnesstempel geworden. Wer es sich nicht leisten kann, träumt zumindest davon, aus dem Bad eine Wohlfühloase zu machen. Aber für immer mehr geht dieser Traum in Erfüllung, auch weil immer mehr und bessere Selbermachersysteme für das Bad zur Verfügung stehen und damit der hauseigene Wellnessbereich erschwinglich wird. Ein Indiz für diese Entwicklung ist die Zeit, die die Deutschen im Durchschnitt im Badezimmer verbringen. Diese liegt derzeit entlang einer Untersuchung der GfK bei rund 35 Minuten pro Tag. Jeder Dritte dagegen verweilt bereits bis zu einer Stunde dort: Das Bad ist damit von einem rein funktionalen Raum zu einem Wohnraum geworden. Dennoch ist die durchschnittliche Größe eines Badezimmers immer noch vergleichsweise gering. Gerade mal 7,8 m² stehen in einem Raum durchschnittlicher Größe dafür zur Verfügung. Im selbstgenutzten Wohneigentum dagegen ist entlang einer Studie das Durchschnittsbad größer, konkret um die zwölf m². Insgesamt muss also der Markt anspruchsvolle Lösungen sowohl für kleine als auch für größere Bäder anbieten. Dabei sind dann auch großzügigere Angebote wie freistehende Bade- oder Whirlwannen gefragt, ebenso wie Dampf- oder Saunakabinen. Die Struktur auf Anbieterseite ist dabei heterogen und stark mittel­ständisch geprägt. Das jeweilige Produktspektrum reicht vom Spezialisten, der sich bewusst auf seine Kernkompetenzen konzentriert, bis hin zum Generalisten, der alles aus einer Hand bietet. Eine immer wichtigere Rolle spielen die ausländischen Hersteller vor allem aus Europa, die immer stärker versuchen, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Darüber hinaus wird die Konkurrenz durch außereuropäische Anbieter verstärkt. Dies zeigt sich sowohl am unteren Rand des Preisspektrums durch Billigprodukte, als auch im oberen Marktsegment. Wie in vielen anderen Bereichen gilt auch für die Badgestaltung, dass der individuelle Aspekt immer wichtiger wird. Es gibt das Nebeneinander vieler Stile von modern über zeitlos bis hin zu klassisch. Hinsichtlich der Farbigkeit großer Badkomponenten wie Waschbecken, WC, Bidet, Bade- oder Duschwanne sind die Deutschen Verbraucher jedoch im Allgemeinen sehr konservativ. Denn über 95 Prozent wählen nach wie vor diese…
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