Die Vertreterversammlung der Landgard fand dieses Mal ausschließlich digital statt.
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Die Vertreterversammlung der Landgard fand dieses Mal ausschließlich digital statt.

Landgard

Gut durchgekommen

Die Landgard hatte im Geschäft mit Blumen und Pflanzen nach dem Corona-Einbruch hohe Zuwächse. Den Vertrieb über Baumärkte und Gartencenter fasst die Erzeugergenossenschaft künftig zusammen – weil sich ihre Sortimente so ähnlich sind. 

Zum Teil hoch zweistellige Umsatzzuwächse hat die Landgard in ihrem Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen in den Sommermonaten nach dem Einbruch durch die Corona-Pandemie im März 2020 (-13,8 Prozent) verzeichnet. Die kumulierten Umsätze der ersten drei Quartale 2020 in Höhe von 1,1869 Mrd. Euro (unkonsolidiert) lagen um 7,7 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Das mit 37,7 Prozent höchste monatliche Wachstum gab es im Juni, im Juli waren es dann noch einmal 20,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die beiden traditionell stärksten Monate April um Mai brachten Wachstumsraten von 5,7 Prozent und 8,1 Prozent. Diese Zahlen wurden auf der digitalen Pressekonferenz der Erzeugergenossenschaft einen Tag nach der Vertreterversammlung genannt – die ebenfalls rein virtuell abgehalten wurde.

„Wir sind verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen“, zog Vorstand Carsten Bönig eine vorläufige Bilanz des abgelaufenen Jahres. Ausführlich ging er auf einen kurz zuvor erschienenen Spiegel-Artikel ein, in dem es unter anderem um eine angeblich hohe Verschuldung und schlechte Liquidität ging, und präsentierte umfangreiches Zahlenmaterial, um die Anschuldigungen zu widerlegen.

Dabei äußerte er den Verdacht, das Nachrichtenmagazin sei „gezielt mit Falschinformationen“ aus dem Umfeld des Unternehmens versorgt worden. Von einer Schieflage der Genossenschaft könne nicht die Rede sein, auch nicht von einer Flucht der Mitglieder.

Die Landgard-Zentrale hatte bereits direkt nach Erscheinen des Artikels sehr offensiv Stellung genommen und darauf hingewiesen, dass sie auf (teilweise weit zurückliegende) Compliance-Verfehlungen mit personellen Konsequenzen reagiert habe.

Unter Plan lagen seinen Worten zufolge lediglich der Vertriebsbereich DIY wegen der von Lockdowns betroffenen ausländischen Tochtergesellschaften des strategischen Kunden Obi sowie der Vertrieb an den Fachhandel in Deutschland, der im Frühjahr schließen musste und dem Umsätze aus der Veranstaltungsfloristik weggebrochen sind.

Generell aber geht die Erzeugergenossenschaft davon aus, dass der allgemeine Boom der Themen Pflanzen und Garten weiterhin anhalten wird, erklärte Vorstandsmitglied Dirk Bader. Der „größte Feind unserer Branche“ sei schließlich der Tourismus.  

Bader erläuterte die für das Geschäftsfeld Blumen & Pflanzen neu eingeführte Vertriebsstruktur. Sie fasst nun den Vertrieb über Baumärkte und den Fachhandel einerseits sowie den LEH und den Discount andererseits zusammen. Man sehe in der Zusammenführung von DIY und Fachhandel viele Synergien und Kompetenzen, die zusammenfließen. „Auch wenn es viele nicht gerne hören: Die Sortimente im Baumarkt und im Fachgartencenter sind ähnlich“, sagte Bader. „Wir sehen das an den entsprechenden Qualitäten, die zur Auslieferung kommen.“

Wie die meisten anderen Akteure der grünen Branche bedauert die Landgard, dass es 2021 keine IPM in Essen gibt. „Sicherlich wird uns das fehlen“, sagte Bader. Die Erzeugergenossenschaft hat unter anderem damit reagiert, dass sie mit einer neuen Plattform unter dem Titel „Great Ideas“ online geht, die ihr vorhandenes Online-Angebot ergänzt. Die Plattform soll vor allem dazu dienen, die fehlenden großen Messeauftritte zumindest punktuell zu kompensieren.

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