„Auf der Verbraucherseite genießt der Garten nach wie vor einen hohen Stellenwert“, erklärte Branchenexperte Klaus Peter Teipel auf dem IVG-Medientag Garten am 11. Februar im Eingangsbereich der Koelnmesse vor rund 200 anwesenden Journalistinnen und Journalisten. Zukunftsforscherin Theresa Schleicher pflichtete ihm bei: Der Garten der Zukunft bleibe ein Sehnsuchtsort und Rückzugsraum.
Im Rahmen des Medientags stellten sich 34 Mitgliedsunternehmen des Industrieverbandes Garten (IVG) den Medienvertretern mit neuen Produkten und Dienstleistungen vor. In seiner Begrüßung machte der IVG-Vorsitzende Christoph Büscher klar, dass sich die Branche der aktuellen Herausforderungen bewusst ist: Es habe noch nie so viele Veränderungen wie in diesem zurückliegenden Jahr gegeben: „Die Impulse, die ein Jahr bringen kann, sind noch nie so extrem vielschichtig gewesen“, sagte er. Gleichzeitig brachte er einen Optimismus zum Ausdruck, der bei den Herstellern im Gartenbereich herrsche, und versicherte, dass sich die Hersteller – obwohl der Garten ein analoges Thema ist – mit neuen und modernen Lösungen beschäftigen. Zur Gesamtentwicklung sagte er: „Ich glaube, wir müssen uns keine Sorgen machen, dass der Garten zukünftig keine Konstante ist. Aber die Sprünge sind noch nie so groß gewesen.“ Dennoch: „Das Thema Garten ist sehr robust gegen Veränderungen.“
Diesen leichten Optimismus teilte auch Teipel in seiner Analyse. Zwar ist der Gartenmarkt im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 19,723 Mrd. Euro geschrumpft, für das laufende Jahr prognostizierte er dennoch einen leichten Aufschwung: „2026 sehe ich die Wachstumsrate für den Gartenmarkt zwischen 0,5 und 2,7 Prozent“, sagte Teipel. Der Spielball liege hier allerdings besonders bei den Händlern und Herstellern. 80 Prozent der Verbraucher fehle es nicht an den finanziellen Mitteln, sondern an Motivation und Inspiration. Mit den entsprechenden Ideen und Lösungen könne man dementsprechend wieder nachhaltige Wachstumsimpulse setzen, so Teipel weiter.
Als zweite Rednerin hatte der IVG die Zukunftsforscherin Theresa Schleicher verpflichtet. Auch sie betonte die Widerstandfähigkeit der Gartenbranche im Vergleich zu anderen Konsumsegmenten. Sie mahnte zudem vier zentrale Ansatzpunkte an: technologische Neuerungen annehmen und ausbauen, die Zusammenarbeit mit Schwellenländern ausbauen und damit den Binnenmarkt stärken, ressourcenschonende Lösungen auf den Markt bringen; sowie lokale Strukturen stärken und Innovationen mit globaler Wertigkeit entwickeln. „Dann kommen wir auch nicht in diese extreme Preis- und Rabattthematik rein“, sagte sie.
Für den Gartenmarkt leitete sie daraus vier prägnante Trends ab: Robotics und technologische Systeme, ganzheitliche Lösungswelten im Handel, E-Commerce und Convenience als echten Zugang sehen; und: die Trends der Gen Z auf dem Pflanzenmarkt ernst nehmen. Generell gab sie zu Bedenken: „In den kommenden Jahren verändern sich allerdings die Spielregeln: Der Preisdruck steigt, Kaufentscheidungen werden rationaler, die kommenden Generationen verfügen weniger über Häuser und Gärten, Effizienz wird zum neuen Maßstab.“












