Ein Einzelhandelskongress mit einem solchen Publikum dürfte es in der deutschen Handelsszene nicht allzu oft geben: Da stehen Hochkaräter aus Handel, Industrie, Beratung und Wissenschaft auf der Bühne und sprechen vor mehr als 500 Insidern, Experten und Entscheidern – und vor Studentinnen und Studenten. Auf den Retail Innovation Days der Dualen Hochschule (DHBW) Heilbronn kommen Innovative aus dem Handelsestablishment mit neugierigen Führungskräften in spe in Kontakt miteinander. Denn 100 Studierende, die bei der Organisation der Tagung mitgeholfen haben, dürfen kostenlos dabei sein.
Zum elften Mal hat die DHBW Heilbronn, an der auch Nachwuchskräfte für Baumarktunternehmen ausgebildet werden, diesen besonderen Kongress ausgerichtet. Zu den Organisatoren zählt auch Prof. Dr. Carsten Kortum, der auf dem jüngsten BHB-Kongress gesprochen hat und Forschungsergebnisse aus der DIY-Branche immer wieder im diy-Fachmagazin zugänglich macht.
Mit mehreren Referentinnen und Referenten war die Baumarktbranche auch in diesem Jahr auf den Retail Innovation Days Anfang Juli vertreten. So berichtete Astrid Reintjes, die Mit-Gründerin der Farbenmarke Miss Pompadour, darüber, wie sie in kürzester Zeit eine neue Marke in diesem umkämpften Markt etabliert hat: 2019 gegründet, hat der Online-Versender im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von 33 Mio. Euro ein eigenen Angaben zufolge profitables Ergebnis erzielt, dieses Jahr sind 42 Mio. Euro geplant. Seit vergangenem Jahr sind die Produkte auch auf der Baumarktfläche erhältlich, und zwar bei Hornbach. Ein wesentlicher Faktor des Erfolgs ist die Community, der zu 90 Prozent Frauen angehören. „Ich sehe direkt ins Wohnzimmer, in die Küche, ins Schlafzimmer unserer Kundinnen“, sagte Reintjes.
Ein weiteres Thema aus der Baumarktbranche trug Hannah Kmoch von Obi Advertising bei: Sie erläuterte die Retail-Media-Aktivitäten der Baumarktgruppe. Das diy-Fachmagazin hat bereits mehrfach darüber berichtet.
Ein wenig Wasser in diesen Wein gossen Bettina Arneth und Christian Koch von Yougov, als sie Ergebnisse aus der ersten Studie vorstellten, die der Frage nachgegangen ist, ob und wie Retail Media aus Shopper-Sicht funktioniert. Eine Erkenntnis: Screens auf der Verkaufsfläche haben eine geringere kaufbeeinflussende Wirkung als gedacht. Grundsätzlich aber wirke Retail Media, auch wenn es aus Sicht der Shopper überschätzt werde. Aber: „Die physischen Touchpoints werden nach wie vor unterschätzt“.













