Humanoide Roboter waren auf der IFA allgegenwärtig – auch jene, die im Haushalt unterstützen können. 
Humanoide Roboter waren auf der IFA allgegenwärtig – auch jene, die im Haushalt unterstützen können. 

Smart Home

Roboter als Haushaltshilfe

… als Tierpfleger oder als Handwerker: Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten von moderner Technik wie KI oder Robotik im Privatbereich. Bitkom hat die Deutschen befragt, wie sie zu Lösungen rund ums smarte Zuhause stehen.   

Humanoide Roboter, die den Haushalt erledigen, oder eine künstliche Intelligenz, die alltägliche Abläufe managt – die Deutschen scheinen relativ wenig Angst vor diesen Szenarien zu haben. In einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom anlässlich der Messe IFA gab knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, man könne sich grundsätzlich vorstellen, einen KI-gesteuerten humanoiden Roboter im Haushalt zu nutzen.  

87 Prozent der Roboter-Interessierten würden ihn zum Aufräumen einsetzen, 77 Prozent zum Verräumen von Einkäufen und 73 Prozent zum Putzen. Für 67 Prozent käme ein Roboter für das Tischdecken infrage, 64 Prozent würden ihn den Geschirrspüler ein- und ausräumen lassen und 60 Prozent zum Kochen einsetzen. 49 Prozent der Roboter-Interessierten können sich Unterstützung beim Wäschewaschen oder -zusammenlegen vorstellen.  

Für Reparaturen würden 54 Prozent einen humanoiden Roboter einsetzen, für die Gartenpflege 51 Prozent. 58 Prozent sehen Einsatzmöglichkeiten bei der Haustierbetreuung, 55 Prozent bei der Unterstützung pflege- oder betreuungsbedürftiger Personen und 40 Prozent für Erste Hilfe.  

Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) hätte jedoch Sorge, die Kontrolle im eigenen Zuhause abzugeben. Für 46 Prozent wäre ein menschenähnlicher Roboter in der Wohnung unheimlich. Ebenso viele finden: Je menschenähnlicher ein Roboter ist, desto gruseliger ist er.  

Dass dennoch die Hälfte der Menschen dieser Technik gegenüber so positiv eingestellt ist, mag daran liegen, dass immer mehr Roboter bereits Einzug in die deutschen Wohnungen halten: 33 Prozent der Befragten nutzen 2026 Staubsauger-Roboter, das ist ein Anstieg um 7 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2024.  

Wird intelligente Haustechnik wie ein Staubsaugerroboter mit anderen Geräten im Haus vernetzt, lässt sich damit ein Smart Home schaffen – die autonomen Reinigungshelfer kommen hier jedoch erst an dritter Stelle. Am weitesten verbreitet unter den Smart-Home-Anwendungen sind intelligente Lampen und Leuchten: 46 Prozent der Befragten nutzen sie im Haushalt. Fast ebenso häufig kommen WLAN-Steckdosen (Smart Plugs) zum Einsatz (44 Prozent) – 13 Prozentpunkte mehr als 2024.  

Energiesysteme, Heizkörperthermostate oder Verbrauchszähler sind bei 28 Prozent eingebaut. 23 Prozent nutzen intelligente Alarmsysteme und 21 Prozent smarte Videoüberwachung. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder findet es „erstaunlich, dass smarte Heizthermostate nicht an der Spitze stehen vor dem Hintergrund, dass wir seit einigen Jahren vor einer Energieversorgungskrise stehen und etwas gegen den Klimawandel tun müssen.“ Er spricht sich dafür aus, die Vorteile dieser Technik zu nutzen.  

(Quelle: Bitkom Research 2026)

Betrachtet man die Gründe für den Einsatz von Smart-Home-Anwendungen, wird „Energie sparen“ immerhin bereits an zweiter Stelle genannt (72 Prozent), nach „mehr Komfort und Lebensqualität“ (82 Prozent). 58 Prozent wollen ihre Wohnung oder ihr Haus sicherer machen. Ein Drittel (33 Prozent) will Geld sparen, 31 Prozent wollen ortsunabhängig auf ihre Geräte zugreifen und 16 Prozent Zeit sparen. 40 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer ab 65 Jahren wollen dadurch länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können, im Bevölkerungsschnitt sind es 8 Prozent.  

Der Bitkom-Chef sieht darin einen Widerspruch: Ältere Menschen nutzten die Technik noch wenig – nur 18 Prozent der Generation 65+ gaben das an –, gleichzeitig erhoffe man sich davon mehr Selbstbestimmtheit im Alter. Das Smart Home ist derweil insbesondere bei den Menschen unter 50 Jahren beliebt: 73 Prozent der 16- bis 29-Jährigen und 70 Prozent der 30- bis 49-Jährigen nutzen Smart-Home-Anwendungen im eigenen Zuhause.

Vorbehalte gegenüber dem vernetzten Zuhause liegen weniger in Problemen mit der Anwendung – nur noch 22 Prozent empfingen die Bedienung als zu kompliziert, 5 Prozentpunkte weniger als 2024 –, sondern eher beim Thema Sicherheit: 59 Prozent der Nicht-Nutzerinnen und Nicht-Nutzer haben Angst vor Hacker-Angriffen, 5 Prozentpunkte mehr als 2024. 40 Prozent fürchten den Missbrauch persönlicher Daten. Auch die Kosten spielen eine größere Rolle: 38 Prozent sind Smart-Home-Anwendungen zu teuer, 7 Prozentpunkte mehr als 2024. „Entscheidend ist, dass Sicherheit von Anfang an mitgedacht wird, verlässliche Standards gelten und Geräte über ihre gesamte Nutzungsdauer mit Sicherheitsupdates versorgt werden“, ist Rohleder überzeugt.  

Insgesamt nutzen 52 Prozent der Befragten in ihrem Haushalt Smart-Home-Anwendungen. Der Anteil ist im Vergleich zu den Vorjahren erneut gestiegen: 2022 waren es 43 Prozent, 2024 schon 46 Prozent.  

Künstliche Intelligenz ist für viele Menschen dabei ein wichtiges Thema – weit über KI-gesteuerte humanoide Roboter hinaus. Knapp ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) würde gerne in einem Haus wohnen, das komplett KI-gesteuert ist. 42 Prozent wünschen sich eine KI, die ihnen hilft, den Haushalt zu organisieren, und 24 Prozent, dass KI selbstständig Smart-Home-Geräte steuert. Besonders groß ist das Potenzial beim Energiesparen: Fast zwei Drittel (63 Prozent) sagen, mit KI lasse sich Energie im Haushalt effizienter nutzen.  

Energiesparen ist auch ein Vorteil, den Baumärkte beim Verkauf von Smart-Home-Technik unterstreichen – jedoch bleibt dieses Sortiment im DIY-Handel bereits seit Jahren wenig ertragreich. Rohleder sieht die Baumärkte jedoch gar nicht schlecht aufgestellt: „Das digitale Erlebnis muss auch im stationären Handel geboten werden und auf den Service kommt es an. Das tun bereits viele Baumärkte – aber auch Onlinehändler und spezialisierte Händler bieten das.“ Wichtig sei, dass das Produkt­sortiment vollständig sei und: „der Preis muss stimmen.“ 

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