Rainer Strnad
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Eines meiner Lieblingszitate lautet: „Das Wort ‚Familienbande‘ hat einen Beigeschmack von Wahrheit“ und stammt von dem österreichischen Satiriker Karl Kraus. Ich mag es natürlich wegen seiner Vieldeutigkeit, die es erlaubt, den Satz nicht einfach nur zynisch zu lesen, sondern als ernst gemeinten Denkanstoß: Wie ist das nun mit der Familie?

So viel wird man jedenfalls sagen können: Das Thema Familie hat es in sich. Das haben auch wir in der diy-Redaktion gemerkt, als wir angefangen haben, dieses Heft vorzubereiten. Es steht in einer Reihe mit den Ausgaben, die wir einmal im Jahr einem auf den ersten Blick nicht branchengebundenen Thema widmen.

„Auf den ersten Blick“ gilt hier in der Tat, denn schnell haben wir festgestellt, dass wir damit offene Türen eingerannt haben. Die Baumarkt- und Gartenbranche wird sowohl auf Handels- als auch besonders auf Herstellerseite von familiengeführten oder in Familienbesitz befindlichen Unternehmen geprägt.

Hier kommt dann auch sehr schnell der Beigeschmack von Wahrheit ins Spiel – spätestens bei der Frage der Unternehmensnachfolge. In vielen Familienbetrieben ist das ein schwieriges, in einigen ein ungelöstes ­Problem. Deshalb beschäftigen sich gleich mehrere Beiträge dieser Ausgabe damit, wie ein Übergang von Generation zu Generation gelingen kann in einem rauen wirtschaftlichen Umfeld, das auf Leistung und nicht auf Erbfolge schaut.

(Verkniffen haben wir es uns übrigens, in dieser Frage Expertise beim Verband Die Familienunternehmer e. V. einzuholen, und zwar nicht nur, weil er, als wir das Heft gemacht haben, gerade mit seiner Kommunikation im politischen Feld sehr beschäftigt war, sondern auch, weil beim Blick auf bekannt gewordene Mitglieder nicht so ganz klar ist, wie stark der durch den Verbandsnamen nahegelegte Bezug zum Mittelstand ist, mit dem wir uns hier ja zu großen Teilen beschäftigen.)

Mit dem Thema Unternehmensnachfolge erschöpft sich das Themenspektrum dieser Familien-Ausgabe jedoch nicht, denn da gibt es ja jede Menge anderer ­Facetten: Wie steht es eigentlich um die Familienfreundlichkeit in den Unternehmen der Branche? Wie werden Familien als Kunden begrüßt? Und wie ist das eigentlich, als Familie in einem Baumarkt zu arbeiten?

Kurz: Interessante Aspekte und, wie Sie hoffentlich finden werden, noch interessantere Gespräche hatten wir genug, als wir dieses Familienheft vorbereitet haben. Wie sollte es auch anders sein in einer Branche, die ihr Verband BHB am liebsten als „Branchenfamilie“ bezeichnet?

 

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