DIY-Statistik

09.08.2006

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DIY-Markt wächst bei Umsatz und Flächenproduktivität
2005 eröffneten die Baumarktunternehmen 104 in- und ausländische Märkte. Davon wurden 64 im Inland eröffnet. Durch Flächenerweiterungen und neue Märkte wuchs die Fläche sämtlicher deutscher Bau- und Heimwerkermärkte um über 430.000 m² Verkaufsfläche. Davon haben die 20 größten Unternehmen nur bedingt profitiert. Denn insgesamt haben die 20 größten Unternehmen ihre Gesamtverkaufsfläche nur um 0,2 Prozent (30.000 m²) erhöht. Dafür ist ihr Umsatz um über 370 Mio. € (= 1,5 Prozent) auf über 24,4 Mrd. € (2004: 24,03 Mrd. €) gewachsen. Daraus ergibt sich für 2005 ein flächenbereinigtes Plus von knapp 1,4 Prozent. Auch der BHB hat für die deutschen Baumärkte und die Gesamtbranche ein leichtes Umsatzplus von rund 1,4 Prozent errechnet.
Die immer wieder gestellte Frage nach dem Gesamtumsatz sämtlicher deutschen Bau- und Heimwerkermärkte errechnet sich wie folgt: Die hochgerechnete Gesamtverkaufsfläche der deutschen Baumärkte umfasst 17,666 Mio. m² Verkaufsfläche (siehe Grafik Seite 14). Wird diese Gesamtverkaufsfläche mit der Durchschnittsflächenproduktivität der „Top 20“ von 1.564 € multipliziert, errechnet sich ein Gesamtumsatz sämtlicher deutschen Bau- und Heimwerkermärkte von 27,6 Mrd. €. In 2004 lag dieser Wert noch bei 26,6 Mrd. €.
Verlierer und Gewinner
Welche Verlierer, welche Gewinner gab es 2005? Beim Umsatz sind die Gewinner, bedingt z.T. durch Übernahmen, Praktiker/Extra/Top-Bau, Bauhaus, Hornbach, die Zeus (Hagebau u.a.), Marktkauf, Max Bahr, I&M Interbaustoff, Hellweg, EMV-Profi, Distributa, Krämer und Rheika-Delta. Unterdurchschnittlich entwickelten sich Rewe (Toom/Zack), Globus, die Baywa und Knauber. Sieben Unternehmen verfügen über Jahresumsätze von jeweils über einer Mrd. €. Diese sieben umsatzstärksten Unternehmen sind Obi, Praktiker/Extra/Top-Bau, Bauhaus, Hornbach, Zeus (Hagebau u.a.), Rewe (Toom/Zack), Marktkauf. Doch innerhalb der „Top 7“ gibt es riesige Unterschiede. So ist Umsatzmarktführer Obi doppelt so groß wie der Viertplatzierte Hornbach und mehr als dreimal so groß wie Rewe (Toom/Zack) (Sechster). Praktiker/Extra/Top-Bau ist dreimal so groß wie Marktkauf und doppelt so groß wie Rewe (Toom/Zack).
Die sieben größten Unternehmen vereinigen fast 78 Prozent des Gesamtumsatzes der „Top 20“ auf sich (2004: fast 75 Prozent). Bei den zehn größten Unternehmen sind es sogar fast 88 Prozent (Vorjahr: fast 85 Prozent).
Unangefochtene Nummer Eins ist und bleibt Obi. Doch der Abstand zu den Verfolgern wird kleiner. In absoluten Zahlen führen Hornbach mit einem Jahresumsatzplus von 200 Mio. €, Bauhaus mit plus 180 Mio. € und Praktiker/Extra/ Top-Bau mit plus 150 Mio. € die Umsatztabelle 2005 an, wobei der Zuwachs bei Hornbach acht Prozent umfasst, während Bauhaus um fast sieben Prozent und Praktiker/Extra/Top-Bau um über vier Prozent zulegen konnte. Die höchste prozentuale Umsatzsteigerung konnte EMV-Profi mit über zwölf Prozent für sich verbuchen.
Um nur 30.000 m² oder 0,2 Prozent hat die Gesamtverkaufsfläche der diesjährigen „Top 20“ gegenüber dem Vorjahr (15,57 Mio. m²) zugelegt. Das liegt u.a. daran, dass die Nowebau (148.000 m²) nicht mehr berücksichtigt wird, da sie bei ihren DIY-Aktivitäten jetzt mit der EMV-Profi zusammenarbeitet. Den größten nominalen Flächenzuwachs erzielte Hornbach (rund 123.000 m²), gefolgt von Bauhaus und EMV-Profi. Bei Praktiker/Extra/Top-Bau sowie Baywa wurden geringere Flächen berücksichtigt. Auch in dieser Klasse führen sieben Unternehmen mit einer Baumarktverkaufsfläche von jeweils über einer Mio. m² die Rangliste an. Die sieben Verkaufsflächenmillionäre sind Obi, Praktiker/Extra/Top-Bau, Zeus (Hagebau u.a.), Bauhaus, Rewe (Toom/Zack), Hornbach und Marktkauf. Diese „Top 7“ vereinigen knapp 78 Prozent der Gesamtverkaufsfläche der „Top 20“ auf sich. Der Abstand der Wettbewerber zu den größten Unternehmen ist gewaltig. So ist Obi dreimal so groß wie Marktkauf; Praktiker/Extra/Top-Bau hat mehr als die doppelte Größe. Doch Max Bahr, Globus und Hellweg gehören heute schon mit zu den zehn flächengrößten Unternehmen, die immerhin fast 88 Prozent der Gesamtverkaufsfläche der 20 größten Unternehmen auf sich vereinigen (Vorjahr: fast 84 Prozent).
Den höchsten Flächenumsatz hatte von den Top 20 im vergangenen Jahr das vierte im Umsatzranking vertretene Unternehmen: Hornbach mit 2.017 €/m² Verkaufsfläche (-2,0 Prozent). Die höchste Zuwachsrate 2005 kann die Baywa vor Praktiker/Extra/ Top-Bau melden. Von 1993 bis 2003 musste bei den 20 größten Unternehmen ein Rückgang des statistischen Mittelwerts der Flächenproduktivität hingenommen werden. Im Jahr 2004 gab es bei den „Top 20“ erstmals wieder einen leichten Anstieg von 1.530 auf 1.543, der sich auch 2005 fortsetzte, und 21 € oder knapp 1,4 Prozent erreichte. Diese Steigerung gelang, weil die jetzt 20 größten Unternehmen beim Umsatz um 1,5 Prozent zulegen konnten, während die Verkaufsfläche nur um 0,2 Prozent gewachsen ist.
Risiken...
Die Risikogebiete für Neuansiedelungen liegen in den neuen Bundesländern (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Sachsen), die deutlich mit Baumärkten überversorgt sind. Eine Ausnahme bildet allerdings der „Speckgürtel“ um Berlin. Aber auch in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein liegt der Kaufkraftdichteindex über 110 und mahnt damit zur Vorsicht bei der Neuansiedlung von Baumärkten in diesen Bundesländern.
...und Chanchen
Den kleinsten Indexwert, und damit tendenziell Nachholbedarf in Bezug auf Baumärkte, gibt es bei der Betrachtung des Kaufkraft-dichteindexes je Einwohner in Hamburg sowie in Berlin (ohne die eigentlich notwendige Berücksichtigung von Brandenburg). Den besten Wert eines Flächenlandes hat Baden-Württemberg (82,2) vor Nordrhein-Westfalen (84,6) und dem Saarland (86,7). Daneben kann es auch in stark besetzten Bundesländern in einzelnen Kreisen noch gute Standorte geben. Bei der Suche nach diesen Lücken hilft die Karte „Verteilung der Baumärkte“ in diesem Supplement (Seite 18).
Aussichten
Wer glaubt, die Expansion sei am Ende, wird eines besseren belehrt. Das kann auch wegen des ständig notwendigen Renovierungsbedarfs nicht anders sein. Für 2006 planen die deutschen Baumarktbetreiber schon jetzt über 80 Neueröffnungen und etliche Großumbauten im In- und Ausland. Dabei sind die meist großflächigen Märkte immer häufiger Ersatz für bestehende Niederlassungen. Zudem steht eine Vielzahl von kleineren Aktualisierungen und Erweiterungen an. Daneben gibt es immer wieder Überlegungen, sich von Märkten zu trennen, weil sie sich nicht mehr rechnen. Um diese Märkte erfolgreich weiter zu betreiben, haben Unternehmen wie z.B. Marktkauf (Baudepot) und Rewe (Zack, Partnermärkte) Konzepte entwickelt, deren Weg weiter verfolgt werden sollte. Auch das neue Konzept von Max Bahr mit Max – der kleine Baumarkt und das Fix-Konzept von Obi, das in letzter Zeit nicht mehr multipliziert wurde, sind Ansatzpunkte, die in die eigenen Überlegungen einfliesen sollten. Denn in Prognosen werden kleineren Fachmärkten mit einem begrenzten Sortiment durchaus Zukunftschancen eingeräumt.
In Deutschland gibt es Ende 2005 netto insgesamt 36 Bau- und Heimwerkermärkte mehr (Stand Dezember 2004: 4.183). Damit fällt der Zuwachs um acht Märkte geringer aus als im Vorjahr.
Die von ausländischen Auguren immer mal wieder ins Gespräch gebrachte spektakuläre Übernahme gab es auch 2005 wieder nicht. Vollzogen wurden aber die Übertragung der Einzelhandelsaktivitäten der Hagebau an die Zeus sowie der gemeinsame Einkauf von Hellweg und Max Bahr in der Diyco. Weiterhin bemüht sich die Handelsseite immer stärker um die Konzentration auf weniger Lieferanten sowie die weitere europäische Kooperation, was die Industrieseite zu spüren bekommt. Daneben führt der Weg bei der Expansion sowohl nach West- als auch nach Osteuropa. 2006 wollen die deutschen DIY-Händler über 60 neue Baumärkte im Ausland auf den Weg bringen. Rund 40 Prozent der Neuplanungen im Ausland geht dabei auf das Konto von Obi, gefolgt von Bauhaus, Hornbach und Praktiker.
Das Ausland
Wie wichtig die Auslandsmärkte inzwischen für einige Unternehmen sind, soll nachfolgende Aufstellung zeigen. Der Obi-Auslandsumsatz kann mit über 1,5 Mrd. € beziffert werden. Bei Bauhaus beträgt der Auslandsanteil rund 1,05 Mrd. €. 900 Mio. € setzen die ausländischen Hornbach-Märkte um. Rund 870 Mio. € umfasst der Praktiker-Auslandsumsatz. Der Österreichumsatz der Baywa-Töchter AFS/RWA beträgt inzwischen 306 Mio. €. 114 Mio. € umfasst der österreichische Hagebaumarktumsatz. Rund 72 Mio. € erwirtschaften die tschechischen Globus-Märkte. Über 30 Mio. € tragen die österreichischen Hellweg-Märkte zum Gesamtumsatz bei. Rechnet man wenigstens weitere 150 Mio. € für die übrigen ausländischen Märkte deutscher Betreiber hinzu, so ergibt sich ein Gesamtumsatz deutscher Märkte im Ausland von knapp fünf Mrd. €.
Baumarktplanungen 2006
Schon jetzt sind Neubauten bzw. Erweiterungsmaßnahmen bei folgenden Unternehmen bekannt:
Max Bahr: Konkret sind u.a. Neubauten von Baumärkten in Bad Oldesloe und in Schweinfurt. Außerdem wird der Markt in Vellmar durch einen Neubau ersetzt. Hinzu kommen weitere Baumaßnahmen bei bestehenden Märkten. Bauhaus: Weitere deutsche Niederlassungen dieses Unternehmens folgen z.B. in Aachen, Berlin, Hamburg, Lübeck und Mainz. Zusätzlich stehen Neuplanungen in anderen europäischen Ländern z.B. in Dänemark (Kopenhagen), Finnland (Helsinki), Kroatien (Rijeka, Zadar), Norwegen (Oslo), Österreich (Linz), Schweden, Schweiz (Niederwangen, Mels), Slowenien (Ljubljana), Spanien (Tarragona) und der Türkei auf der Expansionsliste. Baywa: Voraussichtlich im Sommer beginnt man mit dem Bau von zwei Neubauten in Fürth und Pfarrkirchen. Darüber hinaus stehen Erweiterungen von Bau- & Gartenmärkten in Burghausen, Nürnberg und Murnau auf dem Terminplan. Distributa: Voraussichtlich im zweiten Halbjahr ersetzt ein neues Hela Profizentrum den bisherigen Markt in Homburg. EMV-Profi: Im Laufe des Jahres stehen zahlreiche Eröffnungen und Erweiterungen an. Bisher konkret sind acht Standorte in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Globus: In Pilsen soll ein SB-Warenhaus mit Baumarktabteilung eingeweiht werden. Außerdem sind an zwei deutschen Standorten (u.a. Schweinfurt) größere Erweiterungen geplant. Hellweg: Bisher stehen für dieses Jahr großflächige Ersatzstandorte in Ahaus und Hamm sowie Erweiterungen in Aschersleben und Staßfurt fest. Hornbach: In den kommenden fünf Jahren will das Unternehmen allein in Deutschland 15 Märkte eröffnen. Schwerpunkte der Expansion sind der Großraum München sowie Düsseldorf und Hamburg. Im Ausland wird in den Ländern, in denen man bereits vertreten ist, weiter expandiert. Zudem ist der Neueinstieg in Rumänien geplant. I&M Interbaustoff: Bis jetzt sind größere Umbauten und Erweiterungen bei Andre + Oestreicher in Babenhausen und Josef Thelen in Simmerath abzusehen, die von I&M begleitet werden. Kaes: In Kaufbeuren, Innovapark, kommt ein neuer Baumarkt. Krämer: Geplant sind Baumaßnahmen bei fünf Märkten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Leitermann: Man plant seit langem einen Markt in Groitzsch. Marktkauf: Bis jetzt steht eine weitere Marktkauf-Neueröffnung in Lüdinghausen fest. Darüber hinaus stehen weitere Optimierungen bei deutschen Baumärkten an. Zusätzlich könnten in Zukunft weitere Märkte in Moskau (u.a. Yasenevo) folgen. NBB: Baumaßnahmen sind im ersten Halbjahr in Herborn, Lehrte, Lippetal, Neustadt und Olsberg vorgesehen. Obi: In allen Ländern, in denen das Unternehmen vertreten ist, sowie in den neuen Ländern Ukraine und Kroatien stehen insgesamt 28 Neueröffnungen sowie Erweiterungen an. Schwerpunkte der Expansion sind Italien, Polen und Russland. In Russland sollen zehn Märkte verwirklicht werden. Insgesamt neun deutsche Märkte sollen u.a. in Coburg, im Großraum München sowie in Winnenden kommen, davon fünf Standortverlagerungen. Praktiker: In der zweiten Jahreshälfte sollen zahlreiche Neubauten im Ausland kommen. So sind Märkte in Bulgarien, Rumänien und der Ukraine vorgesehen. Rheika-Delta: In diesem Jahr kommt der neue Markt in Biedenkopf. Außerdem könnte mit den Bauarbeiten für einen weiteren Markt begonnen werden. Toom: Bis jetzt sind drei Neueröffnungen u.a. in Lengerich und Neukirchen-Vluyn bekannt. Außerdem soll der Markt in Bad Säckingen durch einen Neubau ersetzt werden. Zudem sind weitere Baumaßnahmen im Gespräch. Zeus (Hagebau u.a.): Im laufenden Jahr hat sich die Hagebau-Planungsabteilung bisher vier deutsche Neubauten vorgenommen. Daneben stehen über 40 Umplanungen und Erweiterungen bei den Gesellschaftern auf der Planungsliste, die schwerpunktmäßig im Frühjahr und Herbst realisiert werden sollen.
Die Entwicklung der jeweils 20 größten Unternehmen
Baumarkt-Kennzahlen Flächenumsätze 2005
Anzahl der Filialen, Gesamtverkaufsfläche und Gesamtumsatz – Diese Faktoren sind für sich genommen nur Bausteine zur Beurteilung der Marktstärke eines DIY-Unternehmens. Wer die Flächenleistung betrachtet, verknüpft die Unternehmensdaten von Umsatz und Verkaufsfläche miteinander, so wie in dieser Grafik für die 20 flächenproduktivsten DIY-Handelsunternehmen.
Auf den vorderen Plätzen bei den flächenproduktivsten Unternehmen liegen nicht allein die Großen der Branche, man findet dort viele kleinere und mittelgroße Unternehmen. Erwähnenswert sind hier z.B. Hornbach, Globus, Knauber und Bauhaus. Hornbach belegt wie im Vorjahr den ersten Platz. Vordere Plätze haben über die Jahre gesehen immer Globus und Knauber eingenommen.
Seit 1993 ist bei den größten Unternehmen ein Rückgang des statistischen Mittelwerts der Flächenproduktivität zu beobachten. Im Jahr 2004 gab es bei den „Top 20“ erstmals wieder einen leichten Anstieg von 1.530 auf 1.543, der sich auch 2005 fortsetzte, und 21 € oder knapp 1,4 Prozent erreichte. Diese Steigerung gelang, weil die jetzt 20 größten Unternehmen beim Umsatz um 1,5 Prozent zulegen konnten, während die Verkaufsfläche nur um 0,2 Prozent gewachsen ist.
Die 20 Größten beim Umsatz
Die nebenstehenden Zahlen (Stand 31. Dezember 2005) wurden von den Unternehmen zur Verfügung gestellt. Bei einigen Unternehmen konnten nur Schätzwerte angegeben werden. Obi macht nur Angaben zum Umsatz der gesamten Gruppe, der 6,6 Mrd. € umfasst. Der Obi-Baumarktumsatz umfasst nach eigenen Berechnungen 5,2 Mrd. €. Bei allen Umsatzangaben ist die Mehrwertsteuer berücksichtigt.
Bruttoumsätze
Die Umsatz-Hitliste verdeutlicht, wie dominant die ersten sieben Unternehmen – Obi, Praktiker/ Extra/Top-Bau, Bauhaus, Hornbach, Zeus (Hagebau u.a.), Rewe (Toom/Zack), Marktkauf – allesamt Umsatzmilliardäre – im Vergleich zu den übrigen Unternehmen sind. Aber auch innerhalb der „Top 7“ gibt es große Unterschiede. So ist Umsatzmarktführer Obi doppelt so groß wie der Viertplatzierte Hornbach und fast fünfmal so groß wie Marktkauf (Siebter). Und Hornbach macht mehr als das 25-fache des Knauber-Umsatzes, und das mehr als sechsfache des Umsatzes der EMV-Profi-Mitglieder.
Die größten Unternehmen konnten beim Umsatz weiter zulegen. So vereinigten die sieben größten Unternehmen fast 78 Prozent (2004: fast 75 Prozent) des Gesamtumsatzes der „Top 20“ auf sich. Bei den zehn größten Unternehmen waren es sogar fast 88 Prozent (Vorjahr: fast 85 Prozent).
Gesamtverkaufsfläche
Um rund 30.000 m² oder 0,2 Prozent hat die Gesamtverkaufsfläche der diesjährigen „Top 20“ gegenüber dem Vorjahr (15,57 Mio. m²) zugelegt. Zum Jahresende 2005 gibt es sieben Verkaufsflächenmillionäre – Obi, Praktiker/Extra/ Top-Bau, Zeus (Hagebau u.a.), Bauhaus, Rewe (Toom/Zack), Hornbach und Marktkauf. Diese „Top 7“ vereinigen knapp 78 Prozent der Gesamtverkaufsfläche der „Top 20“ auf sich, und damit rund vier Prozent mehr als vor Jahresfrist. Doch auch der Abstand innerhalb der größten Unternehmen ist gewaltig. So ist Obi mehr als doppelt so groß wie Bauhaus und Praktiker/Extra/ Top-Bau hat mehr als die doppelte Größe von Marktkauf. Die zehn flächengrößten Unternehmen, zu denen außerdem Hellweg, Max Bahr und Globus gehören, vereinigen auf sich immerhin fast 88 Prozent (Vorjahr: fast 84 Prozent) der Gesamtverkaufsfläche der 20 größten Unternehmen.
Neueröffnungen der 30 größten DIY-Handels-Unternehmen 2005
Zu den aktuell 30 größten DIY-Handelsunternehmen gehören insgesamt zehn Märkte mehr. Dazu gekommen sind 108 Märkte durch Neueröffnungen, Zuwanderungen von anderen Unternehmen oder durch Neuberücksichtigung. Dem stehen 98 Märkte gegenüber, die geschlossen, an andere Unternehmen gegangen sind oder nicht mehr berücksichtigt wurden, weil sie über weniger als 400 m² Verkaufsfläche verfügen. Hinzu kamen etliche Standortverlagerungen. Die zahlenmäßig größten Zuwächse konnten Zeus (Hagebau u.a.), EMV-Profi, Hornbach, Baustoff Verbund Süd, Krämer und Praktiker/Extra/Top-Bau für sich verbuchen. Die zahlenmäßig meisten Abgänge trafen die Celo (Nowebau und EGN teilweise an EMV-Profi und zuletzt Baustoffring), Baywa und I&M Interbaustoff. Diese Ergebnisse sind das Resultat der ausgewerteten Veränderungen bei den Baumarktunternehmen, Kooperationen und Franchisebetrieben – sowohl in- als auch ausländische Baumärkte wurden berücksichtigt – für den Zeitraum von 1. Januar 2005 bis Ende Dezember 2005. Wo genau die Standortaktivitäten bei den jeweiligen DIY-Handelsunternehmen lagen, zeigt nachfolgende Einzelbetrachtung:
Zeus (Hagebau u.a.)
Zu dieser Tochtergesellschaft von E/D/E, EK Servicegroup und Hagebau gehörten zum Jahresende 2005 711 Bau- und Heimwerkermärkte, davon 64 im Ausland. Größere Baumaßnahmen gab es bei Gesellschafterbetrieben in Ebersberg, Eckernförde, Husum, Korschenbroich, Markdorf, Nortorf (Ersatz) und Westerburg (ex Bauklotz). Nicht mehr dabei sind ehemalige Mitgliedsbetriebe in Bad Lauterberg, Beckum, Erfurt, Holzwickede, Husum und Weinsberg. Größere Erweiterungen gab es u.a. bei Märkten in Amberg, Bayreuth, Hildesheim, Langenfeld, Mainz, Neuenrade, Oberhausen, Peine, Wernigerode und A-Weiz. Vom Unternehmen werden nun mehr Werkmarkt-Heimwerkermärkte als noch vor Jahresfrist aufgeführt.
Obi
Zum Jahresende steuerte der Franchiseverbund 338 (Vorjahr: 341) deutsche Bau- und Heimwerkermärkte sowie weitere 152 (Vorjahr: 148) im Ausland, davon 34 in Italien, 38 in Österreich, 18 in Ungarn, 20 in Tschechien, 25 in Polen, sieben in der Schweiz sowie jeweils vier in Slowenien und Russland und zwei in Bosnien-Herzegowina. Im Jahresverlauf gab es insgesamt 17 Neueröffnungen und fünf Schließungen (in Köln, Moers, Pocking, Remscheid, Winnenden) und vier Verlagerungen (A-Imst, Miesbach, Stadtbergen, Wermelskirchen). Außerdem beendete man zur Jahresmitte das Engagement in China. Ein neuer deutscher Standort wurde in Berlin besetzt. Im Ausland kamen Märkte in China (2), Italien (3), Polen (2), Russland (2), der Schweiz (3), Tschechien (3) sowie Ungarn (1) hinzu.
Praktiker/Extra/Top-Bau
Vor Jahresfrist gehörten zu Praktiker/Extra/Top-Bau 362 Baumärkte. Inzwischen sind es 366, davon vier in Geschäftsbesorgung in Österreich. Doch hinter diesem Plus von vier Märkten stehen mehr Veränderungen, als man zuerst annehmen könnte. So wurden deutsche Märkte in Hildesheim und Trier eröffnet. Geschlossen wurden u.a. deutsche Filialen in Bremen, Hildesheim, Leißling (an Globus), Oberhausen und Regensburg. Jenseits der Grenzen intensivierte man die Expansion in Rumänien (Arad, Craiova, Constanta, Oradea). Es kamen aber auch Baumärkte in Bulgarien (Plovdiv, Sofia, Varna) und Polen (Okecie) dazu. Zur Praktiker-Tochtergesellschaft Top-Bau gehören wie im Vorjahr 22 Märkte. Zu Extra gehören zum Jahresende 2005 noch 22 Märkte und Abteilungen (Vorjahr: 23), da die Heimwerkerabteilung in Waltershausen nicht mehr dabei ist.
I&M Interbaustoff
Bei den Gesellschafterbetrieben gab es etliche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen. Größere Maßnahmen z.B. bei Schmelz in Aschaffenburg, Dethleffsen in Bredstedt, Auer in Neufahrn und Schierer in Cham. Nicht mehr dabei sind u.a. Voss in Dülmen und Blatt in Haibach. Neu hinzugekommen ist das Baucentrum Weißenfels in Tagewerben. In der Betrachtung der Mitgliedsbetriebe werden nur 245 Einzelhandelsverkaufsflächen mit mehr als 400 m² Gesamtverkaufsfläche berücksichtigt, davon zwei Märkte in Luxemburg und je einer in Italien, Österreich und Tschechien. Berücksichtigt man bei I&M auch die Fachmärkte, so gehören 342 Märkte zur Kooperation.
Baywa
In die Betrachtungen werden nur Märkte mit mehr als 400 m² einbezogen. Davon gibt es in Deutschland zum Jahresende insgesamt 112 inklusive Franchise, nachdem eigene kleinere Märkte u.a. in Holzgerlingen, München-Perlach, Vaihingen und Wangen geschlossen bzw. nicht mehr berücksichtigt wurden. Zur österreichischen Tochtergesellschaft RWA gehörten zum Jahresende insgesamt 131 Märkte in Österreich mit über 400 m² Verkaufsfläche, davon 41 mit mehr als 1.000 m² Verkaufsfläche. Von den 41 Märkten gehören 13 zur Baywa-Franchisetochter AFS und 28 zur RWA. Vor Jahresfrist betreute die RWA noch 31 Baumärkte in der Alpenrepublik.
Rewe (Toom/Zack)
Die Baumärkte in Altenkirchen, Kötzting (Franchise) und Schorndorf (Partner) wurden im Jahresverlauf durch Neubauten ersetzt. Zusätzlich wurde der im Jahresverlauf 2005 abgebrannte Markt in Bitburg komplett neueröffnet. In Berlin-Tempelhof und Berlin-Weißensee sind ehemalige Toom-Baumärkte als „Zack Der Baumarkt-Discount“ wiedereröffnet worden. Außerdem sind fünf ehemalige Toom-Märkte in selbständige Kooperationsmärkte umgewandelt worden. Zudem ging in Crimmitschau ein Markt als „Zack Der Baumarkt-Discount“ ans Netz. Geschlossen wurden Toom-Baumärkte in Itzehoe und Wiesbaden. Der Markt in Michelstadt wurde erweitert.
Bauhaus
Man trennte sich im Verlauf des Jahres von Niederlassungen in Berlin-Gewerbehof, Berlin-Gorkistraße, Hamburg-Kieler-Straße, Heilbronn, Idar-Oberstein und Köln-Frankfurter-Straße. Erweitert wurden u.a. die Standorte in Duisburg, Düsseldorf, DK-Glostrup und S-Järfälla. Eingeweiht hat man neue deutsche Bauhaus-Filialen in Aschaffenburg, Bornheim, Köln-Theodor-Heuss-Straße und Landshut. Daneben verstärkte man die Auslandspräsenz durch neue Fachcentren in Dänemark (Arhus), Österreich (Villach, Ersatz), Slowenien (Maribor), Spanien (Malaga) sowie in Tschechien (Brünn, Ersatz).
EMV-Profi
Zur Kooperation gehören zum Jahresende 257 Mitgliedsfirmen, davon u.a. 172 Baumärkte mit mehr als 400 m² Verkaufsfläche sowie Baustoff-Fachmärkte und Raiffeisen-Verkaufsstellen. Im Jahresverlauf kamen über 40 Mitgliedsunternehmen aus Bayern, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Österreich dazu. Zehn Märkte sind nicht mehr dabei: Andernach, Bergen, Kropp, Lehnsahn, Ludwigslust, Pohlheim, Rödermark, Tellingstedt, Wittstock und Zittau. Trotz des Nettozuwachses von über 30 Märkten können nur 19 Baumärkte berücksichtigt werden, da die anderen Märkte über weniger als 400 m² Verkaufsfläche verfügen.
Marktkauf
Verdichtet wurde das Vertriebsgebiet durch neue Baumärkte in Horn-Bad Meinberg und Wernigerode (Baudepot). Zudem wurden die verbliebenen Dixi Heim + Hobby-Märkte auf Marktkauf umgestellt. Zusätzlich gab es u.a. Baumaßnahmen in Burg, Rhauderfehn, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Daneben hat man die Marktkauf Baumärkte in Greifswald, Hildesheim und Lutherstadt Wittenberg auf die Discount-Vertriebslinie Marktkauf Baudepot umgestellt.
Hornbach
Das Vertriebsnetz wurde durch großflächige deutsche Filialen in Berlin-Gradestraße, Frankfurt, Kiel, München-Muthmannstraße und Würzburg ergänzt. Der Markt in Bornheim wurde nach Totalumbau und Angliederung eines Drive-In wiedereröffnet. Geschlossen wurde der Markt in Mannheim-Neckarau. Weitere ausländische Märkte starteten in der Slowakei (Kosice), Tschechien (Hradec Kralové). Zusätzlich expandierte das Unternehmen in Schweden (Malmö-Arlöv).
NBB – Bauspezi
Im Verlauf des Jahres konnten Märkte in Gammertingen und Gedern verwirklicht werden. Zudem kam die Erweiterung in Schwarmstedt hinzu. Nicht mehr dabei sind die Märkte in Greiz, Dinkelsbühl und Wassertrüdingen.
Max Bahr
Ein neuer Markt kam in Hamburg, Bramfelder Chaussee, hinzu. Zusätzlich wurden die alten Standorte in Nürnberg, Geisseestraße, und Lübeck, Bei der Lohmühle, durch großflächige Neubauten ersetzt. Zudem wurden die Märkte in Berlin, Schnellerstraße, und Bremen, Stresemannstraße, jeweils um ein Gartencenter erweitert. Unter dem Max – der kleine Baumarkt-Slogan starteten in Berlin zwei kleine Innenstadtbaumärkte. Kurz vor Jahresende wurde der Markt in Kiel, Bahnhofstraße, geschlossen.
Hellweg
Die Niederlassungen in Bochum und Borken wurden u.a. nach Angliederung eines neuen Gartencenters wiedereröffnet. Zusätzliche größere Baumaßnahmen gab es in Berlin-Weißensee, Oberhausen, Rodewisch, A-Linz und A-Vöcklabruck.
Krämer
Insgesamt kamen fünf Mitgliedsbaumärkte hinzu. So u.a. eine Neueröffnung in Steinpleis. Daneben konnten die Baumärkte in Schermbeck und Schirgiswalde nach Umbau (und Erweiterung) wiedereröffnet werden.
Globus
Während sich am Standortnetz in Tschechien nichts geändert hat, ersetzte der Ex-Praktiker in Leißling den eigenen Markt in Weißenfels. Außerdem konnte man den Markt in Hösbach erweitern.
Distributa
In Weinheim ist der alte Standort durch den neuen Markt ersetzt worden. Zusätzlich ist der Markt in Idar-Oberstein erweitert worden.
Rheika-Delta
Das Unternehmen weihte in seinem Vertriebsgebiet den neuen Markt in Herborn ein. Außerdem wurden die Filialen in Niedersachswerfen und Vellmar auf bestehender Fläche umgebaut.
Kaes
In Buchloe wurde die V-Markt Heimwerkerabteilung nach Umbau wiedereröffnet. Neu gestartet ist der Baumarkt in Günzburg beim Legoland, der die Heimwerkerabteilung im V-Markt ersetzt.
Leitermann
Neu hinzu gekommen ist der Markt in Annaberg-Buchholz. Außerdem wurde der Markt in Schmölln erweitert.
Die Neueröffnungen der DIY-Handelsbetriebe 2005
1. Über 50 Neueröffnungen und zahlreiche Großumbauten erwartete der Dähne Verlag zu Jahresbeginn 2005 auf Grund der Planungen der Unternehmen. Tatsächlich verwirklicht wurden bis Ende Dezember 2005 insgesamt 104 neue Baumärkte (2004: 97), davon 64 in Deutschland. Daneben wurden rund 40 Wiedereröffnungen nach größerem Umbau oder Erweiterung registriert. Gleichzeitig gab es ca. 70 Baumarktschließungen/Übernahmen
Die Neueröffnungen in 2005 waren nach dem Motto „Wir wollen das Frühjahrs- und das Jahresendgeschäft mitnehmen“ sehr ungleichmäßig über das gesamte Jahr verteilt. Während – sortiert nach Reihenfolge – im Januar, Juni, Juli und August die wenigsten Baumärkte eröffnet wurden, kamen im September und November, April, März die meisten Baumärkte hinzu. Im Vorjahr waren Oktober, März und September die Monate mit den meisten Baumärkten. Wer sich die Entwicklung im letzten Jahr genauer anschaut, dem fällt ein Eröffnungsschwerpunkt ab Herbst ins Auge, der auch noch im November und Dezember über Vorjahresniveau lag. Zusätzlich lassen sich einige besonders bemerkenswerte Veränderungen zu den Vorjahresmonaten ermitteln. So konnten im April, September, November und Dezember positive Abweichungen errechnet werden, wobei das größte Plus im November mit +8,2 Prozentpunkten zum Vorjahr lag. Das größte Minus musste im September mit -12,9 Prozentpunkten festgestellt werden. Im Berichtszeitraum liegt der Anteil der Neueröffnungen mit 44,2 Prozent in der ersten Jahreshälfte um 0,9 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert (43,3 Prozent). Während 1992 im ersten Halbjahr 45,5 Prozent der Neueröffnungen erfolgten, waren es z.B. 2001 49,5 Prozent.
2. Der seit längerem anhaltende Trend zu immer größeren Verkaufsflächen bei den neu eröffneten Märkten verstärkt sich im Jahr 2005. So hatten im Berichtszeitraum 44,2 Prozent sämtlicher Neueröffnungen zwischen 5.000 m² und 10.000 m² Verkaufsfläche, während dieser Anteil 2004 noch bei 42,3 Prozent lag. Noch deutlicher fiel das Plus in der Betriebsgrößenkategorie mit mehr als 10.000 m² Verkaufsfläche aus. Dort konnte gegenüber dem Vorjahr ein Plus um 4,8 Prozentpunkte auf 33,7 Prozent festgestellt werden. Wer 2005 sämtliche Baumärkte mit über 5.000 m² Verkaufsfläche betrachtet, kommt gegenüber 2004 auf ein beachtliches Plus von 6,7 Prozentpunkten und zwar von 71,2 Prozent in 2004 auf 77,9 Prozent in 2005. Dass 2005 fast 80 Prozent sämtlicher Neueröffnungen über mehr als 5.000 m² Verkaufsfläche verfügen, bedeutet, dass diese Neueröffnungen die einmal eingenommenen Standorte häufig langfristig sichern sollen, damit die Investitionen überhaupt gerechtfertigt sind.
Außerdem hat sich der Anteil der Märkte zwischen 2.500 m² und 5.000 m²  Verkaufsfläche, der in der Vergangenheit, bis auf 2003 (15,5 Prozent), kontinuierlich gefallen ist, im Berichtszeitraum leicht auf 10,6 Prozent erhöht. Wer sämtliche neuen Outlets mit mehr als 2.500 m² Verkaufsfläche in die Betrachtungen einbezieht, stellt fest, dass sich ihr Prozentwert gegenüber dem Vorjahr auf hohem Niveau weiter erhöht hat. Während 2003 die Märkte dieser Kategorie 74,1 Prozent der Neueröffnungen auf sich vereinigten, waren es 2004 insgesamt 79,4 Prozent. Dieser Wert kletterte im Berichtszeitraum auf 88,5 Prozent. Gleichzeitig ist im vergangenen Jahr der Prozentwert sämtlicher Neueröffnungen in der Kategorie 1.000 m²  bis 2.500 m² Verkaufsfläche erheblich auf 1,9 Prozent (2004: 12,4 Prozent) gefallen.
Fasst man sämtliche Märkte der Verkaufsflächenbereiche bis 2.500 m²  zusammen, dann kommt man in 2005 in dieser Kategorie nur noch auf insgesamt 11,5 Prozent aller Neueröffnungen, 2004 waren es noch 20,6 Prozent. Dabei konnten die Märkte bis 1.000 m²  Verkaufsfläche im Berichtszeitraum ein Plus von 1,4 Prozent verbuchen. Mit dabei berücksichtigt sind auch innerstädtische Märkte.
Entwicklung der Neueröffnungen nach PostleitgebietenAngaben in Prozent
Europäische Baumarkt-Standorte der zehn größten  deutschen DIY-Handelsunternehmen 1995-2005 (Stand jeweils Dez.)  * Seit 2004 werden mehr Werkmarkt-Heimwerkermärkte aufgeführt** I&M und IBS rückwirkend zusammengefasst (ab 400 m² Verkaufsfläche)
Verteilung der Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland
4.219 Bau- und Heimwerkermärkte gab es zum Jahresbeginn 2006 in Deutschland, deren Mindestverkaufsfläche 400 m² umfasst. Das sind 36 mehr als vor einem Jahr (4.183), da neben etlichen Schließungen auch 64 deutsche Märkte neu hinzu kamen.
Die erste Spalte der Tabelle macht deutlich, wie sich die Standorte auf die einzelnen Bundesländer verteilen. Spitzenreiter sind hier Nordrhein-Westfalen (19,4 Prozent), Bayern (15,6 Prozent), Baden-Württemberg (11,7 Prozent) und Niedersachsen (11,2 Prozent). Dabei ist Nordrhein-Westfalen gegenüber dem Vorjahr der eindeutige Sieger, während Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg verloren haben.
Erste Hinweise auf eine mögliche Unterversorgung bzw. Überversorgung mit Baumärkten ergeben sich aus dem Vergleich der prozentualen Verteilung der Bevölkerung in den einzelnen Bundesländern mit der prozentualen Baumarktverteilung. Ist der Prozentwert der Baumarktdichte niedriger als der Prozentwert der Einwohnerdichte, wie in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, kann dies ein Indiz für eine mögliche Unterversorgung mit Baumärkten sein. Eine größere Zusammenballung von Baumärkten gibt es in den Bundesländern, in denen die Baumarktdichte (in Prozent) größer ist als die Einwohnerdichte (in Prozent). Diese Länder sind: Bayern, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Ob diese erste Einschätzung einer näheren Betrachtung stand hält, zeigt u.a. die genauere Untersuchung der Rubrik „Verkaufsfläche in 1.000 m²“. Die Daten dieses Bereiches stammen zum größten Teil aus dem Handelsverzeichnis „Der DIY-Handel in Deutschland“. Sie wurden für sämtliche Baumärkte der einzelnen Bundesländer hochgerechnet. Dadurch ergibt sich ein relativ genaues Bild über die Gesamtverkaufsfläche sämtlicher Baumärkte mit mehr als 400 m² Verkaufsfläche (17,666 Mio. m²) und deren Verteilung auf die einzelnen Bundesländer. Gegenüber 2004 konnte ein Flächenzuwachs von weiteren 430.000 m² Verkaufsfläche hochgerechnet werden; der Flächenzuwachs hat sich damit zu 2004 deutlich erhöht (damals 101.000 m²). So umfasst z.B. die Gesamtverkaufsfläche in Nordrhein-Westfalen nun 3,606 Mio. m². Vergleicht man diesen Wert mit den Vorjahreszahlen, so ist dieser Wert um 128.000 m² gestiegen. Während es in den meisten Bundesländern, wie in Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen, Flächenzuwächse gab, wurden auch Flächenrückgänge in Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg ermittelt. Wie gewaltig die Flächenzuwächse in den letzten Jahren waren, zeigt ein kleiner Rückblick: Anfang 1999 gab es in Deutschland 4.014 Baumärkte mit rund 14,19 Mio. m² Verkaufsfläche, also mehr als drei Mio. m² weniger als heute. Während also vor sieben Jahren jeder einzelne Baumarkt über eine rechnerische Durchschnittsverkaufsfläche von 3.535 m² verfügte, sind es heute 4.187 m² Verkaufsfläche und damit über 600 m² mehr.
Die Gesamtverkaufsfläche aller Baumärkte kann auch in Relation zur deutschen Gesamtbevölkerung gesetzt werden. So kamen Anfang 2006 im Bundesdurchschnitt auf jeden Quadratmeter Baumarktverkaufsfläche 4,7 Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr lässt sich hier eine Zunahme der Verkaufsfläche feststellen, da dieser Wert Anfang 2005 noch bei 4,8 lag. Von diesem rechnerischen Mittelwert weichen die Werte in den einzelnen Bundesländern ab – und gerade auf diese Abweichungen kommt es an. Denn die Betrachtung der Abweichungen von dem Durchschnittswert (Dichteindex = 100) macht noch deutlicher, wo es überdurchschnittlich viele Einwohner je Quadratmeter Verkaufsfläche gibt: Insgesamt verfügen die Einwohner in den neuen Bundesländern sowie in Bremen, Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein über viel mehr Baumarkt-Verkaufsfläche als im bundesdeutschen Durchschnitt. Niedrige Werte haben Hamburg, Baden-Württemberg, Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Werte unter 100 deuten – rein statistisch gesehen – auf einen Nachholbedarf hin. Im Vergleich zum Vorjahr gab es deutliche Zuwächse beim Dichteindex in Bremen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein, während er in Baden-Württemberg und Berlin etwas sank.
Wer die beiden Dichteindices (Einwohner je m² Verkaufsfläche und Einwohner je Bau- und Heimwerkermarkt in 1.000) miteinander vergleicht, bemerkt auf Landesebene noch Lücken. Fast am unteren Ende der Skala liegt Berlin, wobei Berlin und Brandenburg gemeinsam betrachtet einen Dichteindex von über 100 ergeben, was den Nachholbedarf relativiert. Doch in Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen deuten beide Dichteindices auf eine unterdurchschnittliche Versorgung mit Baumärkten bezogen auf die Landesebene hin. Nicht ganz so eindeutig ist die Situation in Bayern und dem Saarland, wo nur jeweils einer der beiden Indices unter 100 liegt. Anlass zur Vorsicht vor Neuansiedlung gibt es in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Wer noch präzisere Aussagen bezogen auf Städte, Kreise oder größere Verwaltungseinheiten (z.B. Regierungsbezirke) machen will, muss noch genauere Untersuchungen in den Gemeinden der einzelnen Länder durchführen. Solche Detailerhebungen, die auch Faktoren wie Einkaufseinzugsgebiete der Bevölkerung und Anbieter verwandter Sortimente innerhalb eines eng begrenzten Gebietes berücksichtigen müssen, sind heute vor jeder Neuplanung Pflicht. Wie es um die bestehende Wettbewerbssituation in Bezug auf die Standorte in den Kreisen bestellt ist, zeigt die Karte „Baumarktverteilung in Deutschland“ in diesem Supplement (S. 18).
Zusammengefasst kann festgehalten werden: Seit Januar 2000 ist die hochgerechnete Gesamtverkaufsfläche sämtlicher Baumärkte in Deutschland um über zwei Mio. m² gestiegen. Gleichzeitig sank der Wert „Zahl der Einwohner je Quadratmeter Verkaufsfläche“ seit diesem Zeitpunkt von 5,29 auf 4,7, ein weiteres Indiz für den Anstieg des Flächenangebots. Daneben gab es z.B. im total überbesetzten Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren einen Rückgang bei der Anzahl der Märkte. Das gleiche gilt auch für Sachsen. Dagegen hat man z.B. in Bayern per Saldo in neue Märkte investiert, wodurch der Dichteindex gestiegen ist. Trotz allem Gerede von einem Überbesatz suchen und finden die DIY-Handelsunternehmen durch intensive Untersuchung der einzelnen Standorte noch Lücken, vor allem durch Neubauten an Ersatzstandorten und durch Erweiterungen.
Standortverteilung der DIY-HandelsUnternehmen im In- und Ausland
Im ersten Teil der Übersicht auf dieser Doppelseite sind die „TOP 20“ der deutschen Baumarktszene aufgeführt. Die Aufteilung der Märkte auf die einzelnen Bundesländer (Stand 31. Dezember 2005) gibt einen Überblick darüber, in welchen Bundesländern die Unternehmen mit ihren inländischen Baumärkten wie häufig vertreten sind. Im zweiten Teil steht, wo deutsche Unternehmen Auslandsmärkte betreiben und planen.
Aufteilung der Baumärkte
Wer die gewachsene Struktur der Baumärkte mit der Verteilung der Bevölkerung in den Bundesländern vergleicht, erwartet eine möglichst gleichmäßige Verteilung. Doch auch bei den inzwischen sehr großen Unternehmen gibt es regionale Stärken und Schwächen. So ist selbst die Zeus (Hagebau u.a.) in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen und in Thüringen eher unterrepräsentiert. Dagegen ist das Unternehmen z.B. in Bayern, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein in Bezug auf die Bevölkerung überrepräsentiert. Während die Baywa ihr Standortschwergewicht südlich der Main-Linie hat, liegt das von Marktkauf nördlich der Main-Linie. I&M Interbaustoff hat gegenüber den „Top 3“ Lücken in Bayern, Berlin, Bremen, Niedersachsen und den neuen Bundesländern. insgesamt gehören zu den zehn zahlenmäßig größten Unternehmen 2.402 (= knapp 57 Prozent) sämtlicher Bau- und Heimwerkermärkte (4.219). Im Dezember 1993 lag der Vergleichswert erst bei über 42 Prozent. Die erfassten „Top 20“ repräsentieren sogar knapp 70 Prozent sämtlicher Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland.
Die Stärksten in den Bundesländern
Die Marktführer (nach Anzahl der Märkte) in den einzelnen Bundesländern sind in der Tabelle fett markiert.
Zeus (Hagebau u.a.) ist wegen der Anzahl der Märkte Marktführer in den meisten Bundesländern. Ausnahmen: Bauhaus und Rewe (Toom/Zack) teilen sich die Marktführerschaft in Berlin. Max Bahr ist Marktführer in Bremen (5 Märkte) und Hamburg (15). Obi ist Marktführer in Sachsen, und im Saarland hat Distributa (12) die meisten Baumärkte. Wo die jetzigen zehn größten Unternehmen wie häufig in Deutschland vertreten sind, zeigt ein Blick in die untere Tabelle. Interessant ist auch ein Blick in die Vergangenheit: Vor zehn Jahren (Dezember 1995) hießen die fünf größten deutschen Baumarktbetreiber: Obi (305 Standorte), Hagebau (247), Interpares/Mobau (234), Praktiker (196) und DIY-Zentraleinkauf (185).
Karte der „TOP 20“
Die nebenstehende Karte berücksichtigt einerseits die absolute Zahl der Märkte in den Ländern, die von den 20 zahlenmäßig stärksten Unternehmen insgesamt gesteuert werden, und andererseits den Prozentwert der Baumarktverteilung. Wer die Prozentangaben der 20 größten Unternehmen mit der prozentualen Bevölkerungsverteilung in den Bundesländern (s. Tabelle auf S. 14) vergleicht, stellt Abweichungen fest, die erste grobe Folgerungen für die „Top 20“ insgesamt zulassen. Denn es gibt eine mögliche Unterdeckung dieser Unternehmen mit Baumärkten, bezogen auf die Bevölkerung, in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Keinen Nachholbedarf mehr, bezogen auf Länderebene, haben tendenziell diese 20 DIY-Handelsunternehmen insgesamt gesehen in den neuen Bundesländern sowie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Auslandsaktivitäten
Die berücksichtigten deutschen Unternehmen verfügen inzwischen über 590 Märkte im Ausland. Das sind 63 mehr als vor Jahresfrist, da u.a. die österreichische NBB-Beteiligungsgesellschaft DFH berücksichtigt wird. Die meisten Auslandsmärkte sind in Österreich (320). Tschechien, Polen, Italien, Ungarn, Luxemburg, Schweden, Dänemark, Rumänien und die Türkei folgen auf den Plätzen. In Zukunft sollen mindestens 66 weitere Baumärkte von deutschen Unternehmen gesteuert werden. Darunter sind auch Märkte in zusätzlichen Ländern wie Kroatien (Obi), Norwegen (Bauhaus), Rumänien (Hornbach), Schweiz (Bauhaus) und Ukraine (Obi und Praktiker). In Zukunft wird Osteuropa bei der Expansion eine wesentlich größere Rolle spielen, weil dort höhere Wachstumsraten erwartet werden als in manchen westeuropäischen Ländern. Daneben planen die Unternehmen die Expansion über Europa im engeren Sinn hinaus in Richtung Russland (Obi allein 10 Märkte). Man darf sicher sein, dass die Reise immer mehr ins Ausland geht, denn seit 1994 bis Ende 2005 ist der Auslandsanteil sämtlicher Neueröffnungen von 1,4 Prozent auf inzwischen 38,6 Prozent gewachsen. Nicht verschwiegen werden soll, dass es auch Einzelkämpfer (meist Kooperationsmitglieder) gibt, die Märkte im Ausland betreiben.
Baumarktverteilung in Deutschland
In der Übersicht sind sämtliche Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland aufgeführt (4.274), d. h., es wurden auch die selbständigen Baumarktbetreiber berücksichtigt. Kreisgebiete mit ein bis fünf Standorten zeigen expansionswilligen Unternehmen mögliche Chancen für die Zukunftsplanung auf.Vor jeder Investition ist jedoch eine  genaue Recherche  vor Ort zwingend  erforderlich.
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