Scharfe Kritik

04.07.2012
In der hitzigen Generaldebatte auf der heutigen Praktiker-Hauptversammlung greift Großaktionärin de Krassny massiv den Vorstand an und erläutert ihr eigenes Beteiligungsangebot

Seit 12 Uhr läuft die Generaldebatte auf der diesjährigen Aktionärsversammlung der Praktiker AG. Zahlreiche Redner haben sich dazu bereits in die Rednerliste eintragen lassen. Die Vertreter diverser Kleinaktionärsschutzvereinigungen kritisierten in ihren Stellungnahmen Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns scharf. Man freue sich ja auf jedes neue Unternehmen, das in Hamburg seine Hauptversammlung abhalte; die Stadt sei aber kein großes Bestattungsunternehmen, hieß es beispielsweise. Als dritte Rednerin trat die Großaktionärin de Krassny ans Rednerpult. Was Praktiker fehle, das seien Vorstände, die etwas vom Geschäft verstünden, so ihr Vorwurf. Ihr Beteiligungsangebot sei mit einer Verzinsung von 13 Prozent deutlich besser als das des Kapitalinvestors Anchorage mit 17 Prozent. Sie sei zusammen mit Partnern bereit, auch dieselben 85 Mio. € wie Anchorage in die Praktiker AG mit einzubringen. Außerdem würde sie sich anders als Anchorage am risikobehafteten Praktiker-Kapital beteiligen. Sie fordere daher zumindest den Rücktritt aller Aufsichtsratsmitglieder. Vertreten sind in Hamburg rund 26,9 Prozent der Aktionäre. Das bedeutet, dass die kritischen und Kleinaktionäre durchaus eine reelle Chance haben, mit ihren Ablehnungs- und Abwahlanträgen durchzukommen. Dabei ist die Frage noch offen, ob es dazu in dieser eintägig geplanten Aktionärsversammlung überhaupt kommt. Denn wenn die gestellten Anträge heute bis 24 Uhr nicht beschieden werden, muss eine neue Versammlung einberufen werden.
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