Todeserklärung von Karl-Erivan Haub

Der Erbstreit im Hause Tengelmann eskaliert

14.10.2020

Der Streit um das Erbe des vor gut zweieinhalb Jahren in den Schweizer Alpen verschwundenen Tengelmann-Chefs Karl-Erivan Haub eskaliert. Die Witwe des früheren Firmenchefs (Obi, Kik, Tedi) stemmt sich nach Informationen der „Westdeutschen Allgemeine Zeitung“ dagegen, dass Karl-Erivan Haub, wie von dessen zwei Brüdern Michael und Georg angestrebt, für tot erklärt wird. Die drei Brüder halten jeweils rund ein Drittel am Unternehmen (davon jetzt ein Drittel die Frau des Verschollenen, Katrin Haub). Der jetzige Firmenchef Michael Haub strebt eine Todeserklärung nach dem Verschollenengesetz an.

Hintergrund sind Streitigkeiten über den Wert der Firmengruppe. Katrin Haub, die ihren Anteil gerne veräußern würde, geht von einem Unternehmenswert von rund 6 Mrd. Euro aus, was bei einem Anteil von 31,6 Prozent rund 1,9 Mrd. Euro für sie bedeuten würde. Christian Haub seinerseits geht von einem Firmenwert von rund 4 Mrd. Euro aus. Außerdem sieht der Gesellschaftervertrag eine Abfindung nur auf 70 Prozent des Werts von Tengelmann vor, was den Anteil von Katrin Haub um fast 1 Mrd. Euro weiter drücken würde.

Katrin Haub war zuletzt mit einem Antrag gescheitert, die Konzernrücklagen in Höhe von 1,9 Mrd. Euro aufzulösen. „Sollte es den beiden Brüdern gelingen, Karl-Erivan per Gericht für tot erklären zu lassen, stünde Schwägerin Katrin mächtig unter Druck. Ihr blieben dann nur noch wenige Monate, um eine Lösung zu finden, wie sie die Erbschaftssteuer bezahlen kann“, schreibt das „manager magazin“ zu den Erbstreitigkeiten im Hause Tengelmann.

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