ZHH zu Lockdown und Warenengpässen

Hartwarenhandel: Eintrübung trotz Zuwächse bei Heimwerkern

Elektrowerkzeuge gehören zum Sortiment des Hartwarenhandels.
Elektrowerkzeuge gehören zum Sortiment des Hartwarenhandels.
20.05.2021

Der Facheinzelhandel mit Schwerpunkten bei Eisenwaren, Sicherheitstechnik, Motorgeräten und Hausrat wird negativ vom seit Monaten andauernden Winterlockdown beeinflusst und ist zusätzlich von Problemen bei der Warenverfügbarkeit betroffen. Für das erste Halbjahr 2021 prognostizieren die Unternehmen im Hartwarenhandel mehrheitlich Umsatzrückgänge. Zuwächse gab es jedoch im Heimwerkerbereich. Das Berichtet der Zentralverband Hartwarenhandel (ZHH), der die Stimmung in der Branche zum sechsten Mal seit Beginn der Covid-19-Pandemie abgefragt hat.

40 Prozent melden Rückgänge

Das erste Quartal 2021 war anders als 2020 von einem fortdauernden Lockdown und je nach Sortimentsschwerpunkt dürftigen Witterungsbedingungen geprägt. Entsprechend berichten 40 Prozent der befragten Facheinzelhändler von deutlichen Umsatzrückgängen im Vergleich zum Vorjahr, 20 Prozent sogar von Einbrüchen von mehr als 20 Prozent. Dagegen haben 21 Prozent der Befragten Umsatzzuwächse verzeichnet, die auf eine hohe Nachfrage im Heimwerkerbereich zurückgeführt werden, so der Verband. Die übrigen 33 Prozent bewegen sich im Bereich von +/-2 Prozent.

Der Fachhandel profitiert weiterhin von einer regen Nachfrage im Endkundengeschäft
Thomas Dammann, Hauptgeschäftsführer des ZHH

Für das zweite Quartal wird nur mit marginaler Besserung gerechnet. So rechnen 61 Prozent der Hartwarenhändler für das erste Halbjahr mit Umsatzrückgängen. Zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wird auch die Auftragslage in der Werkstatt beziehungsweise mit Dienstleistungen oder Montagen tendenziell negativ bewertet: 30 Prozent sehen eine schlechtere Auftragslage gegenüber dem Vorjahr und nur 7 Prozent eine bessere.

Engpässe und Preissteigerungen

Als problematisch erweisen sich zudem sortimentsübergreifende Lieferengpässe und -verzögerungen sowie Preissteigerungen, die auf Verwerfungen in den internationalen Lieferketten, teilweise massive Rohstoffpreisverteuerungen und eine gesteigerte Nachfrage zurückgeführt werden. 87 Prozent der Fachhändler berichten von starken Problemen bei der Warenversorgung, 13 Prozent von teilweisen Engpässen. Probleme bei der Warenversorgung treten besonders bei Werkzeugen und Elektrowerkzeugen, elektronischen Schließsystemen, Motorgeräten sowie Ersatzteilen, Akkus, Befestigungstechnik, Elektrogroß- und Elektrokleingeräten auf.

5 Prozent durch E-Commerce

Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen generiert Umsätze mittels E-Commerce, im Durchschnitt 5 Prozent des Gesamtumsatzes. Click & Collect, der eigene Onlineshop und Onlineplattformen sind dabei die beliebtesten Mittel. Die Auftragsannahme durch Messengerdienste nimmt ebenfalls kontinuierlich zu. Click & Collect konnte nur 7 Prozent der Fachhändler überzeugen, da mit diesem Angebot nicht der normale Geschäftsbetrieb ersetzt werden konnte.

„Der Fachhandel profitiert zwar weiterhin von einer regen Nachfrage im Endkundengeschäft, gerät durch langwierige Flächenschließungen in Folge staatlicher Restriktionen wie auch durch Lieferengpässe aber zunehmend unter Druck“, resümiert Thomas Dammann, Hauptgeschäftsführer des ZHH. Er fordert die Politik auf, „Flächenöffnungen und eine Rückkehr zu einer normalen Betriebsführung schnellstens zu ermöglichen, denn die andauernde Wettbewerbsverzerrung im Lockdown gegenüber beispielsweise Lebensmittel- und Drogerieketten ist nicht mehr hinnehmbar und gefährdet hunderte von Existenzen.“

(Quelle: ZHH)
(Quelle: ZHH)
(Quelle: ZHH)
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