Industrieverband Garten

Steigende Rohstoffpreise setzen auch grüne Branche massiv unter Druck

Unter anderem Blumenerde wird teurer, warnt der IVG.
Unter anderem Blumenerde wird teurer, warnt der IVG.
21.10.2021

Von steigenden Rohstoffpreisen und Engpässen in der Lieferkette bedingt durch die Corona-Pandemie werden nun auch weitere Segmente der Gartenbranche betroffen. Darauf warnt der Industrieverband Garten (IVG) in einem Pressestatement. Steigende Energiepreise und der Fachkräftemangel verschärfen die Lage jetzt noch einmal und zwingen nun auch Hersteller von Substraten, Blumenerden und Düngemitteln dazu, einen Teil der Mehrkosten an den Handel und damit an den Endverbraucher weiterzugeben, so der Verband.

In den vergangenen Monaten waren besonders Metalle und Kunststoffe und damit Hersteller aus dem Gerätesegment betroffen. Inzwischen haben sich aber auch die Containerpreise für Kokos und Pinie seit dem Frühjahr mehr als vervierfacht, was zu einer Preissteigerung des fertigen Rohstoffs von etwa 15 Prozent geführt hat. Weitere 10 Prozent sind angekündigt. Zudem unterliegen die Hackschnitzel als Rohstoff für die Holzfaser Preissteigerungen von 75 Prozent in den vergangenen acht Wochen. Diese erfolgen nach Informationen des IVG unter anderem durch einen hohen Bedarf bei Pellets, Spanplatten und in der Papierindustrie bei gleichzeitiger Reduktion der Einschnittmengen in den Sägewerken. Auch der derzeitige Mangel von Arbeitskräften, der sich durch alle Branchen zieht, macht den Unternehmen zu schaffen. Um die Mitarbeiter zu halten, sind hohe Lohnsteigerungen nötig.

Explodierende Preise auch bei den Düngemitteln

Bei der Herstellung von Ammoniak und Stickstoffdüngemitteln ist Erdgas als Rohstoff und Energiequelle von entscheidender Bedeutung. Die erhöhten Erdgaspreise stellen daher auch die Düngemittelhersteller vor große Herausforderungen, insbesondere in Verbindung mit den stark gestiegenen Preisen für CO2-Zertifikate im Emissionshandel. Darüber hinaus haben sich bis heute bestimmte Düngemittelrohstoffe wie zum Beispiel Harnstoff um mehr als 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Manche Unternehmen in Europa haben ihre Ammoniakproduktion bereits eingestellt, da Folgeprodukte wie Stickstoffdünger auf einem sehr hohen Preisniveau angekommen sind. Gleichzeitig reduzieren Hersteller aus anderen Regionen dieser Welt (zum Beispiel Asien) ihre Exportmengen, um ihrerseits die lokalen Märkte bedienen zu können. Diese drastischen Produktionskürzungen werden erhebliche Auswirkungen auf Angebot und Preise haben, warnt der IVG.

„Viele unserer Mitgliedunternehmen haben in den vergangenen Monaten alles in ihrer Macht Stehende unternommen, um lieferfähig zu bleiben und den gewohnten Service zu gewährleisten“, sagt IVG-Geschäftsführerin Anna Hackstein. „Doch die Entwicklung der letzten Monate zwingt nun auch diejenigen dazu, die Preiserhöhungen bisher relativ gut kompensieren konnten, die Produktpreise zu erhöhen, um wirtschaftlich produzieren zu können.“ Dort, wo zugekaufte Rohmaterialien fehlen, arbeiten die Hersteller mit Hochdruck daran, technische Alternativen und neue Lieferanten zu finden, versichert der Verband. Nichtsdestotrotz bleibe die Lage angespannt. Die Unternehmen würden aber ihre Anstrengungen fortsetzen, die Produktion auf hohem Niveau zu halten.

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