Die Aktion Plagiarius hat am 6. Februar 2026 im Rahmen der Konsumgütermesse Ambiente zum 50. Mal ihren Negativpreis „Plagiarius“ an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen verliehen. Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase. Letztere symbolisiert die Profite, die die Nachahmer erzielen.
Waschtischmischer und Schalterprogramm gefälscht
Preisträger ist unter anderem eine Imitation des Waschtischmischers „Axor My Edition“ von Hansgrohe. Sie stammt von einem chinesischen Fälscher-Netzwerk, von dem derzeit drei Personen in Haft sitzen. Der Vertrieb erfolgte über Online-Shops wie taobao.com. Auch das (Licht-)Schalterprogramm „Busch-balance SI“ von Busch-Jaeger wurde kopiert. Verantwortlich dafür war das Handelshaus Klein aus Trostberg.

Im Jahr 2024 wurden an den EU-Außengrenzen und im EU-Binnenmarkt mehr als 112 Millionen gefälschte Artikel mit einem geschätzten Wert von 3,8 Mrd. Euro beschlagnahmt, so die Europäische Kommission und das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum.
Die Initiatioren der Aktion Plagiarius sehen „zwei erste kleine positive Signale der Politik“ im Kampf gegen Plagiate: Ab Juli 2026 wird als Interimslösung in der EU ein pauschaler Zollsatz von 3 Euro pro E-Commerce-Paket mit einem Wert von weniger als 150 Euro eingeführt, um den Wettbewerbsvorteil der bisherigen Zollfreigrenze für Händler aus Drittstaaten kurzfristig zu beseitigen. Ab 2028, mit Einrichtung der EU-Zolldatenplattform, fallen auch hier reguläre Zollgebühren an. Parallel laufen Verhandlungen über eine EU-Bearbeitungsgebühr für E-Commerce-Pakete. Diese soll die hohen Kosten für die Überwachung des stark gestiegenen Paketverkehrs ausgleichen.













