Neun von zehn Kundinnen und Kunden (91 Prozent) nutzen mindestens eine Loyalty-App. Das zeigt eine Studie von IFH Media Analytics und Media Central. Damit ist die Zahl der Nicht-Nutzerinnen und -Nutzer im Jahresvergleich deutlich geschrumpft (2026: 9 Prozent; 2025: 30 Prozent). Die durchschnittliche Anzahl der genutzten Loyalty-Apps bleibt mit 4,2 pro Person aber stabil auf Vorjahresniveau. Loyalty-Apps scheiterten häufig daran, dass Angebote als störend wahrgenommen oder nicht aktiv gefunden werden, erklärt das IFH.
„Während Light Userinnen und User keinen Mehrwert in weiteren Programmen sehen, ist bei Heavy Userinnen und Usern der Homescreen bereits überfüllt. Aufmerksamkeit wird zur knappsten Ressource. Hohe Reichweite bedeutet zudem nicht automatisch echte Loyalität. Viele Programme sind zwar installiert, schaffen es aber nicht, sich dauerhaft im relevanten Einkaufsalltag der Konsumenten zu verankern“, merkt Geschäftsführer Andreas Riekötter an.
Opportunismus statt Markenbindung
66 Prozent der Nutzer bewerten die Vorteile als seriös und fair, unter den Heavy Usern sind es sogar 74 Prozent. Datenschutzbedenken spielen für 57 Prozent keine Rolle. Drei Viertel der Nutzer entscheiden sich im Zweifel für ein gutes Angebot – unabhängig von der Loyalty-App. Besonders stark ausgeprägt ist diese Präferenz bei Light Usern (85 Prozent) sowie bei älteren Konsumenten (80 Prozent). Entsprechend werden Loyalty-Apps vor allem dann genutzt, wenn sich der Vorteil aus Sicht der Konsumenten wirklich lohnt (78 Prozent). 51 Prozent der Befragten geben an, für den besten Vorteil häufig zwischen verschiedenen Apps zu wechseln.
Verzahnung der Kanäle
Während Pull-Formate auf die aktive, freiwillige Angebotssuche setzen – beispielsweise über gedruckte oder digitale Prospekte −, bringen Push-Kanäle wie Print- oder Vor-Ort-Werbung Angebote gezielt an die Kunden. Push-Nachrichten werden von 68 Prozent der Nutzer schnell als störend empfunden. 49 Prozent verlieren innerhalb der Apps schnell den Überblick über die Angebote – 82 Prozent dieser Gruppe bewerten gedruckte Prospekte als übersichtlicher.
„Viele Nutzer bleiben in erster Linie preis- sowie angebotsorientiert. Entscheidend ist deshalb die gezielte Verzahnung von Kanälen mit unterschiedlichen Funktionen: Print-Prospekte und Online-Prospekte schaffen Überblick und Inspiration, Vor-Ort-Werbung und Außenwerbung setzen zusätzliche Impulse“, erläutert Palle Presting von Media Central.













