Neuer Lkw ab Karlsruhe

Dachser fährt mit Wasserstoff

Drei Mercedes-Benz Next-Gen-H2-Truck mit Flüssigwasserstofftechnologie sollen ab Ende Dezember 2026 schrittweise am Dachser-Logistikzentrum Karlsruhe eingesetzt werden. (Quelle: Daimler Truck AG)
Drei Mercedes-Benz Next-Gen-H2-Truck mit Flüssigwasserstofftechnologie sollen ab Ende Dezember 2026 schrittweise am Dachser-Logistikzentrum Karlsruhe eingesetzt werden. 
09.06.2026

Dachser nutzt ab Ende Dezember 2026 erstmals eine Sattelzugmaschine mit Flüssigwasserstoff-Technologie: den neuen Mercedes-Benz Next-Gen-H2-Truck. Zwei weitere baugleiche Sattelzugmaschinen folgen bis Mitte 2027. Sie sollen am Logistikzentrum Karlsruhe vor allem im Fernverkehr eingesetzt werden.

Die drei Wasserstoff-Lkw sind die ersten Modelle einer Kleinserie von insgesamt 100 Fahrzeugen, die Daimler Truck ab Ende Dezember 2026 an ausgewählte Kunden ausliefert. Die Serienproduktion soll in den frühen 2030er-Jahren starten.

„Für den Fernverkehr brauchen wir in der Logistik leistungsfähige und effiziente Null-Emissions-Fahrzeuge, um Treibhausgase und Luftschadstoffe nachhaltig zu reduzieren und langfristig den Diesel-Lkw zu ersetzen“, sagt Chief Development Officer (CDO) Stefan Hohm. „Batterieelektrische Lkw haben in den vergangenen Jahren große Entwicklungsschritte gemacht. Die Fahrzeuge sind sehr gut und zuverlässig einsetzbar, und es gibt mittlerweile Serienfahrzeuge mit mehr als 500 Kilometer Reichweite. Nach wie vor stellt allerdings die Netzanschlussleistung eine große Herausforderung dar.“ Im Dachser-Netzwerk sind mehr als 190 E-Lkw im täglichen Einsatz, darunter auch eine Reihe von Mercedes E-Actros 600.

„Brennstoffzellen-Lkw mit Flüssigwasserstoff könnten in Zukunft die E-Lkw-Flotte bei Dachser ergänzen – insbesondere, wenn sehr hohe Reichweiten oder kurze Betankungszeiten benötigt werden“, ergänzt Hohm.

Der Mercedes-Benz Next-Gen-H2-Truck setzt auf eine Brennstoffzelle von Cellcentric, die an Bord des Fahrzeugs aus Wasserstoff elektrische Energie erzeugt und so die Elektromotoren antreibt. Als Energieträger kommt Flüssigwasserstoff zum Einsatz, der, so Dachser, gegenüber gasförmigem Wasserstoff eine höhere Energiedichte aufweist. Die Technologie ermöglicht Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern bei hoher Nutzlast. Zudem lässt sich der Lkw innerhalb von 10 bis 15 Minuten betanken.

Die drei Wasserstoff-Lkw werden am Logistikzentrum Karlsruhe stationiert und in bestehende Systemverkehre eingebunden – auch ins europäische Ausland. Die Niederlassung liegt rund 30 Kilometer vom Mercedes-Benz-Werk in Wörth entfernt, wo eine geeignete Flüssigwasserstoff-Tankinfrastruktur genutzt werden kann.

„Durch die enge Zusammenarbeit mit Herstellern können wir Entwicklungen früh begleiten und belastbar einschätzen, welchen Beitrag unterschiedliche Technologien künftig in unserem Netzwerk leisten können“, betont Hohm.

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