Stakeholder-Dialog

Toom und Lebenshilfe informieren über Inklusion

Dominique Rotondi, Geschäftsführer für Einkauf und Logistik bei Toom, begrüßte gemeinsam mit Moderatorin Claudia Kleinert die Teilnehmenden des Stakeholder-Dialogs in Köln.(Quelle: Toom Baumarkt)
Dominique Rotondi, Geschäftsführer für Einkauf und Logistik bei Toom, begrüßte gemeinsam mit Moderatorin Claudia Kleinert die Teilnehmenden des Stakeholder-Dialogs in Köln.
19.10.2026

Wie Unternehmen Inklusion fördern können, stand im Mittelpunkt des Stakeholder-Dialogs von Toom und der Bundesvereinigung Lebenshilfe am 15. Oktober in Köln. Unter dem Titel „Inklusion am Arbeitsmarkt: Anspruch, Realität – und was wir jetzt verändern müssen“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und kommunaler Praxis über Chancen und Hürden. In einer Pressemitteilung zieht Toom dieses Fazit: Begegnung baut Berührungsängste ab, macht Fähigkeiten sichtbar und eröffnet neue berufliche Perspektiven.

Die von Claudia Kleinert moderierte Veranstaltung brachte unterschiedliche Perspektiven zusammen. Auf dem Podium diskutierten VdK-Präsidentin Verena Bentele, Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Mirjam Tomše, Behindertenbeauftragte der Stadt Köln, Almuth Meinert, Referentin der Bundesvereinigung Lebenshilfe, und Dominique Rotondi, Geschäftsführer Einkauf und Logistik bei Toom.

Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellen

Den Auftakt gestaltete VdK-Präsidentin und mehrfache Paralympics-Siegerin Verena Bentele. Anhand ihrer Erfahrungen aus Sport und Berufsleben zeigte sie, wie Vertrauen, klare Kommunikation und passende Unterstützung Menschen ermöglichen, ihre Stärken einzubringen. „Inklusive Beschäftigung lohnt sich persönlich, gesellschaftlich und wirtschaftlich. Entscheidend ist, gemeinsam zu klären, welche Unterstützung ein Mensch braucht, damit er seine Stärken einbringen kann. Vertrauen und offene Fragen sind dafür ein guter Anfang“, betonte Bentele.

Wie das im Arbeitsalltag aussehen kann, veranschaulichte ein Film aus der Toom-Filiale in Voerde. Beschäftigte berichteten von ihrer Zusammenarbeit und davon, wie wichtig Offenheit, gegenseitige Unterstützung und ein selbstverständlicher Umgang miteinander sind.

Inklusion in der Unternehmenskultur verankern

Im Mittelpunkt der anschließenden Podiumsdiskussion stand die Frage, was gelungene Inklusion in der Arbeitswelt ausmacht, wo Unternehmen und Gesellschaft aktuell stehen und wie vorhandene Potenziale besser genutzt werden können. Angesichts des Fachkräftemangels wurde deutlich, dass die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung stärker berücksichtigt werden müssen, um Chancen für Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen zu eröffnen.

Dominique Rotondi macht deutlich, dass inklusive Beschäftigung bei Toom eng mit der Unternehmenskultur und dem Nachhaltigkeitsverständnis verbunden ist. Die Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe schaffe dafür Begegnungen und praktische Erfahrungen. Dazu gehört auch der „Schichtwechsel“, bei dem Beschäftigte aus Unternehmen und Werkstätten für Menschen mit Behinderung Einblicke in die jeweils andere Arbeitswelt erhalten. „Begegnung ist der Anfang. Wer erlebt, wie inklusive Zusammenarbeit im Alltag funktioniert, baut Berührungsängste ab und erkennt Chancen. Als Unternehmen wollen wir dafür Räume schaffen und andere ermutigen, diesen Schritt ebenfalls zu gehen“, erklärte Dominique Rotondi.

Zugänge zum Arbeitsmarkt schaffen

Ein zentrales Thema der Diskussion war der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Menschen mit Behinderung benötigen verständliche Informationen über berufliche Möglichkeiten, individuelle Beratung und Gelegenheiten, eigene Interessen und Stärken zu entdecken. Praktika, Betriebsbesuche und begleitete Einstiege können dabei helfen, Tätigkeiten kennenzulernen und berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Mirjam Tomše hob hervor, wie wichtig Zeit und Raum zum Ausprobieren sind. Neben bestehenden Stellenprofilen müsse auch die Frage stehen, wie Aufgaben und Arbeitsabläufe zu den Fähigkeiten eines Menschen passen können. Almuth Meinert verwies auf die Vielfalt vorhandener Unterstützungsangebote. Diese müssten für Menschen mit Behinderung, ihre Familien und Unternehmen leichter zugänglich und verständlicher werden. Ulla Schmidt betonte, dass Teilhabe am Arbeitsleben eine Menschenrechtsfrage ist. Sie warb dafür, den Blick konsequent auf Fähigkeiten zu richten und inklusive Bildungswege als Grundlage für einen inklusiven Arbeitsmarkt zu stärken.

Zur Startseite
Das neue Abo: Print – Digital – Online
Jetzt gratis testen
diy Fachmagazin für die Baumarkt- und Gartenbranche
Lesen Sie auch