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Überzeugen durch Einhalten der Regeln

Wenn bei der Executive-Search der „Mensch im Mittelpunkt“ zum Lippenbekenntnis verkommt

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Ursula König von Heads fordert vollen Einsatz für Executives.
Entscheidungen für Top-Positionen werden – abhängig von Rechtsform und Firmengröße – von Inhabern, Aufsichtsräten, Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern entschieden. In diesen Sphären der Entscheidungsfindung sollte der um seinen Rat gebetene Personalberater eigentlich davon ausgehen können, dass die Entscheider wissen, welche Inhalte, Prozesse und Stilregeln angezeigt sind, um die umworbenen Köpfe für Unternehmen und Aufgaben zu gewinnen bzw. im Falle des Nicht-Zusammenkommens die Türen offen zu halten. Denn die Welt ist klein. Vielleicht ist der Kandidat von gestern der Kunde oder strategische Wunschpartner von morgen. Alle aufgeführten Beispiele möchte ich mit dem Zusatz versehen: „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.“
Zeitmanagement
Vermitteln Sie den umworbenen Kandidaten durch schnelle und flexible Terminangebote und zeitnahe Rückmeldungen die Überzeugung, dass die Besetzung der Position für Sie erste Priorität hat. Was hier zählt, sind nicht Prioritätsbekundungen, die von der Verhaltensrealität konterkariert werden.
Ich meine Reaktionen wie „Mein Urlaub ist heilig“, „Die Abstimmung im Aufsichtsrat braucht eben Zeit“ oder „Wer sich für eine derartig hochkarätige Position interessiert, der muss einen langen Zeithorizont für die Entscheidungsprozesse mitbringen (gemeint war ein halbes Jahr).“ Sie zeigen damit dem Executive deutlich, an welcher Stelle in der Prioritätenhierarchie seines Gesprächspartners er steht. Auch wenn sich aufgrund langer Verträge, Wettbewerbsklauseln u.ä. der tatsächliche Start bis zu einem Jahr hinausziehen kann, der umworbene Kopf braucht für sich selbst zeitnah eine Entscheidung. Denn ohne diese gerät er bezüglich seiner Handlungen und Comittments in seinem derzeitigen Unternehmen in Loyalitätskonflikte. Ist dies nicht der Fall, läge der Verdacht nahe, dass seine Auffassung von Führung nur Ausdruck seiner „Söldnermentalität“ ist. Und gerade diesen Typus wollten Sie doch nicht für eine Spitzenfunktion gewinnen?!
Beziehungsmanagement
Gehen Sie mit dem umworbenen Kandidaten um wie mit ihrem größten und wichtigsten Kunden. Spielen Sie nicht die Sphinx. Formulieren Sie klare Zielsetzungen für ihr Unternehmen und die Aufgabe. Zeigen Sie Perspektiven, aber auch Problemfelder auf. Letzteres hat besondere Bedeutung, wenn Sie branchenfremde Leistungsträger mit deren als Benchmark geeigneten Know-how und Erfahrungstransfer für Ihr Unternehmen gewinnen wollen…
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