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Wenn der Feierabend kommt

Ladendiebe verursachen jedes Jahr im Handel Schäden in Milliardenhöhe. Wer sie sind, welche Tricks sie anwenden und wo sie zuschlagen verrät ein Buch von Hans-Günther Lemke

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Rund 31 Mrd. d gehen dem europäischen Einzelhandel jährlich durch Ladendiebstahl, unzuverlässiges Personal, Zulieferer oder interne Fehler verloren. Die Hälfte des Betrages entfällt dabei laut dem Europäischen Diebstahlbaromter auf Ladendiebe. Doch diese Zahl ist abstrakt. Letztlich steht dahinter eine Vielzahl von Delikten von Gelegenheitsdieben oder auf Ladendiebstählen spezialisierten Profis bis hin zu organisierten Banden. Gerade in den vergangenen Jahren hat der Führungs- und Verkaufstrainer Hans-Günther Lemke ein verändertes Vorgehen bei Ladendiebstählen festgestellt. Die Ladendiebe sind danach organisierter, trickreicher und teilweise auch gewaltbereiter als in vergangenen Jahren. Ein Hinweis gibt ein Blick auf die Statistik des Bundeskriminalamtes. Danach hat die Zahl der jugendlichen Ladendiebe abgenommen, ebenso wie die Zahl der delinquent gewordenen Kinder. Ein Resultat, schlussfolgert Lemke, verbesserter präventiver Maßnahmen des Handels. „Eine spürbare Zurückdrängung der professionellen Täter ergab sich aber immer erst dort, wo die Sicherungskonzepte eine optimale Mischung aus dem gezielten Einsatz geschulter Detektive, der Installation von Überwachungsanlagen und elektronischer Artikelsicherung ergaben.“
In seinem 120-Seiten umfassenden Handbuch kommt es Lemke jedoch weniger auf Theorie und Statistik an. Er wirft einen Blick auf die Praxis, die Täter, die Gewohnheiten, die Tricks. Je später die Stunde, desto aktiver die Ladendiebe, hat Lemke herausgefunden. Gerade in den Abendstunden, wenn unter den Mitarbeitern die Aufmerksamkeit nachlasse, steigen die Diebstahlsraten. „Der Trend geht seit 2002 verstärkt zu den Zeiten von 18 Uhr bis zum Landeschluss.“
Detailliert geht Lemke auf die eingesetzten Tricks ein. Klassisch: das „Trojanische Pferd“. Dabei kommt eine Tasche zum Einsatz, die im Boden eine Klappe hat. Die gebrauchten Kassenbons: Dabei werden die Waren entlang des Kassenbons zusammengestellt, anschließend zur Tarnung ein Teil gekauft und die übrige Ware durch den „falschen“ Kassenbon legitimiert. Der Sicherungstrick: Hier wird gezielt der Alarm bei gesicherten Artikeln ausgelöst. Aus sicherer Entfernung wird dann beobachtet, ob der Artikel wieder ausreichend gesichert wird.
Wenn Ladendiebe gestellt werden, erfordert das ein angemessenes Verhalten der Mitarbeiter. Erst wenn zweifelsfrei feststeht, dass ein Delikt begangen wurde, sollte eingeschritten werden, rät Lemke. „Nachträgliche Entschuldigungen sind äußerst peinlich.“ Auf keinen Fall…
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