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Neue Partner für den Baumarkt?

Der deutsche Spielwarenmarkt kämpft an allen Fronten. Der schleichende Bedeutungsverlust des Fachhandels verschärft die strukturellen Probleme zusätzlich. Chance für Baumärkte?
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Download: Neue Partner für den Baumarkt? (PDF-Datei) Die Spielwarenbranche befindet sich auf Talfahrt. Sinkende Geburtenzahlen, die Vorliebe der Deutschen für Systemspielzeug und der Siegeszug des „Bildschirmspielzeugs“ tragen ebenso dazu bei wie das Aufkommen neuer Anbieter, die Konsumunlust der Verbraucher in den letzten Jahren und die Innovationsschwäche der Hersteller. 2006 sank der Markt für klassisches Spielzeug um zwei Prozent auf 2.218 Mrd. €, die der Stückzahlen gar um sechs Prozent. Lediglich der Umsatz der Video-Spiele schoss kräftig nach oben. Alles in allem setzte die Branche rund 3,2 Mrd. € um. Zwar ist seit dem Pisa-Schock immer wieder zu erfahren, dass klassisches Spielzeug im Trend liegt, an den Um- und Absatzzahlen macht sich die neue deutsche Lust auf „Klassik“ allerdings noch nicht bemerkbar, bestenfalls am Trend zu Lernspielzeug. Nicht einmal dem Modellbau und der Modelleisenbahn tat das Urteil der OECD-Tester gut – obwohl es gerade diese Segmente sind, die, das ist unstrittig, eine Vielzahl von Fertigkeiten fördern, kognitive wie handwerkliche, und die bereits Eingang in einige Lehrpläne von Bundesländern gefunden haben. Namhafte Firmen beklagen denn auch schon lange die handwerklichen Fähigkeiten von Schulabgängern. Mit ein Grund, dass immer häufiger Kinder und Jugendliche dem Modellbau die kalte Schulter zeigen. Die Insolvenzen von Roco, der Nr. 2 im Markt für Modellbahnen, und LGB 2005 sowie die Krise des Branchenprimus Märklin, der an den Finanzinvestor Kingsbridge verkauft wurde, sind nur die spektakulärsten Beispiele für die angespannte Situation einiger Teile der Branche. Kein Wunder also, dass in diesem Frühjahr gleich zwei Verbände zu Krisengipfeln einluden. Der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) wollte Anfang März auf seiner traditionellen Delegiertenversammlung wissen, ob die Modelleisenbahn bereits am Ende sei, weil der Nachwuchs fehle, während sich der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) nach Mallorca zum bilateralen Gedankenaustausch zwischen Industrie und Handel aufmachte. Dort, auf des Deutschen liebster Sonneninsel, war zu erfahren, dass „bessere Vertriebskanäle nicht in Sicht“ seien. Aber vielleicht andere? Bieten sich die Bau- und Heimwerkermärkte nicht geradezu an für eine Modellbaufachabteilung? Der typische Modellbauer zählt doch bereits heute zu den regelmäßigen Kunden in den Baumärkten... Verschärft wird der Druck auf die Hersteller noch, weil immer mehr Spielzeughändler von der…
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