Dr. Joachim Bengelsdorf
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Morgenröte für DIY?

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Es ist mehr als nur ein Versuch, was zahlreiche Knauber-Fans in der Bonner Region seit Ostern 2021 versuchen, auf die Beine zu stellen. Es geht um die Wiederbelebung eines Freizeit- und Hobbymarktmythos, der den Köln-Bonner-Raum und viele Menschen dort geprägt hat. Und es geht um das Revival einer Servicekultur und eines einmaligen Einkaufsgefühls, dessen Verschwinden viele Einheimische nachtrauern. Nach dem Verkauf der Knauber Freizeitmärkte an Bauhaus, der Umwidmung der meisten und der Schließung einiger Standorte hat sich offensichtlich ein Verlustgefühl bei vielen eingestellt, denn es ist klar: Wo Bauhaus einzieht, bleiben von Knauber nur noch Spurenelemente übrig.

Da ich an Ostern diesen Text schreibe, liegt die Verwendung von österlichen Begriffen und Symbolen in diesem Zusammenhang fast auf der Hand, ob man es will oder nicht. Ist es eine Art Auferstehung? Was die wagemutigen Initiatoren des ersten Tinks-Marktes bei Bonn erreichen wollen, ist natürlich nicht eine Eins-zu-Eins-Reproduktion der ehemaligen Knauber-Standorte, es ist aber doch so etwas wie eine Wiederbelebung des Geistes, der die Märkte geprägt hat. Nicht die Masse soll der Maßstab für den Erfolg der neuen Tinks-Märkte sein (so es denn mehr werden), sondern Service und Qualität, nicht der Warendruck soll zählen, sondern Nähe und Neugierde.

Dass dies alles genossenschaftlich, nach alter Raiffeisen-Manier, auf die Beine gestellt und umgesetzt wird, verspricht spannende Erfahrungen für alle: für die vielen Genossen, für die Kunden, für die Lieferanten und auch für mich (ich freue mich auf jeden Fall darauf).  

Bitte verzeihen Sie mir; aber auch hier scheint mir ein Hinweis auf die Organisationsform der frühen christlichen Gemeinden angebracht, denn im deutschen Wort „Ostern“ steckt das altgermanische „Austro“ drinnen, also die „Morgenröte“ (auch verwandt mit dem lateinischen „Aurora“). Wer weiß, wenn Tinks Schule macht, vielleicht bilden sich dann gerade in mittelstädtisch/ländlich geprägten Gegenden dank bürgerschaftlichen Engagements weitere genossenschaftlich organisierte Baumärkte? Ich jedenfalls drücke die Daumen.

 

Herzlichst Ihr

Dr. Joachim Bengelsdorf

 

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